Tatort: Auge um Auge: Lohnt sich das Einschalten?

In "Tatort: Auge um Auge" aus Dresden geht es einem Versicherungsboss an den Kragen. Darum ist der Krimi so sehenswert.

Die Dresdner Ermittlerinnen Sieland und Gorniak bekommen es im neuen "Tatort: Auge um Auge" (12.11., 20:15 Uhr, das Erste) mit dem Mord an einem Versicherungsboss zu tun. Wer ihn erschossen hat, erfahren die Zuschauer am Sonntag. Die Antworten zu den anderen beiden wichtigen Fragen - worum geht es und lohnt sich das Einschalten überhaupt? - lesen Sie hier.

Worum geht's im "Tatort: Auge um Auge"?

In der Versicherungsfirma ALVA wird der Abteilungsleiter Heiko Gebhardt am helllichten Tag vom gegenüberliegenden Gebäude aus erschossen. Ein Scharfschütze in Dresden? Die Ermittlerinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski, 35), Henni Sieland (Alwara Höfels, 35) und ihr Chef Schnabel (Martin Brambach, 50) befragen die Angestellten der Versicherung und finden sich in einem Geflecht aus Mitarbeiterintrigen, Mobbing und knallharter Firmenpolitik wieder. Doch auch unter den ALVA-Kunden stoßen Gorniak und Sieland auf Unzufriedenheit und zerstörte Existenzen...

Lohnt sich das Einschalten?

Auf jeden Fall. Erstens ist es vor allem für die weniger experimentierfreudigen Zuschauer endlich mal wieder ein ganz klassischer Whodunit-Krimi, mit einem Mord am Anfang, einer spannenden Tätersuche im Mittelteil und der Festnahme am Schluss. Alles andere als klassisch sind dagegen Kamera und Schnitt, die ein ums andere Mal überraschen.

Herrlich anzusehen sind auch die Schauspieler. Bis in die kleinste Nebenrolle schaffen sie es, ihren Figuren ordentlich Leben einzuhauchen. Hervorzuheben sind hier vor allem Arnd Klawitter (49, Til-Schweiger-"Tatorte") als abgebrühter Versicherungsmann Rainer Ellgast, Ramona Kunze-Libnow (*1957, "Charité") als Sekretärin vom alten Schlag Cordula Wernicke oder Leon Ullrich (34) als verliebter IT-Experte Ingo Mommsen.

Und das neue Ermittlerteam - Sieland, Gorniak und Schnabel lösen am Sonntag erst ihren vierten Fall - macht seine Sache ebenfalls sehr gut. Die Szenen, in denen Martin Brambach als politisch zu 100 Prozent unkorrekter Kommissariatsleiter an der modernen Technik und der Nach-Wendezeit gleich mit verzweifelt, sind genial gespielt und witzig und tragisch zugleich.

Apropos tragisch: "In guten wie in schlechten Zeiten - und jetzt sind halt mal die schlechten dran." Mit Sätzen wie diesen packen die Autoren Ralf Husmann (53, "Stromberg") und Peter Probst (59, "Tatort: Der Traum von der Au") jede Menge Tiefgang in den Krimi. Und der schwarze Humor kommt bei solchen Dialogen ebenfalls nicht zu kurz: "Man denkt immer, sterben ist was für andere." - "Meistens stimmt es ja auch."

Ein kleines bisschen mulmig werden könnte es allerdings allen Menschen, die beruflich mit Versicherungen zu tun haben. Alles in allem macht der Sender mit diesem Krimi dem Anspruch nach gesellschaftlicher Relevanz im "Tatort" alle Ehre!

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