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Sonsee Neu "Ich mag die Herausforderung"

Sonsee Neu
Sonsee Neu
© Action Press
Sie kann auch anders: Bekannt als sympathische, aber stets genervte Pastewka-Freundin in der gleichnamigen Serie, hat Sonsee Neu nun erstmals in einem "Tatort" mitgespielt. Im Interview mit "Gala.de" sprach sie über Krimis, Komödien und Kindererziehung

"Das ist doch die Freundin von Bastian Pastewka", denken viele, wenn sie Sonsee Neu, 39, auf der Straße oder Fotos sehen. Seit fast acht Jahren spielt die Schauspielerin mit dem extravaganten Namen (Ihre Mutter benannte sie nach einem Filmcharakter aus dem Western "Der gebrochene Pfeil") in der Serie "Pastewka" die stets etwas grummelige Partnerin des Comedians. Ihre Paraderolle - doch Neu kann nicht nur Komödien. Nach ihrer Schauspielausbildung in den USA spielte sie in einer Folge von "Emergency Room" mit, drehte wenig später sogar an der Seite von Chloë Sevigny und Kate Beckinsale den Film "The Last Days of Disco".

Mittlerweile lebt sie mit ihrem Mann und zwei Kindern (geboren 2003 und 2006) wieder in Deutschland. Auch hier beweist sie immer wieder ihre Wandelbarkeit. Mal ist sie in seichten Rosamunde-Pilcher-Romanzen zu sehen, dann mimt sie eine toughe Richterin in "Keinohrhasen". Am Ostermontag (1. April) ist sie nun im Münchner Tatort "Macht und Ohmacht" zu sehen - und die Polizeiuniform steht ihr auch nicht schlecht.

Sie spielen im "Tatort" die Polizistin "Iris Bülow", die in einen Gewissenskonflikt gerät. In einer Szene sagt sie: "Ich bin aufgewacht, und habe mich nicht mehr als Polizist gefühlt". Kennen Sie so etwas als Schauspielerin auch?

Eigentlich ganz oft. Das ist ja etwas paradox an meinem Beruf. Man ist so weisungsgebunden. Jeder sagt einem, was zu tun ist: wie man den Text zu sagen hat, was man anhat, wie man steht oder wie man seinen Kopf bewegen darf. Dass man es in diesem Rahmen noch schafft, gewisse Sachen rüber zubringen und für sich zu erforschen, das ist dann das Tolle.

Der Krimi trägt den Titel "Macht und Ohnmacht". Wann haben sie sich das letzte Mal ohnmächtig gefühlt?

Bei der Kindererziehung. Da komme ich am meisten an meine Grenzen.

Mit wem beraten sie sich dann?

Mit meinem Mann oder Erziehern. Richtig an meine Grenzen gekommen bin ich aber auch eher am Anfang, als frische Mutter. Mittlerweile ist das nicht mehr so.

Wie vereinbaren sie Privates, zum Beispiel ihre Pflichten als Mutter, mit dem Job?

Ich glaube, dass die Schauspielerei einer der besten Elternberufe sein kann, da man zum Beispiel schon mal hauptsächlich saisonal arbeitet und dann wieder ein paar Monate am Stück frei hat. Außerdem sind Freunde und Familie meistens in der Stadt, wenn wir mal Unterstützung brauchen. Ich frage mich eher, wie das andere Vollzeit arbeitende Eltern das machen.

Kommen ihre Kinder manchmal mit ans Set?

Das wollen sie gar nicht mehr. Das haben wir auch genug gemacht, gerade in der Anfangszeit. Jetzt ist das gar nicht mehr so spannend.

Im Münchner Tatort "Macht und Ohnmacht" spielt Sonsee Neu die Polizistin "Iris Bülow".
Im Münchner Tatort "Macht und Ohnmacht" spielt Sonsee Neu die Polizistin "Iris Bülow".
© BR

Apropos Set und Dreharbeiten. Machen sie eigentlich lieber Krimis oder Komödien?

Vielleicht Komödien. Weil das viel dezidierter ist - ich vergleiche das immer mit einem Orchester. Wo ganz klar jeder Ton stimmen muss, sonst merkt man, dass man daneben liegt. Beim Drama ist man viel in sich gekehrter und muss viel mehr aus sich holen. Ich finde das einfach körperlich anstrengender. Aber ich mag diese Herausforderung.

Werden Sie auf der Straße erkannt?

Ich merk‘s schon manchmal, aber es ist relativ entspannt. Manchmal werde ich dann gefragt: "Macht es dir eigentlich nichts aus, dass du so gar nicht erkannt wirst?" Und ich sage dann: "Nein im Gegenteil". Ich kann meinen Job als Schauspielerin ausüben, und habe trotzdem noch ein Privatleben.

Mit welcher ihrer Rollen verbinden die Leute Sie meistens?

Mit der "Anne Leifert" aus "Pastewka". Ab dem 3. April geht’s wieder los mit Dreharbeiten zu einer neuen Staffel.



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