Tatort: Durchgedreht: So schwierig waren die Dreharbeiten

Der erste "Tatort" nach der Sommerpause überraschte mit einer düsteren Stimmung. Wie sehr färbte das auf die Stimmung der Schauspieler ab?

Der neue Kölner "Tatort: Durchgedreht" hinterlässt den Zuschauer mit einem mulmigen Gefühl. Zwei intakte Familien sind zerstört und vor allem die schwer traumatisierte Anna wird Jahre, wenn nicht ihr ganzes Leben, brauchen, um das Erlebte zu verarbeiten. Doch waren die Dreharbeiten für die Protagonisten und die Filmemacher ähnlich belastend?

Dietmar Bär (55, "Bang Boom Bang") spricht von einer Familientragödie, deren Ausmaß sich auch am Ende des Falls schwer ermessen und ertragen lasse: "So ging es mir schon bei der ersten Lektüre des Buches in der Vorbereitung." Ihn habe die Arbeitsweise von Regisseurin Dagmar Seume begeistert, die wunderbare Kollegen zusammengebracht habe, "die gerade in den hochsensiblen Familienszenen sehr überzeugen". Er sei sehr beeindruckt gewesen, als er den Film zum ersten Mal sah: "Ich bin sehr gespannt auf die Reaktionen der Zuschauer."

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Wie erging es der jungen Schauspielerin?

Regisseurin Seume erzählt über die Dreharbeiten, dass Julie-Helena, die die kleine Anna spielt, wunderbar das Trauma mit ihren Blicken darstellen konnte: "Beim Dreh ist sie in eine harmlose Phantasiewelt geschlüpft." Sie habe so spielerisch zum Ausdruck bringen können, was im Drehbuch steht. "Vor den grausamen Momenten, vor dem Krimi-Plot, haben wir sie geschützt", sagt Seume. Für sie sei der Dreh nur ein Spiel gewesen, das mit der Realität nichts zu tun hat.

Auch Klaus J. Behrendt (56, "Jakobs Bruder") äußerte sich zum neuen "Tatort", den vor allen Dingen die menschlichen Abgründe an der Geschichte zu interessieren scheinen: "Wie durchgedreht muss jemand sein, der eine Mutter und ihr Kind tötet - und trotzdem mit seinem Leben weitermacht, als sei nichts geschehen?" In diesem Film würden viele Normalität vorgaukeln, erst beim genaueren Hinsehen seien Risse in der Fassade zu entdecken.

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