Twin Peaks

Kyle McLachlan

Anfang der 90er Jahre revolutionierten Mark Frost und David Lynch mit der Geburtsstunde der Serie "Twin Peaks" das Fernsehen. Rasch erreichte die Show, die 2017 in einer dritten Staffel neu aufgelegt wurde, Kultstatus. Doch was ist das Geheimnis hinter der morbid-bizarren Geschichte um das idyllisch scheinende Kleinstadtleben in Twin Peaks?

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"Twin Peaks" genießt bis heute Kultstatus – zu Recht!


Nachdem der der Pilotfilm zu "Twin Peaks", dessen Drehbuch Mark Frost und David Lynch in nur zehn Stunden schrieben, am 8. April 1990 vom US-amerikanischen Fernsehsender ABC ausgestrahlt wurde, stand plötzlich die ganze Fernsehlandschaft, wie wir sie bisher kannten, Kopf. Der Film war zwar ein Wagnis, doch ein lohnendes, denn das Projekt war ein riesiger Erfolg. Er fesselte 35 Millionen Zuschauer in den USA vor ihren Fernsehgeräten, die Kritiker überschlugen sich mit Lob, zwei weitere Staffeln folgten. Die New York Times sprach von der "bizarrsten und überzeugendsten Ansammlung von Charakteren, die je in der Primetime zu sehen war" und das Wall Street Journal bezeichnete die neue Serie als "Aufsehen erregendste und eigentümlichste Vision im heutigen Fernsehen".


Doch was war so neu an "Twin Peaks"?


Immerhin gab es Seifenopern, Mystery- und Krimiserien damals schon. Doch die Grenzen von Drama, Komik und Tragik waren klar getrennt. Die Idee, all diese Genres miteinander zu verknüpfen, war neu, bahnbrechend und richtungsweisend und Lynch und Frost verstanden es meisterhaft. Dank dieser Idee schufen Lynch und Frost eine Kultserie mit Suchtfaktor. Bis heute hat die Show, die 2017 über ein viertel Jahrhundert später, mit einer dritten Staffel ihr Ende fand, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter drei Golden Globes und zwei Emmy Awards.


Und worum geht es?


Vordergründig erzählt "Twin Peaks" die Aufklärung des Mordes an der Highschool-Schönheit Laura Palmer. Der überkorrekte und moralisch lupenreine FBI-Agent Dale Cooper, gespielt von Kyle MacLachlan, vielleicht in seiner besten Rolle, wird zu Hilfe gerufen, um sich des Falles anzunehmen. Während seiner Ermittlungen trifft der Agent auf skurrile, liebenswerte, merkwürdige und verschrobene Einwohner, langsam gerät das Bild der scheinbar idyllischen Kleinstadt Twin Peaks immer stärker ins Wanken.


Wer hat Laura Palmer ermordet?


Und genau das war es, worum es David Lynch und Mark Frost eigentlich ging: das Bröckeln der Fassade. Die beiden Macher hatten nämlich eigentlich nie geplant, den Mörder von Laura Palmer zu enthüllen. Doch das ging ABC dann doch zu weit, immerhin müsse der Zuschauer mit der Aufklärung des Mordfalles belohnt werden. Nach der Enthüllung des Mörders verlor "Twin Peaks" immer mehr Zuschauer, die Spannung war raus, nur noch eingefleischte Fans verfolgten den Plot weiter. Hierzulande waren die Quoten eh nie so besonders, RTL plus strahlte die Serie freitags abends aus, doch nachdem der Konkurrenzsender Sat.1 den Namen von Laura Palmers Mörder auf der Startseite seines Videotext-Angebots ausplapperte, gingen auch in Deutschland die Quoten nochmals in den Keller. Doch für alle, die nicht genug bekommen können, kam 1992 "Twin Peaks – Der Film" in die Kinos. Ebenso groß war die Freude, als 2017 die finale dritte Staffel über die Mattscheiben flimmerte.