The Handmaid's Tale - Der Report der Magd: Diese Serie sollte jeder kennen

Serien gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Doch selten geht eine dermaßen unter die Haut wie "The Handmaid's Tale - Der Report der Magd".

Elisabeth Moss spielt in "The Handmaid's Tale - Der Report der Magd" die Hauptrolle

Die Serie "The Handmaid's Tale - Der Report der Magd" konnte 2017 den Emmy und 2018 den Golden Globe als "Beste Dramaserie" einsacken. Zudem erhielten bereits die Schauspielerinnen Elisabeth Moss (37), Ann Dowd (63), Alexis Bledel (37) und Samira Wiley (32) Preise für ihre Performances. Dennoch ist die Serie hierzulande kaum bekannt. Ein Hype wie bei "Game of Thrones" oder "Stranger Things" blieb aus.

"The Handmaid's Tale - Der Report der Magd" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Autorin Margaret Atwood (79) aus dem Jahr 1985, die für 2019 eine Fortsetzung angekündigt hat. Ab 5. September startet die dritte Staffel hierzulande exklusiv und ohne Aufpreis bei MagentaTV. Und eine vierte Staffel ist bereits bestätigt. "The Handmaid's Tale" ist ein schauderhaftes Meisterwerk, das jeder Serien-Junkie kennen sollte.

Daniela Büchner

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Daniela und Jens Büchner
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©VOX / Gala

Achtung, die folgenden Passagen enthalten Spoiler aus den ersten beiden Staffeln der Serie!

Darum geht's

Die Serie spielt in einer dystopischen Zukunft. Atomare Katastrophen haben die Welt verändert. In Amerika wurde die Regierung gestürzt und durch ein totalitäres, christlich-fundamentalistisches Regime ersetzt. Der Staat heißt nun Gilead. Frauen haben hier keinerlei Rechte mehr, sie dürfen weder arbeiten noch lesen und müssen hauptsächlich einen biologischen Zweck erfüllen: Kinder gebären. Denn Fruchtbarkeit ist selten auf der Welt.

In Gilead sind daher alle noch fruchtbaren Frauen zusammengetrommelt worden und wurden dem Regime unterworfen. Sie gehen als Mägde in den Besitz ranghoher Regimemitglieder über, um von ihnen schwanger zu werden. Zudem bekommen die Frauen neue Namen: Aus der Vorsilbe "Des" und dem Vornamen des Mannes, dem sie zugeteilt werden.

Bleiben oder fliehen?

Die Handlung folgt in Staffel eins hauptsächlich dem Schicksal von Desfred alias June (Elisabeth Moss), die als fruchtbare Magd bei Commander Fred Waterford (Joseph Fiennes) und seiner unfruchtbaren Frau Serena (Yvonne Strahovski) wohnt. In Flashbacks wird Desfreds Vergangenheit aufgearbeitet, etwa ihre Ehe oder die Liebe zu ihrer kleinen Tochter, die sie nicht mehr bei sich hat. Zarte Bande knüpft sie überraschend mit Chauffeur Nick (Max Minghella), von dem sie am Ende der Staffel schließlich schwanger ist. Doch gehört er überhaupt zu den Guten?

In Staffel zwei plant June zunächst ihre Flucht aus Gilead. Doch wird ihr diese als Schwangere wirklich gelingen? Oder kommt Serena Waterford plötzlich zur Vernunft? Zudem wird ein Blick in die Kolonien gewährt, wohin die lesbische Emily (Alexis Bledel) zur Zwangsarbeit verbannt wurde. Dort ist der Boden mit Giftmüll verseucht. Wird sie diese Tortur überleben? Oder können Junes Ehemann und ihre beste Freundin Moira (Samira Wiley) ihr außerhalb von Gilead helfen? Am Ende scheint zumindest eine Figur dem Tode geweiht zu sein...

In Staffel drei befindet sich June erneut in Gileads dystopischem Regime. Am Ende von Staffel zwei hatte sie sich dazu entschieden, nicht mit ihrem Baby nach Kanada zu fliehen. Kann sie vor Ort einen Kampf gegen das Regime führen? Ihre Chancen stehen mehr als schlecht. Hinzukommen überraschende Wiedervereinigungen, Verrat und eine Reise zum schrecklichen Herzen Gileads, die alle Charaktere dazu zwingt, Stellung zu beziehen.

Eine Serie der Extraklasse

Eins sei klargestellt: "The Handmaid's Tale - Der Report der Magd" ist keine leichte Kost. Die Story ist nur schwer zu verdauen und etliche Szenen sind geradezu grausam. Dennoch fallen das Ausschalten und Wegsehen schwer. Die Serie fesselt. Es ist eine seltsame Faszination zwischen Ekel, Fassungslosigkeit und der Hoffnung, dass dem Spuk bis zum Staffelfinale ein Ende bereitet wird. Denn diese düstere Zukunftsvision soll auf keinen Fall länger anhalten als nötig und schon gar nicht Realität werden. Die Frau ohne Rechte? Undenkbar!

Allen voran die Performances des Schauspielensembles sind einmalig. Nicht nur sind den Gesichtern der Darsteller stets die unterschiedlichsten Emotionen abzulesen, die Figuren sind dermaßen facettenreich, dass der Zuschauer selten weiß, wer ist gut und wer ist böse, wer versteckt ein Geheimnis und wer spielt mit offenen Karten. Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt, ein perfides Katz-und-Maus-Spiel, was die Faszination zusätzlich befeuert. Ein schauderhaftes Meisterwerk, das kein Serien-Junkie verpassen sollte.

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