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"The Biggest Loser – Family Power Couples" Dr. Christine Theiss: "Eltern wissen oft selbst nicht, wie es richtig geht"

"The Biggest Loser – Family Power Couples": Campchefin Dr. Christine Theiss
"The Biggest Loser – Family Power Couples": Campchefin Dr. Christine Theiss
© SAT.1/Ben Pakalski
Seit 2012 ist Dr. Christine Theiss Camp-Chefin von "The Biggest Loser". Die letzten 9 Jahre haben sie geprägt. Doch das aktuelle Format "Family Power Couples" ist selbst für die Moderatorin eine bewegende Reise: Denn Theiss ist selbst seit fünf Jahren Mutter einer kleinen Tochter.

In "The Biggest Loser – Family Power Couples" stellen sich acht Eltern-Kind-Duos dem Kampf gegen das Übergewicht. Am Montag, 4. Oktober 2021, entscheidet sich im Finale, welches Familien-Paar am meisten gegeben hat und das Rennen macht. Für Camp-Chefin Dr. Christine Theiss, 41, ist das Format eine besondere Herzensangelegenheit. Denn als Mutter weiß sie selbst, wie wichtig es ist, dass Eltern als gutes Beispiel vorangehen und ihre Kinder an die Hand nehmen.

"The Biggest Loser – Family Power Couples": Dr. Christine Theiss über die Ernährung ihrer fünfjährigen Tochter

Im Interview mit GALA hat die Moderatorin und einstige Profi-Kickboxerin über ihr Familienleben gesprochen und wie sie ihrer Tochter eine gesunde Ernährung tagtäglich ohne Zwang näher bringt. 

Gala: Ihre Tochter ist mittlerweile fünf Jahre alt. Vermitteln Sie ihr schon einige Dinge, die die Ernährung betreffen?

Dr. Christine Theiss: Wirklich vermitteln muss man den Kindern gar nichts, sondern es vorleben. Ich habe eine gesunde Ernährung immer vorgelebt und unsere Tochter wollte schon früh mitmachen und mir beim Kochen und in der Küche helfen. Aber leider unterbinden Eltern das oft – mit einem wirbelnden Kind dauert es ja meist länger und wird chaotischer. Wir müssen es ihnen einfach erlauben: Kinder bringe diese Neugier von sich aus mit.

Unser Kind hat niemals Fertignahrung bekommen. Ich habe gestillt und die Beikost später selbst zubereitet. Allein dadurch haben die Kinder schon ein anderes Empfinden und anders ausgeprägten Geschmack. Unsere Tochter liebt zum Beispiel Scampi und Fisch – und zwar nicht in Nugget-Form, sondern frisch! Das finde ich einfach toll.

Liegt oftmals die Problematik nicht auch im Unwissen der Eltern, die sich selbst mit Ernährung einfach zu wenig auskennen?

Ja, da gebe ich Ihnen zu 100 Prozent recht. Das ist auch wirklich ein Problem. Die Eltern wissen oft selbst nicht, wie es richtig geht, woher sollen es dann die Kinder wissen? Ich merke das bei unserer Tochter, die schon jetzt ein eigenes Verständnis dafür hat und dass Süßigkeiten nur in Maßen gut sind. Sie kocht mit ihren fünf Jahren, weil sie wahnsinnig Spaß daran hat.

Wir reden hier grade von so viel Verantwortung: Aber da muss man ganz klar auch die Schule mit in Betracht ziehen. Dort spielt Ernährung nämlich überhaupt keine Rolle, was absolut fatal ist. Es ist so entscheidend, dass Kinder auch dort informiert werden. Aber leider bekommt die Thematik dort gar keinen Raum. 

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Wie viel können sich die Zuschauer:innen von "The Biggest Loser – Family Power Couples" abschauen? Wie wichtig ist Ihnen die Arbeit nicht nur für die Duos, sondern auch die Menschen vor dem TV?

Ich merke immer wieder, wie viel die Sendung Menschen abseits des Camps motiviert. Allein durch die zahlreichen Bewerbungen, aber auch durch E-Mails und Briefe von Menschen, die mir Vorher-Nachher-Fotos von ihrem Abnehmerfolg schicken, weil "The Biggest Loser" sie motiviert hat.

"The Biggest Loser" ist kein Abnehmratgeber, aber es ist ein Anstoß! Ein Anstoß, dass man es selbst auch schaffen kann und die Motivation findet. Das liegt in meinen Augen auch daran, dass wir dieses Format nicht mit Prominenten aufziehen, sondern mit ganz gewöhnlichen Menschen von nebenan, mit denen sich alle identifizieren können. Und dabei wollen wir nicht signalisieren: so dürft ihr nicht sein. Sondern, wenn du unzufrieden bist, dann stehen wir bereit und helfen. 

Hat "The Biggest Loser" auch Sie verändert?

"The Biggest Loser" hat mich natürlich verändert. Ich denke, dass ich früher auch Vorurteile hatte: Dass Übergewichtige bequem sind. Aber das ist so einfach nicht. Es ist eine Sucht und muss als Erkrankung angesehen werden. Die Kandidat:innen stecken in einer Situation, aus der sie selbst kaum noch rauskommen. Ich bin viel nachsichtiger in dieser Hinsicht geworden. Wenn ich einen schwer übergewichtigen Menschen sehe, frage ich mich heute was dahintersteckt.

Wohingegen ich in einer Situation intoleranter geworden bin: Und das sind Eltern von Kleinkindern, die Übergewicht haben. Ich muss es so hart sagen, aber das ist in meinen Augen Körperverletzung. Weil diese Kinder keine Chance auf ein normales Leben haben und immer kämpfen müssen. Denn selbst wenn sie abnehmen, will der Körper immer wieder zurück zu seinen Ausgangsmaßen. Ein Dreijähriger kann nicht allein einkaufen und kochen. Das liegt ganz klar in der Verantwortung der Eltern!

"The Biggest Loser – Family Power Couples": Das große Finale sehen Sie am Montag, 4. Oktober 22:15 Uhr in Sat.1.

Verwendete Quellen: eigenes Interview

Gala


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