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"Sing meinen Song" MoTrip im privaten GALA-Interview

MoTrip
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© TVNOW / Markus Hertrich
MoTrip spricht im GALA-Interview über sein großes Familienglück und die Kritik, als Rapper bei "Sing meinen Song" teilzunehmen.

Er ist wohl der Künstler bei "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert", der bei den anderen prominenten Teilnehmern für den größten Respekt sorgt: MoTrip, 32. Nicht aber, weil der Rapper etwa ein böser Junge ist, der seinen Konkurrenten ganz klischeehaft das Fürchten lehrt - nein, vielmehr geht es um das Genre Rap, das bei Ilse DeLange, Max Giesinger, Lea, Nico Santos, Jan Plewka und Gastgeber Michael Patrick Kelly für Unsicherheit sorgt. Übrigens: Paddy Kelly bezeichnet MoTrip als einen der höflichsten Menschen, denen er je begegnet ist. Also von wegen böser Untergrund-Rapper.

Warum er alles andere als das ist, wird durch seine Statements im GALA-Interview deutlich, in dem MoTrip überraschend emotional über seine Kinder und die Liebe seines Lebens spricht.

Familiäre Routine in der Coronakrise

Gala: Wie geht es Ihnen und Ihrer Familie in der aktuellen Situation mit der Coronakrise?

MoTrip: Wir versuchen, das Beste daraus zu machen und das positiv zu sehen. Ich bin gerade viel zu Hause, gehe nur zum Einkaufen vor die Tür, verbringe aber auch dementsprechend viel Zeit mit der Familie. Ich habe deutlich mehr Zeit als vorher, um mit meinem Sohn zu basteln, zu singen oder mit ihm im Garten zu spielen. Wir werden gerade zu unserem Glück gezwungen, füreinander da zu sein, füreinander einzustehen. Wir stehen vor einer Herausforderung, die keinen Unterschied vor dem kulturellen Hintergrund, dem Heimatland oder der Glaubensrichtung macht. Wir werden alle gleich gefordert.

Wie sieht es beruflich aus?

Als Musiker lebt man davon, viel unterwegs zu sein. Man gibt Konzerte, steht in direktem Kontakt mit dem Zuschauer, arbeitet im Studio - all das findet momentan nicht statt. Stattdessen habe ich mir gerade privat eine Routine aufgebaut. Morgens mache ich Sport und halte mich fit. Nachmittags beantworte ich Emails oder mache Musik. Aber das ist natürlich alles sehr eingeschränkt.

Wie machen Sie und Ihre Frau die momentane Situation Ihren Kindern verständlich?

Am Anfang war ich hin- und hergerissen. Soll ich so tun, als gebe es da Virus gar nicht oder ihnen alles erzählen? Ich habe mich für die Mitte entschieden. Meine Tochter ist acht Monate alt, die versteht das natürlich noch nicht.

Aber mein Sohn ist dreieinhalb und der weiß durchaus, dass etwas anders ist. Ich erkläre ihm nicht jedes Detail, aber er fragt viel nach. "Papa, wann geht es wieder in den Kindergarten? Warum dürfen wir nicht auf den Spielplatz?" und traurigerweise auch "Papa, ich habe nächsten Monat Geburtstag. Wie soll ich meine Freunde einladen?"

Das bricht mir das Herz, ihm erklären zu müssen, dass wir vor einer Herausforderung stehen. Aber er hat mit seinen drei Jahren sogar schon verstanden, dass wir auf den Opa aufpassen müssen und ihn deswegen nicht besuchen und umarmen können, um ihn nicht zu gefährden.

Privates Glück als Zweifach-Papa

Wie fühlt es sich an, jetzt zweifacher Vater zu sein?

Man denkt schon beim ersten Kind "wo kommt all die Liebe her? Vielmehr geht ja gar nicht" und plötzlich merkt man beim zweiten Kind, dass man so viel Liebe noch mal in sich trägt. Entgegen unserer Erwartung, dass meine Frau und ich jetzt gar keine Zeit mehr füreinander haben und das totale Chaos ausbricht, ist das Gegenteil passiert. Meine Tochter ist ein Engel, sie ist der Segen der Familie und hat viel Ruhe in die Familie gebracht. Wir schlafen durch. Unser Sohn geht vollkommen in der Rolle des großen Bruders auf.

Meine Frau und mich verbindet eine lange, gemeinsame Geschichte. Wir kennen uns seit der Schule und sind relativ jung zusammengekommen, sie war meine erste große Liebe. Heute sind wir immer noch bzw. wieder zusammen und Eltern von zwei Kindern. Besser hätte man das Drehbuch nicht schreiben können.

Sie zeigen Ihre Familie auf Instagram. Machen Sie sich darüber Gedanken, wie viel und was genau?

Wenn es nach meinem Gefühl geht, würde ich meine Kinder jeden Tag in die Kamera halten, weil ich so stolz bin. Man will sein größtes Glück mit allen teilen, will sich aber auch ein Stück Privatsphäre bewahren. Es ist ein schmaler Grat. Ich möchte meine Familie auch nicht für ein paar Klicks verkaufen. Man sieht meine Kinder kein einziges Mal von vorne, diese Entscheidung möchte ich ihnen gerne selbst überlassen.

Meine Frau wird sogar schon angesprochen oder angeschrieben. Der Kindergarten von meinem Sohn weiß auch schon Bescheid, aber ich bin kein Freund davon, eine Sonderrolle einzunehmen. Ich bin ja jetzt auch kein Weltstar wie Leonardo DiCaprio oder so (lacht).

Kritik aus der Rapper-Szene

Kommen wir zu "Sing meinen Song": Wie einfach fiel Ihnen die Entscheidung, bei der TV-Sendung mitzumachen? Als Rapper bekommt man sicherlich viel Kritik.

Tatsächlich raten einem viele Menschen davon ab, Rap und Fernsehen miteinander zu verbinden, da sich Fernsehen ja immer vermeintlich über Rap lustig macht. Aber ich habe schon früh die gegenteilige Erfahrung gemacht. Ich war damals bei "Cover my Song" und diese Sendung hat mein Leben verändert. Einen Tag nach der Ausstrahlung haben viele Labels bei mir angerufen und wollten mit mir arbeiten.

MoTrip bei "Sing meinen Song"
MoTrip bei "Sing meinen Song"
© TVNOW / Markus Hertrich

Also machen Sie sich keine Gedanken über negative Kommentare?

Ich stehe mit beiden Beinen in der Realität. Ein Kompliment lässt mich nicht abheben, ein negativer Kommentar reißt mich aber auch nicht zu Boden. Ich finde es ganz wichtig, sich nicht von dem Kommentar eines Fremden steuern zu lassen. Ich muss mich damit wohlfühlen und mein direktes Umfeld. Alles andere ist für mich nicht von großer Relevanz. Was habe ich davon, wenn irgendjemand da draußen zufrieden mit mir ist, aber ich selber bin nicht mit mir zufrieden? Als ich damals einen Song mit Matthias Schweighöfer gemacht habe, oder zuletzt einen Song mit Max Giesinger, gab es auch Kommentare.

Ich weiß, dass meine Teilnahme bei "Sing meinen Song" für den ein oder anderen verkehrt wirkt. Aber für mich ist es genau das Richtige.  Vor ein paar Jahren war ich in einer Phase meines Lebens, in der ich mich gefragt habe, ob ich lauter, aggressiver und böser sein muss, um gehört zu werden. Weil ich das Gefühl hatte, dass nur die bösen Rapper gehört werden. Aber genau in dieser Phase entstand mein erfolgreichster Song "So wie du bist" und der handelt davon, sich zu trauen, man selbst zu sein. Dass dieser Song so viel Anklang gefunden hat, hat mich damals sehr beflügelt und mich in meiner Vorstellung bestärkt, das durchzuziehen, was man empfindet.

Werden wir Sie beim Song-Tausch auch singen hören oder nur rappen?

Ich bin dort hingeflogen mit der Sorge, dass ich vor all diesen tollen Kollegen singen muss. Ich war aber schon immer sehr Melody-afin. Also habe ich nicht alle Songs neu arrangiert und gerappt, sondern mich auch getraut, zu singen. Beides hat sehr viel Spaß gemacht. Die viel größere Herausforderung war es hingegen für meine Kollegen, meine Rap-Songs mit dem vielen Text in eine singbare Version zu übertragen (lacht). Am Ende sind wir uns aber mit ganz viel Würde begegnet, uns aber trotzdem treu geblieben.

Verwendete Quellen:eigenes Interview

Gala

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