Steven Soderbergh: Viele Pläne ohne Filme

Regisseur Steven Soderbergh will keine Kinofilme mehr drehen, weil er einen Neustart braucht. Er hat aber dennoch einiges vor

Steven Soderbergh, 49, sehnt sich nach einem Neubeginn.

Der Regisseur ("Ocean's Eleven") machte mit "Side Effects - Tödliche Nebenwirkungen", der am 25. April in den deutschen Kinos anläuft, seinen vorläufig letzten Film. Dieser Rückzug aus dem Filmgeschäft hatte in der Öffentlichkeit für Aufruhr gesorgt, denn der Amerikaner ist mit seinen 49 Jahren noch ziemlich jung für einen Ruhestand. Aber der Oscar-Preisträger sucht neue Herausforderungen, wie er der "Berliner Zeitung" gestand: "Ich brauche einen echten Neustart. Ich bin an die Grenzen dessen gekommen, was ich jetzt und heute machen kann, mir bleibt nichts anderes als anzuhalten, alles niederzubrennen und wieder von vorn anzufangen. Ich weiß nicht, wie lange das dauern wird oder ob ein Neuanfang überhaupt möglich ist. In jedem Fall muss ich jetzt etwas Neues, anderes machen, um dieses Kino-Ding aus meinem System zu bekommen. Andere Filmregisseure verstehen das."

Steven Soderbergh wollte eigentlich keine große Sache aus seinem Rückzug aus Hollywood machen, aber da hatte er nicht mit seinem Freund Matt Damon gerechnet: "Das wäre ja alles viel diskreter abgelaufen, wenn Matt Damon das nicht in einem Interview thematisiert hätte. Ich habe eigentlich jahrelang gesagt, dass ich irgendwann einmal aus dem Filmgeschäft aussteigen würde. Das hat bis vor kurzem niemanden interessiert. Aber kaum spricht Matt das an, ist das eine Topmeldung", lachte der Filmemacher.

In den kommenden Jahren wird man ihn allerdings auch nicht am Strand herumlungern sehen, denn dafür hat der Star zu viele anderen Interessen, denen er sich widmen will: "Im Herbst will ich ein Bühnenstück inszenieren. Fotografie interessiert mich, Malerei. Es gibt mindestens ein Buchprojekt, das ich machen möchte, und eine zwölfstündige TV-Miniserie, "The Sot-Weed Factor". Oh, und ich will ein Kleopatra-Bühnenmusical realisieren", zählte er auf. Da kann also von Ruhestand keine Rede sein. Auf den Vorschlag der Reporter, dass er doch jetzt jungen Filmemachern zum Durchbruch verhelfen könne, schüttelte der Filmprofi allerdings den Kopf: "Wenn es um Geld geht, hat mein Name in Hollywood keinen Wert. Vielleicht könnte ich einem Projekt eine Art Qualitätssiegel geben oder verhindern, dass man einen Filmemacher über den Tisch zieht. Aber wenn es darum geht, ein Budget zusammenzubekommen, bin ich keine Hilfe. Dafür habe ich zu viele Filme gedreht oder produziert, die kein Geld gemacht haben", so Soderbergh.

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"Side Effects"

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