Star Trek Beyond: Im Weltraum warten Freunde und Feinde

Die Mission der Enterprise um Captain Kirk geht weiter. "Star Trek Beyond" unter neuer Regie mag einiges falsch machen, dafür aber auch vieles goldrichtig. Fanherzen dürfen jetzt laut pochen - Fanbeine ins Kino rennen

Star Trek - Beyond

"Star Trek" erhält mit "Stark Trek Beyond" Film 13 seiner Kultreihe und Teil drei des modernen Zyklus um Chris Pine, Zachary Quinto und Zoe Saldana. Der Vorgänger "Star Trek Into Darkness" fiel bei den eingefleischten Trekkies durch - der Druck auf das Filmteam war und ist also enorm. Hinzu kommt, dass Chekov-Darsteller Anton Yelchin am 19. Juni bei einem tragischen Unfall ums Leben kam. Es wird also sein letzter Auftritt sein, den wir hier zu sehen bekommen - und seine Rolle hat beträchtlich zugelegt.

Außerdem starb bereits 2015, aber auch im produktionszeitraum des Filmes, Ur-Spock Leonard Nimoy. Da ist es kaum verwunderlich, dass ein eindringlicher Appell zum Zusammenhalt den Film umgibt.

Chris Pine spielt Captain Kirk - und wird in "Star Trek - Bayond" richtig herausgefordert.

Die Story

Auf ihrer Forschungsmission gerät die Enterprise in einen gnadenlosen Hinterhalt. Unter Dauerbeschuss kann die Crew um Captain Kirk (Chris Pine) nur in letzter Sekunde auf fremdem Terrain notlanden. Doch statt in Sicherheit befindet sie sich plötzlich in einer scheinbar ausweglosen Situation. Getrennt voneinander, ohne Raumschiff und ohne Kontakt zur Außenwelt versuchen Kirk, Chekov (Anton Yelchin), Scotty (Simon Pegg), Spock (Zachary Quinto) und McCoy (Karl Urban) mit Hilfe von Jaylah (Sofia Boutella) den Kampf gegen einen mysteriösen und übermächtigen Feind namens Krall (Idris Elba) aufzunehmen...

Rasantes Tempo, Charme und Witz

"Star Trek Beyond" lässt dem Zuschauer kaum Gelegenheit für Verschnaufpausen. Es geht rasant zur Sache, was sicherlich an Regisseur Justin Lin liegen dürfte. Er ist Spezialist für Action und hat zuvor vier Filme der "Fast & Furious"-Reihe verfilmt, zuletzt "Fast & Furious 6". Für Langeweile ist kein Platz im Kinosessel, denn der Plot hechtet von einer Szene zur nächsten. Als störend könnte man dabei die unruhige Kameraführung empfinden. Oftmals hat man das Gefühl, nicht alle Details mitbekommen zu haben, da der Schauplatz zu schnell wieder verlegt wurde. Manchmal geht es einfach ein bisschen zu schnell. Doch nicht immer:

Anton Yelchin (†)

So geschockt reagieren die Stars

Anton Yelchins Tod bestürzt viele Stars und Kollegen.

Platz für Emotionen - und Komik

Die Kampfszenen wechseln sich mit ruhigen Momenten zwischen den Figuren ab. Den Beziehungen und Gefühlen der Charaktere wird viel zeit eingeräumt - das tut dem Film gut. Die Tatsache, dass Sulu (John Cho) mit männlichem Partner und Kind lebt, fügt sich dabei ohne großes Aufsehen ins Gesamtkonzept ein, auch wenn sie beim Bekanntwerden wenige Wochen vor Filmstart für heiße Diskussionen sorgte. Ein bisschen Normalität eben.

Was im Film nicht zu kurz kommt - und auch das ein Schritt nach vorn, schaut man auf "Into darkness": Situationskomik und Wortwitz. Es gibt viel zu lachen, vor allem beim Schlagabtausch zwischen Spock (Zachary Quinto) und McCoy (Karl Urban), mit dem er öfter als von beiden gewünscht als Team zusammengeschweißt ist. Auch Scotty (Simon Pegg) beansprucht wieder die Lachmuskeln.

Allerdings weist das Drehbuch, an dem unter anderen "Scotty" Simon Pegg saß, Schwächen auf. Denn die Haupthandlung um Bösewicht Krall (Idris Elba) wirkt ein wenig unausgereift. Seine Motivation wird in wenigen Sätzen abgefertigt. Und der ausdrucksstarke Charaktermime Elba ("Luther") wird hinter einer Maske versteckt. Vom großen Bösewicht hat man sich mehr erwartet.

Zachary Quinto spielt "Spock" - und entwickelt eine durchaus gefühlegie Seite in "Star Trek - Beyond"

Die Moral von der Geschichte

"Star Trek Beyond" konzentriert sich auf eine zentrale Aussage: Zusammenhalt ist das A und O. Jeder einzelne kann nur mit dem anderen funktionieren. Niemand wird zurückgelassen. Niemand geopfert. Jedes Leben zählt. Nur gemeinsam schafft man es, das Böse zu besiegen.

Dass die "Star Trek"-Familie nicht mehr komplett ist, ist jedem Fan schmerzlich bewusst. Leonard Nimoy ("Raumschiff Enterprise") starb am 27. Februar 2015, was auch in den Film integriert wurde, wie sei hier nicht verraten. Seiner wird im Abspann mit einem respektvollen "In Erinnerung an Leonard Nimoy" gedacht.

Doch vor allem der plötzliche Tod des noch jungen Anton Yelchin sitzt beim Zuschauen im Hinterkopf, vor allem wenn am Ende, vor dem Abspann, ein nach dem förmilicheren Nimoy-Gedanken fast innig wirkendes "Für Anton" auf der Leinwand erscheint. Sein Chekov wird im bereits angekündigten vierten Teil von Star Trek fehlen.

Fazit

Ob "Star Trek Beyond" die Trekkies versöhnen wird, bleibt abzuwarten. Ein Pflichtbesuch im Kino ist der Streifen für alle "Star Trek"-Fans auf jeden Fall. Ein Abend mit Freunden und hohem Unterhaltungswert ist gewiss.

"Star Trek Beyond" kommt am 21. Juli 2016 ins Kino.

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