Til Schweiger: Schauspieler schimpft auf "Lindenstraße"

Til Schweiger startete seine große Karriere in der "Lindenstraße". Dennoch lässt er kaum ein gutes Haar an der Serie.

Til Schweiger hat kaum gute Erinnerungen an die "Lindenstraße"

Ohne die Kultserie "Lindenstraße" hätte Til Schweiger (56, "Zweiohrküken") möglicherweise nie eine große Karriere hingelegt. 1990 startete er dort seine ersten Gehversuche als Schauspieler und verkörperte rund zwei Jahre lang die Rolle des Jo Zenker. Jetzt spricht Schweiger in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" allerdings nicht sehr wohlwollend über sein erstes TV-Engagement: "Ich war dankbar, dass ich die Rolle [...] hatte, aber die Rolle war natürlich absolut blöd."

Er sei damals sogar zum Regisseur Hans W. Geißendörfer (78) ins Büro und habe erklärt: "Ich kann mehr als nur meine übergewichtige Schwester trösten." Geißendörfer hätte jedoch nur erwidert, dass in der "Lindenstraße" erst einmal "jeder seine Meriten verdienen" müsse. "Darauf hatte ich keinen Bock und hab' dann auch gleich gekündigt", erzählt Schweiger. Er sei diese zwei Jahre nicht gerne zur Arbeit gegangen, auch die Bücher seien schlecht gewesen.

Claudia Norberg

Vorm Dschungel-Abflug noch Kontakt mit Michael Wendler

Claudia Norberg
Claudia Norberg war 29 Jahre mit Michael Wendler zusammen. Nach der Trennung von dem Schlagerstar will sie nun selbst in der Öffentlichkeit durchstarten.
©Gala

"Politisch korrekt und durchaus verdienstvoll, wir hatten damals ja schon Themen, die heute selbstverständlich sind wie Homosexualität und Ausländerfeindlichkeit", sagt Schweiger. Doch die Dialoge hätten nicht verändert werden dürfen, alles habe genauso gesagt werden müssen, wie es dort stand: "Wir als Schauspieler durften ja auch den Text nicht ändern, nicht mal einen Konsonanten weglassen, kein Komma, nichts."

Seine Freundin zog Robert-De-Niro-Vergleich

Seine damalige Freundin habe ihn in dieser Zeit getröstet und die Situation sogar mit Robert De Niro (76) verglichen, der auch nicht seine schauspielerischen Qualitäten zur Entfaltung hätte bringen können, wenn er Texte von Leuten aufsagen müsse, "die sich noch nie mit Schauspielerei auseinandergesetzt haben". Man sei regelrecht an das Drehbuch gefesselt gewesen.

Er wolle dennoch nicht die "Lindenstraße" als solche schlecht machen: "Für das Ensemble tut's mir leid. Die haben das so lange gemacht, dass es nicht ganz einfach ist, da noch mal wegzukommen." Er selbst sei jedoch nie Fan gewesen, er habe die Serie nur geschaut, wenn er mitgespielt habe: "Das war immer sehr frustrierend, weil ich es ganz schlimm fand, was ich da gemacht habe." Dennoch sei die "Lindenstraße" auch für ihn ein "Stück Fernsehgeschichte".

Am heutigen Freitag steht der letzte Drehtag für die am längsten laufende Serie im deutschen Fernsehen an. Die letzte Folge der "Lindenstraße" ist dann am 29. März 2020 im Ersten zu sehen.

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche