Sonya Kraus im GALA-Interview : "Kinder sind ein großer Karriere-Killer"

Sonya Kraus moderiert die SAT.1-Ranking-Show "Die Unglaublichsten ...". Zum Start der zweiten Staffel hat sie mit GALA über ihre emotionalsten Momente, TV-Pannen, Beauty-OPs und den anstrengenden Familienalltag mit ihren zwei kleinen Jungs gesprochen.

Sonya Kraus moderiert ab 14. August immer mittwochs um 20:15 auf SAT.1 die Ranking-Show "Die Unglaublichsten".

Spätestens seit der ehemaligen Clipshow "Talk Talk Talk" ist Sonya Kraus, 46, nicht mehr aus der deutschen TV-Landschaft wegzudenken. Video-Clips sind scheinbar das Steckenpferd der Moderatorin. Denn auch in der zweiten Staffel von "Die Unglaublichsten ..." geht es in jeder Folge um 40 unglaubliche Momente im Video-Format. Zum Start der SAT.1-Rankingshow hat die Frankfurterin mit GALA gesprochen.

Sie bezeichnet sich gerne selbst als Quasselstrippe. Dass sie nicht nur viel reden, sondern auch schlagfertig sein kann, hat sie im Interview unter Beweis gestellt. Neben vielen witzigen Anekdoten, zeigt sich die Mutter von zwei Söhnen auch ungewohnt nachdenklich und verrät, wie sie sich nach dem Tod von Freundin Miriam Pielhau gefühlt hat.

GALA: In Ihrer neuen Ranking-Show "Die Unglaublichsten ..." geht es um unglaubliche Geschichten und emotionale Momente. Welches Ereignis hat Sie am meisten bewegt und wieso?
Sonya Kraus: Viele Frauen würden jetzt sagen: "Die Geburt meiner Kinder", aber ganz ehrlich: Da war ich mit Schreien beschäftigt. Ich würde sagen, es gibt einen Augenblick, an dem ich mich immer wieder hochziehen kann, meine Happy-Pille sozusagen, und zwar: der Sonnenuntergang. Dafür lasse ich auch gerne alles stehen und liegen.

Sie haben gesagt, dass Sie beim Vorab-Sichten der Clips angefangen haben zu weinen. Wann und wieso haben Sie unabhängig davon zum letzten Mal geweint?
Meine zwei Kinder haben achteinhalb Wochen Sommerferien, da war mir oft zum Weinen zumute (lacht, Anm. d. Red.). Aber aus ganz anderen Gründen. Nicht, weil ich so gerührt bin und sage: "Oh Gott, seid ihr süß", sondern weil ich mich darüber ärgere, dass die beiden sich schon wieder prügeln oder zehn Minuten nach dem Aufstehen das Kinderzimmer verwüstet haben (Sonya Kraus hat zwei Söhne im Grundschulalter, Anm. d. Red.).

Wegen welchem traurigen Moment kamen Ihnen zuletzt die Tränen?

Das letzte Mal wirklich geweint habe ich vor drei Jahren - wegen meiner großartigen Kollegin Miriam Pielhau.

Als mich die Nachricht von ihrem Tod ereilte, saß ich mit meiner Familie in einer Flughafen-Lounge in Amerika. Mein Mann bekam plötzlich einen ganz komischen Gesichtsausdruck. Er hat erst einmal gar nichts gesagt, weil er mir nicht die Ferien verderben wollte. Erst auf Nachfrage sagte er mir, dass Miriam gestorben sei. Da musste ich weinen.

Bei Ihrer TV-Sendung "Talk Talk Talk" wurden hingegen besonders lustige Talkshow-Momente gezeigt. Welcher Peinlichkeits-Moment brachte Sie am meisten zum Lachen?
Ich kann am besten über mich selbst lachen. Erst kürzlich ist mir wieder ein Klassiker passiert: Ich renne meinen Kindern hinterher und irgendwann merke ich, wie meine Mutter mit einem leichten Stöhnen hinter mir herläuft und mir rabiat am Kleid zupft. Fazit: Ich hatte mein Kleid in der Unterhose stecken - und zwar bis hoch zur Pobacke.

Hatten Sie vor der Kamera einen Moment, bei dem Sie am liebsten im Erdboden versunken wären?
Während der Live-Moderation bei einer Gala ist mir mal mein Kleid geplatzt und beim Glücksrad die Hose. Doch das waren Momente, die ich eher lustig fand. Peinlich war mir das nicht. Bei der Gala konnte ich jedoch nicht wirklich weiterreden, da ich so lachen musste und habe die Situation dann mit in meine Moderation eingebaut.

In drei Folgen präsentiert Sonya Kraus immer mittwochs die unglaublichsten "Wunder", "Aufreger"und "Hingucker".

In den vergangenen Jahren waren Sie weniger im Fernsehen zu sehen, sondern haben sich um Ihre beiden Kinder gekümmert. Wie schwer ist es, als Mutter wieder Arbeiten zu gehen?

Kinder sind doch ein großer Karriere-Killer und ich kann im Moment nicht sechs Tage am Stück weg sein.

Deswegen habe ich mir einen familienfreundlichen Job gesucht. Im HR-Fernsehen moderiere ich seit 2017 die Boulevardsendung "maintower" um 18 Uhr. Das können sich viele sicherlich nicht vorstellen, die mich als Quasselstrippe von "Talk Talk Talk" kennen. Da der Sender aber nur fünf Minuten von meiner Wohnung entfernt ist, kann ich mit meinen Kindern frühstücken und sie ins Bett bringen.

Wenn Ihre Kinder älter sind, können Sie sich dann vorstellen, wieder in Vollzeit zu arbeiten?
Ganz ehrlich: Ich weiß nicht, ob dann noch alle schreien: "Juhu!", wenn ich runzelig wie eine alte Baumrinde wieder beim Fernsehen anklopfe. Da muss man realistisch bleiben. Das Fernsehen ist ein visuelles Medium. Ob dann mein Typ noch gefragt ist, weiß ich nicht.

Haben Sie Angst vorm Altern?
Es gibt einen schönen Spruch, der mir bei diesem Thema einfällt: "Wer nicht alt werden will, muss früh sterben." Ich bin absolut furchtlos, was meine Fassade anbelangt. Aber ich habe natürlich Angst vor Krankheiten und ich habe Angst, irgendwann dement zu werden. Was mich viel mehr nervt, als Falten und schlaffe Haut am Po ist, dass ich jetzt eine Lesebrille brauche (lacht, Anm. d. Red.)!

In einer Folge von "Die Unglaublichsten" ging es mal um unglaubliche Vorher-Nachher-Sensationen. Bezogen auf Beauty-Eingriffe: Wie stehen Sie zu diesem Thema?
Ich bin da total offen:

Seit ich 35 Jahre alt bin, habe ich zweimal im Jahr ein Date mit der Dermatologin meines Vertrauens, die mir Botox in die Stirn spritzt.

Doch mehr lasse ich nicht machen. Wenn es um richtige Schönheits-OPs geht, muss ich an die Problematik mit den Krankenhauskeimen denken und bekomme Angst. Je älter ich werde, desto mehr Bedenken habe ich dahingehend.

Verletzen Sie Kommentare auf Instagram, wie: "Ein bisschen zu viel geliftet" oder Vorwürfe, dass sie unnatürlich und zu gebotoxt aussehen?
Erst einmal lache ich über solche Kommentare und dann fasse ich das als mega Kompliment auf (lacht, Anm. d. Red.). Wenn man mir als ungeliftete Frau sagt, dass ich geliftet aussehe, denke ich: "Super, Dankeschön!". Und wenn sich jemand aufregt, denke ich mir: "Was muss das für ein Mensch sein, der solche Kommentare schreibt." Man darf negativen Menschen keine Aufmerksamkeit schenken, denn darum geht es denen ja.

Verwendete Quellen: Eigene Recherche, Instagram

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