Toni Braxton: "Wie fragil das Leben ist ..."

Nach Herzattacke und Trennung feiert die US-Souldiva Toni Braxton ihr Comeback - und erzählt vom Glück der zweiten Chance

Toni Braxton

Mehr als 40 Millionen Alben

hat sie bislang verkauft, und ihre Schmusesong-Klassiker à la "Un-Break My Heart" fehlen auf keiner Engtanzfete. In den vergangenen Jahren wurde es jedoch still um Toni Braxton - aus privaten Gründen: Ihr Sohn Diezel ist Autist, und sie selbst leidet nach einer Herzattacke an einer chronischen Angina Pectoris. Jetzt meldet sich die 43-Jährige mit ihrem sechsten Studioalbum "Pulse" zurück. Beim Interview im Berliner Ritz-Carlton-Hotel wirkt die Diva nachdenklich, dynamisch und lebensfroh. Beste Voraussetzungen für guten Soul!

Toni Braxton meldet sich auf der Bühne und mit ihrem sechsten Studioalbum "Pulse" zurück.

In Ihrem neuen Hit "Yesterday" geht es um das Ende einer Liebe. Trägt der Song autobiografische Züge?
Er erzählt zwar nicht genau meine Geschichte, aber mit "Yesterday" arbeite ich sicher auch das Zerbrechen meiner Ehe auf. Mein Mann Keri und ich leben seit einem Jahr in Trennung.

Mögen Sie über die Gründe sprechen?
Mit der Zeit haben wir uns immer weiter auseinanderentwickelt. Es funktionierte einfach nicht mehr, und als ich dann auch noch krank wurde, stand ich am Scheideweg. Ich musste eine Wahl treffen. Und ich glaube, dass es so das Beste ist. Sonst wäre zwischen uns irgendwann nur noch Hass gewesen.

Haben Sie noch regelmäßig Kontakt zu ihm?
Selbstverständlich! Wir sind ja nicht im Zorn auseinandergegangen und haben zwei gemeinsame Jungs. Außerdem ist unser Sohn Diezel Autist und braucht besonders viel Liebe und Aufmerksamkeit. Deshalb wollen wir uns auch erst einmal nicht scheiden lassen.

Wann wurde bei Diezel Autismus diagnostiziert?
Vor dreieinhalb Jahren. Wir hatten wirklich viel Kummer mit ihm. Diezel lebte nur in seiner eigenen Welt und stellte niemals Augenkontakt zu uns oder anderen her. Am Anfang dachten wir, er habe einen Hörfehler, weil er nie reagierte, wenn man ihn ansprach.

Mit Noch-Ehemann Keri Lewis und den Söhnen Diezel, 7 (l.) und Denim, 8, zeigte sich Toni Braxton bei einer Premiere in Los Angeles.

Wie geht es ihm heute?
Zum Glück schon viel besser. Dank Förderschule und vielen Spezialtherapien öffnet er sich langsam seiner Umwelt. Vor zwei Wochen war das erste Mal ein Klassenkamerad zum Spielen bei uns. Sie glauben nicht, wie glücklich ich darüber war!

Sie selbst haben ebenfalls mit gesundheitlichen Probleme zu kämpfen. 2008 hatten Sie einen Herzanfall. Die Ärzte diagnostizierten eine chronische Angina Pectoris.
Das Schlimmste war, dass ich zunächst eine falsche Diagnose bekam. Man sagte mir, dass ich einen schweren Herzfehler habe und in den kommenden Monaten unbedingt eine Herztransplantation brauche. Das war der schrecklichste Tag meines Lebens. Ich dachte: "Jetzt ist alles vorbei! Wer wird sich um meine Jungs kümmern?" Zwei Tage später saß ich beim Anwalt, setzte mein Testament auf. Als es dann später hieß, dass ich "nur" einen Herzanfall hatte, habe ich vor Erleichterung geheult.

Ist die Krankheit heute unter Kontrolle?
Ja, aber ich muss wohl für immer Medikamente nehmen, jeden Tag. Das gehört heute zu meinem Leben wie Wasser trinken oder Zähne putzen.

Mussten Sie sich an weitere Einschränkungen gewöhnen?
Fastfood, wie Pizza oder Burger, ist für mich tabu - stattdessen steht gesunde und vollwertige Küche ganz oben. Und ich muss regelmäßig zu Fachärzten. Das sind jedoch Opfer, die ich gerne bringe. Es geht mir ja heute wieder gut. Aber es war ein sehr harter Weg, bis ich wieder optimistisch in die Zukunft blicken konnte. Es gab auch Tage, an denen ich nicht mehr weiter wusste, stundenlang heulte und depressiv war.

Der Soulstar traf sich mit GALA-Redakteur Alexander Nebe.

Trotz allem legen Sie jetzt ein Comeback hin.
Ja, ich habe eine zweite Chance bekommen. Es ist wie eine Wiedergeburt. Zumal ich dachte, dass ich niemals wieder singen könnte. Und zunächst sah es ja auch danach aus. Es war für mich eine unglaubliche körperliche Anstrengung, um wieder da zu stehen, wo ich heute bin. Ich weiß noch genau, wie ich das erste Mal wieder im Studio war und nur zehn Minuten singen konnte, bis nichts mehr ging: Ich schnappte nach Luft und war schweißgebadet.

Mit Anfang 40 haben Sie schon viel durchgemacht. Fragt man sich da nicht manchmal: "Warum ausgerechnet ich?"
Nein, denn Auf und Abs gehören nun einmal zum Leben dazu. Ich habe ja auch nicht "Warum ich?" gefragt, als ich Millionen Platten verkaufte und Grammys gewann. Ich versuche, alles anzunehmen, was kommt. Auch wenn es sehr hart ist.

Sind Sie eigentlich an den Schicksalsschlägen gewachsen?
Auf dem Höhepunkt meines Erfolges fühlte ich mich unverwundbar. Heute weiß ich, wie fragil das Leben ist. Ich genieße deshalb inzwischen jeden Tag so bewusst wie möglich.

Daten Sie inzwischen wieder?
Irgendwie hatte ich bislang keine Lust dazu. Ich bin für einen neuen Kerl in meinem Leben noch nicht reif und muss meine Trennung erst richtig verarbeiten. Außerdem habe ich nach fast zehn Jahren Ehe irgendwie verlernt, wie man baggert. Vielleicht sollte ich erst mal ein paar Flirtkurse besuchen.

Tragische Schicksalsschläge

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Waren Sie mal in einen Promi verliebt?
Mit 23 Jahren gab es nur einen einzigen Mann in meinem Leben. Gott, wie war ich damals in Richard Gere verknallt. Ich hätte alles dafür gegeben, seine "Pretty Woman" zu sein, und habe Julia Roberts dafür gehasst, dass sie meinem Schatz so nahe sein durfte.

Und welchen Männertyp finden Sie heute sexy?
Hm, mal überlegen. Es gibt so viele süße Jungs. Ich stehe auf Männer wie Robert Pattinson. Der ist schon ein scharfes Stück und hat diese knisternde Energie, die viele Frauen nervös macht. Ich finde aber auch diesen Werwolf-Typen aus "Twilight" heiß. Wie ist noch mal sein Name?

Sie meinen Taylor Lautner?
Genau. Sein Body, vor allem das Sixpack, ist schon unglaublich lecker. (grinst) Aber pfui! So etwas darf ich ja eigentlich nicht laut sagen - sonst meinen die Leute noch, dass ich auf Kinder stehe. Wie alt ist Lautner? 16 oder 17?

Er ist inzwischen volljährig.
Na, denn - sofort her mit ihm! (lacht)

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