"Sing meinen Song" 2020: Max Giesinger im Gala-Interview

Max Giesinger tauscht seine Songs bei "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert". GALA hat mit dem Sänger über seine größte Herausforderung und die aktuellen Sorgen in der Coronakrise gesprochen.

Er war sowohl Kandidat bei "The Voice of Germany", Coach bei "The Voice Kids" und Jurymitglied bei "The Masked Singer" - jetzt ist Max Giesinger, 31, auch noch Teilnehmer bei "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" (ab dem 5. Mai immer dienstags um 20:15 Uhr auf VOX). Was dort für den Sänger eine richtige Herausforderung darstellte und wie er die Coronakrise positiv für sich nutzt, erzählt Max im GALA-Interview.

Entschleunigung in der Coronakrise

GALA: Wie geht es dir in der aktuellen Coronakrise?

Giesinger: Ich beobachte mit Sorge, welche Auswirkungen die Krise auf meine Branche hat. Meine ganze Crew und meine Musiker leben von diesen Konzerten, die jetzt ausfallen. Das ist natürlich sehr hart. Wer weiß, wie lange das noch so weitergeht. Ich bin aber optimistisch gestimmt, dass alles bald wieder besser wird.

Machst du dir Sorgen um deine Familie?

Meine Eltern sind 60 und super fit. Um die mache ich mir momentan keine großen Sorgen. Die mache ich mir eher um meine Omas und Opas. Die eine Oma wird jetzt bald 90. Der darf ich jetzt leider erst mal nicht mehr zu Nahe kommen.

Wie verbringst du deine Zeit aktuell?

Ich nutze diese Zeit der auferlegten Entschleunigung positiv für mich. Ich war fast fünf Jahre lang nur unterwegs. Jetzt wird mir eine Zwangspause auferlegt. Die wollte ich eigentlich nächstes Jahr machen, aber jetzt ziehe ich sie eben vor. Ich merke das erste Mal nach sehr langer Zeit, dass ich endlich mal wieder so richtig runterkomme. Dadurch, dass man gar keine andere Wahl hat, kann man auch nichts großartiges da draußen verpassen. Keine Party, keine Festivals. Nein, man hat einfach zuhause zu sein und das entschleunigt mich gerade immens. Ich hab plötzlich Zeit für die Dinge, die ich immer mit Ausreden in eine ferne Zukunft geschoben hatte.

Trotzdem werden wir alle danach wieder wissen, was es bedeutet, frei zu sein. Und ich merke, ich komme mit wenig aus. Vor allem merke ich, dass ich mit mir selbst auskomme und das gibt mir ein gutes Gefühl.

Trotz allem hab ich noch einiges zu tun. In den ersten paar Corona-Wochen hab ich z.B das "Wir bleiben zuhause"-Festival auf Instagram mitorganisiert und parallel probiere ich mich am Kochen.

Apropos Kochen: Wie läuft’s? Ich habe gehört, nicht so gut.

Es wird von Tag zu Tag besser. Aber ich verhaue wirklich die einfachsten Dinge. Beim zweiten "Wir bleiben zuhause"-Festival habe ich die Leute nach ein paar einfachen Rezepten gefragt. Danach hab ich bestimmt an die 5000 Rezepte von Fans zugeschickt bekommen. Im Sekundentakt kamen die Rezepte rein. Die ersten habe ich noch gescreenshotet, aber dann hörte es einfach nicht mehr auf. Ich werde mein ganzes Leben lang verschiedene Pasta-Gerichte kochen können, das wird nie langweilig (lacht).

Max Giesinger bei "Sing meinen Song"

Langweilig wird es bei dir auch beruflich nie. Jetzt bist du bei "Sing meinen Song" dabei. War für dich die Entscheidung gleich klar, dass du mitmachen willst?

Es war für mich schon lange ein großer Traum, da mitzumachen. Mir macht es einfach Spaß, mich mit Songs zu beschäftigen, mich dem Material von anderen Künstlern anzunehmen und zu schauen, was ich daraus basteln kann. Als Musiker ist es meiner Meinung nach mit die beste Fernseh-Erfahrung, die man machen kann. Man rutscht nicht mal eben die Promo-Rutsche runter und erzählt ein paar Sätze zur neuen Single, sondern man geht thematisch viel tiefer.

Natürlich hatte ich aber auch ein paar Bedenken, dass ich vor diesen ganzen Profis abliefern muss. Aber als es dann losging - mein Abend war der erste - hat Michael Patrick Kelly mir sofort ein gutes Gefühl gegeben. Man vergisst innerhalb von fünf Minuten die Kameras. Dadurch entsteht dieses natürliche Feeling, das auch die Zuschauer zu schätzen wissen.

Was war für dich die größte Herausforderung bei "Sing meinen Song"?

Cool zu bleiben (lacht). Diese Situation gab es zuvor ja noch nie. Dass man vor Profis performt und die jeden schiefen Ton hören. Aber am Ende war es so entspannt, dass man über Texthänger lachen konnte. Musikalisch war es vor allem der Rap. Ich hab mich da tatsächlich aus meiner Komfortzone rausgewagt und versucht zu rappen. Vor einem richtigen Rapper wie MoTrip, der das seit Jahren macht, abzuliefern, war die größte Herausforderung.

Alte und neue Musik

MoTrip war auch an deiner Single "Nie besser als jetzt" beteiligt. Entstand diese Zusammenarbeit durch "Sing meinen Song"?

Max Giesinger und MoTrip

Nein, das war Zufall. Ich habe MoTrip letztes Jahr im September, Oktober eine Anfrage über Instagram geschickt und ihn gefragt, ob er Interesse hat. Da war es aber noch gar nicht bekannt, dass wir beide bei "Sing meinen Song" mitmachen würden. Als es dann feststand, haben wir uns bei einem ersten Treffen mit den Künstlern kennengelernt. Die Nachricht bei Instagram hatte er nicht gelesen. Ich habe mich aber nicht getraut, ihn anzuquatschen, das erschien mir zu aufdringlich (lacht). Ein paar Stunden danach hat er meine Nachricht gesehen und direkt darauf reagiert.

Wann gibt es wieder neue Musik von dir?

Ich veröffentliche bald mein Studioalbum "Die Reise" als Akustik-Version. Das ist ein Traum, den ich mir schon lange erfüllen wollte. Bald gehe ich auch wieder ins Studio. Ich hab echt Bock, wieder zu schreiben. Die Batterien sind aufgeladen.

Verwendete Quellen: eigenes Interview

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