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"Sing meinen Song" Michael Patrick Kelly im GALA-Interview

Michael Patrick Kelly
© TVNOW / Markus Hertrich
Michael Patrick Kelly ist zum zweiten Mal Gastgeber bei "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert". Im GALA-Interview erzählt der Musiker von seiner Beziehung zu der Show und von einem ganz besonderen, aber auch etwas brutalem Moment während der Dreharbeiten.

Zum zweiten Mal lädt Michael Patrick Kelly als Gastgeber von "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" nach Südafrika ein. Seine diesjährigen Gäste: Max GiesingerNico Santos, Lea, Rapper MoTrip, "Selig"-Sänger Jan Plewka und die niederländische "The Common Linnets"-Sängerin Ilse DeLange. Ob Paddy Mitspracherecht bei der Auswahl der Künstler hat, warum die aktuelle Staffel so besonders ist und wie es dazu kam, dass er während des Drehs eine Gitarre kaputtschlug, erzählt er im Interview mit GALA.

GALA: Sie sind nun zum zweiten Mal Gastgeber. Fühlt sich "Sing meinen Song" mittlerweile wie Ihre eigene Sendung an?

Michael Patrick Kelly: 2017 war ich als Gast zum ersten Mal dabei - da habe ich mich in "Sing meinen Song" verliebt. 2019 war ich dann Gastgeber - das war wie eine Verlobung. Und jetzt 2020 ist es so, als führe man eine ernste Beziehung (lacht).

Das heißt, nächstes Jahr folgt dann die Hochzeit?

Wir schauen mal (lacht). Aber es fühlt sich einfach alles sehr vertraut an. Ich war in diesem Jahr auf jeden Fall viel entspannter als im letzten Jahr. Ich kannte die Aufgabe, den Ort und das Team. Das einzig Neue waren die Künstler. Trotzdem entsteht bei dieser Show nie eine Routine. Man gewöhnt sich nie an das Tauschen der Songs, das ist einmalig und immer wieder anders. Jeder Künstler bringt seine eigene Lebensgeschichte und die Stories hinter den einzelnen Songs mit. 

Warum war diese Staffel besonders?

Meistens braucht es ein paar Abende, bis man warm wird und man sich nicht mehr so zurückhält. Dieses Mal haben aber schon am ersten Abend von Max Giesinger alle sofort miteinander geredet. Ab und zu musste ich die Künstler sogar ein bisschen bremsen, weil zu viel gequatscht wurde und wir zum nächsten Song kommen mussten (lacht).

Können Sie als Gastgeber auch mitreden, was die Wahl der Künstler betrifft?

Wir entscheiden natürlich im Team. Aber klar, als Gastgeber habe ich auch eine Stimme und kann meine Wünsche äußern. Ein paar dieser Wünsche sind auch in Erfüllung gegangen. Es hat mich zum Beispiel sehr gefreut, dass Ilse DeLange als erfolgreichste, europäische Country-Sängerin dabei war. Auch, wenn sie in Deutschland bereits Hits hatte, haben die Deutschen sie noch nicht so richtig auf dem Schirm. Bei "Sing meinen Song" gibt es ja oftmals so eine Art Underdog. Ich glaube, viele werden sich in sie verlieben.

Was war für Sie dieses Mal die größte Herausforderung?

Definitiv auf Deutsch zu rappen. Als Jugendlicher habe ich mal ein bisschen auf Englisch gerappt, aber das war nur für mich privat. Jetzt auf Deutsch, das war schon nicht einfach. Ich habe mir dafür Tipps von Moses Pelham geholt, er hat mich ein bisschen gecoacht.

Ich habe von MoTrip den Song "Embryo" gewählt. Darin behandelt er ein Tabu, einen Schwangerschaftsabbruch. In dem Song bereut er sein Verhalten. Der Song beginnt aus der Perspektive des Kindes und geht dann weiter aus der Perspektive des Vaters.

Michael Patrick Kelly und MoTrip bei "Sing meinen Song"
Michael Patrick Kelly und MoTrip bei "Sing meinen Song"
© TVNOW / Markus Hertrich

Es war sehr mutig von Mo, über dieses Thema einen Song zu schreiben und diesen auch zu veröffentlichen. Als ich ihn performt habe, hat ihn das sehr bewegt. Er meinte, ich hätte einen Heilungsprozess bei ihm ausgelöst. Schmerz kann auch was Positives hervorrufen.

Welche besonderen Momente haben Sie sonst während der Staffel erlebt? Bei dem Song "Feuer und Wasser" von Selig habe ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Gitarre zerschlagen.

Wie bitte? Warum das denn?

In dem Song geht es darum, wie unverantwortlich wie wir mit dem Planeten und mit unseren Mitmenschen umgehen. Es hatte eine symbolische Bedeutung, ich wollte mit der negativen Handlung etwas Positives bewirken und den Appell im Songtext stärker betonen. 

War das etwas, was Sie schon immer mal machen wollten?

Na ja, eigentlich nicht. Ich habe jetzt nicht zwingend Spaß daran, eine Gitarre zu zerschlagen. Im Gegenteil, das habe ich noch nie getan. In meiner ersten Gitarrenstunde hat mir der Lehrer beigebracht, wie man sein Instrument pflegt. Eine Gitarre kaputt zu machen, geht total gegen meine Ethik.

Michael Patrick Kelly auf der Bühne von "Sing meinen Song"
Michael Patrick Kelly auf der Bühne von "Sing meinen Song"
© TVNOW / Markus Hertrich

Ich habe mir daher die billigste Gitarre bestellt, die ich finden konnte und habe sie während der Performance zerschlagen. Und was ist passiert? Der Rockstar schlechthin Jan Plewka war total geschockt und hat versucht, mich davon abzubringen, diese Gitarre zu zerschlagen. Früher hat der noch viel verrücktere Dinge auf der Bühne gemacht. Aber da sieht man mal, wie sich Menschen verändern. Ich bitte aber darum, dass die Kinder das zuhause nicht nachmachen (lacht).

Sie und die anderen Künstler hatten großes Glück. Die Reise für "Sing meinen Song" nach Südafrika konnte noch stattfinden. Mittlerweile hätten Sie wegen der Coronakrise nicht mehr reisen können.

Ja, das stimmt. Nach "Sing meinen Song" war ich noch für zwei Wochen in Südafrika unterwegs, habe dort Bäume gepflanzt, ein Charity-Projekt besucht und Dreharbeiten für meine neue Single "Beautiful Madness" gehabt. Der Song wird auch der Titelsong von "Sing meinen Song" sein. Ein bisschen Urlaub konnte ich auch noch machen.

Dann habe ich zum Glück noch einen Flug zurück nach Deutschland bekommen. Die meisten Flüge waren da schon abgesagt. Als ich dann in Bayern - wo ich wohne - ankam, musste ich meinen Meldeschein vorzeigen, denn ich habe ja eigentlich einen irischen Pass.

Wie kommen Sie sonst mit der momentanen Krise klar?

Ich komme gut klar, weil ich immer sehr viel unterwegs bin und es deswegen genieße, auch mal für längere Zeit zuhause zu sein. Ich nutze auch die Zeit, um wieder Kontakt zu Leuten aufzubauen, von denen ich länger nichts gehört habe. Ich hoffe, dass wir nach der Coronakrise das Selbstverständliche mehr zu schätzen wissen.

Verwendete Quellen: eigenes Interview

Gala

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