Swiss Army Man: Daniel Radcliffe als Allzweck-Furzkissen

Selbst für Freunde des bizarren Kinos könnte Daniel Radcliffes neuer Streifen "Swiss Army Man" zu surreal sein

Wenn das Publikum während Robert Redfords renommiertem Sundance Film Festival in Scharen frühzeitig aus einem Film strömt, ist das nicht zwangsläufig ein schlechtes Zeichen. Es heißt nur, dass der betreffende Streifen stark polarisiert - und das kann im gerne sonderbaren Independent-Genre durchaus als Gütesiegel gewertet werden. Bei Dan Kwans und Daniel Scheinerts Regiedebüt "Swiss Army Man" kann man aber die rege Zuschauer-Migration aus dem Kinosaal schon nach wenigen Minuten des Films nachvollziehen. Stand- oder besser gesagt sitzhafte Cineasten erwartet ein rund 100-minütiger "What the Fuck"-Moment, der einen noch lange nach dem Abspann beschäftigen wird.

Gestrandet, verrückt oder einfach nur lebensmüde?

"Sturm der Liebe" | ARD

Léa Wegmann und Florian Frowein sind das neue Traumpaar

"Sturm der Liebe"-Traumpaar 2019/2020: Florian Frowein und Léa Wegmann
Das "Sturm der Liebe"-Traumpaar für die neue Staffel 16 steht fest: Florian Frowein alias Tim Degen und Léa Wegmann alias Franzi Kurmmbiegl stehen ab November 2019 im Mittelpunkt des Fürstenhofs. Das gab DAS ERSTE in einer Pressemitteilung bekannt.

Mit einer Schlinge um den Hals steht der gestrandete Hank (Paul Dano) an einem lächerlichen Stück Felsen, an den er offenbar vor geraumer Zeit angespült wurde. Er hält die Einsamkeit nicht mehr aus, will sich das Leben nehmen. Doch kurz bevor er den finalen Schritt von seinem improvisierten Galgen ins Nichts wagt, sieht er an der Küste jemanden liegen. Hat ihm der Kosmos wenige Sekunden vor dem Selbstmord einen Freund und damit ein Zeichen geschickt?

Schnell verflüchtigt sich jedoch Hanks Hoffnung, endlich einen Gefährten gefunden zu haben. Denn der Mann (Daniel Radcliffe) ist ganz offensichtlich mausetot und eignet sich daher nicht als Gesprächspartner... oder vielleicht doch? Der ständig unflätig furzende Leichnam Manny entpuppt sich in den Augen von Hank nämlich als (für einen Toten) gar nicht so wortkarges Multifunktions-Werkzeug. Und mit der Hilfe seiner brandneuen Schweizer-Armee-Leiche will er sich zurück in die Zivilisation und zu seiner großen Liebe kämpfen.

Traue niemals dem Erzähler

Autor Edgar Allen Poe zählt zu den Pionieren des "unzuverlässigen Erzählers", "American Psycho"-Schriftsteller Bret Easton Ellis perfektionierte das Stilmittel. Auch bei "Swiss Army Man" wird der Zuschauer bis kurz vor Schluss im Dunkeln darüber gelassen, ob es sich bei der sonderbaren Freundschaft zwischen Mann und Leiche um eine Wahnvorstellung oder vielleicht doch die Realität handelt. Das heißt, sollte man es überhaupt bis zum Ende aushalten...

Stellenweise nimmt "Swiss Army Man" eine derart ordinäre Absurdität an, dass selbst hartgesottene Genre-Fans daran zweifeln, ob die Groteske 100 Minuten des Lebens wert ist. Kostprobe gefällig? Das wild zuckende Gemächt des Toten dient Hank mitunter als Kompass, seine steten Flatulenzen als Raketenantrieb.

Harry Potter

Von damals bis heute

Harry Potter, damals-heute: 2000: Daniel Radcliffe verkörpert "Harry Potter" und verzaubert damit die Welt.
Harry Potter, damals-heute: 2004: Die Haare halblang sieht man Daniel Radcliffe bei der Premiere von "Harry Potter und der Gefan
Harry Potter, damals-heute: 2008: Noch etwas hagerer ist Daniel 2008.
Mit "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2" endet die Geschichte des Zauberers, die Daniel Radcliffe so berühmt machte.

64

Das Einzigartige an all dem ist, dass die Regisseure tatsächlich versuchen, Radcliffes "Wünschelrute" und seinen Blähungen einen philosophischen Touch zu verleihen. Noch verwunderlicher ist, dass sie es stellenweise sogar schaffen.

Setbilder

Stars bei Dreharbeiten

Die Dreharbeiten für die Casting-Show "American Idol" gehen weiter, und in Zeiten der Coronakrise stimmt Jury-Mitglied Katy Perry ihre Kostüme natürlich auf die derzeitige Situation ab.
Da staunen die Autofahrer in Los Angeles nicht schlecht, als Popstar Harry Styles vor ihnen singend über die Straße fliegt. Die Performance ist Teil der "Crosswalk The Musical"-Episoden des britischen Entertainers James Corden. Die prominenten Darsteller nutzen die roten Ampelphasen, um auf unterhaltsame Weise bekannte Stücke in Kurzform zum Besten zu geben. 
Jennifer Garner teilt auf Instagram ein Bid von den Dreharbeiten zu ihrem neuen Netflix-Projekt "Yes Day" an der Seite von Schauspielkollege Édgar Ramírez. Bei der Komödie geht es um einen Tag, bei denen alle Wünsche der Kinder mit "Ja" beantwortet werden. Das klingt unterhaltsam.
Sind Owen Wilson und Jennifer Lopez etwa das neue Glamour-Paar? Ja! Allerdings sind die beiden nur in ihrem aktuellen Film "Marry Me", zu dem gerade die Dreharbeiten laufen, glücklich liiert. Wenn man genau hinschaut, sieht man die Markierungen auf denen die Schauspieler platziert werden.

189

Visuell eine Wucht

Die Bildkomposition von "Swiss Army Man" ist wahrlich wunderschön. Man merkt, dass beide Filmemacher zuvor viel an Musikclips und Kurzfilmen gewerkelt und so ihre Bildsprache trainiert haben. Gerade deshalb ist es ärgerlich, dass einen die oben angesprochenen, infantilen Einschübe ein ums andere Mal herausreißen. Natürlich kann man ihnen eine tiefere Bedeutung beimessen, sollte es sogar. Nur dürfte schlichtweg die Bereitschaft dazu bei der breiten Masse an Zuschauern verschwindend gering sein - das war den Machern bei diesem Nischenfilm aber im Vornherein bewusst.

Auch schauspielerisch weiß der bis auf wenige Ausnahmen als Zwei-Mann-Theater konzipierte Film zu überzeugen. Gerade Dano als weltfremder und melancholischer Sonderling brilliert. In einer weiteren ungewöhnlichen Rolle, die ihn derzeit so zu reizen scheinen, tut es ihm Radcliffe gleich.

Wiiiilson!

Natürlich darf der Vergleich mit dem "Einsame Insel"-Klassiker schlechthin nicht fehlen: "Cast Away - Verschollen", von Spöttern gerne auch als längster "FedEx"-Werbespot der Welt verschrien. Tatsächlich erinnern darin Chuck Nolands (Tom Hanks) Konversationen mit seinem besten Freund, dem Volleyball Wilson, in "Swiss Army Man" an die Debatten mit Leichnam Manny. Nur, dass man darin den vermeintlich leblosen Gesprächspartner tatsächlich reden hört. Der Macht der Fantasie (oder des Wahnsinns) sei Dank...

Fazit:

Soll nach dieser Kritik niemand krakeelen, er sei nicht ausreichend auf "Swiss Army Man" vorbereitet worden. Der Film ist eine zwar wunderschön gedrehte, aber eben auch ungemein abgedrehte Metapher auf eine Depression. Oder doch nicht? Wer es bis zum Ende aushält, wird mit einem dicken Fragezeichen in die Nacht entlassen. Eines steht fest: Radcliffes neuer Streifen ist nur hartgesottenen Fans des absurden Kinos zu empfehlen.

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche