"Sing meinen Song": Lea im GALA-Interview

Lea überzeugt mit ihrer besonders gefühlvollen Art auch bei "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert". Welche schmerzhaften Prozesse die Sängerin beim Song-Schreiben durchmacht, gibt sie im GALA-Interview preis.

LEA

Mit ihrer zarten und ausdrucksstarken Stimme begeisterte Lea schon bei Songs mit Capital Bra, Gestört aber GeiL und Schauspieler Aaron Hilmer aber auch mit jeder Menge Solo-Platten. Aktuell ist sie Teilnehmerin bei "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert".

Im GALA-Interview erzählt sie davon, wie schmerzhaft der Prozess des Song-Schreibens oft ist und warum sie ihr Privatleben unbedingt aus der Öffentlichkeit raushalten will.

Gala: Ich habe gehört, Sie singen in Zeiten von Corona Ihr neues Album zuhause unter der Bettdecke ein?

LEA: Ja, ich wollte mein Album nicht verspätet veröffentlichen. Wie viele andere bin ich momentan aber überwiegend zuhause. Deshalb habe ich mir eine Bettdecke über den Kopf gezogen und dort die Songs aufgenommen. Ich wohne im Altbau und deswegen hallen meine Wände sehr stark. Ich habe zwar ein gutes Mikrofon, aber leider keinen guten Raum. Deswegen musste ich etwas improvisieren.

Was können wir von Ihrem neuen Album "Treppenhaus" erwarten?

Lea bei "Sing meinen Song"

"Treppenhaus" wird wieder ein sehr persönliches Album, wie alle meine Alben. Natürlich wird sich wieder viel um die Liebe drehen. Über die Liebe kann man einfach nie genug erzählen. Songwriting ist für mich ein Prozess der Gedankenverarbeitung, meiner Erlebnisse, meiner Gefühle.

Es geht aber auch sehr viel um meine Familie, meine Schwester, meine Eltern. Und um meine Selbstreflexion. Diese Songs sind für mich am heftigsten. Weil ich mich dadurch verletzbar und angreifbar mache. Ich finde es aber ganz wichtig, diese Songs trotzdem zu schreiben und aufzunehmen. Es nicht zu tun, nur weil man Angst hat, sich verletzbar zu machen, finde ich falsch. Ich mache mich lieber angreifbar und riskiere diese Verletzbarkeit als dass ich den Menschen nicht die Botschaften übermitteln kann, dir mir wichtig sind. Ich lasse die Menschen sehr nah an mich ran. Aber sich zu schützen, indem man Themen ausspart, macht die Musik kühl.

Oft schreiben mir Menschen, dass sie genau dasselbe empfinden und meine Worte so gut auf ihr Leben passen. Das berührt mich sehr und zeigt mir, dass wir nicht alleine mit unseren Gefühlen sind und ich mit meiner Musik was auslöse.

Während Sie in der Musik also keine Grenzen aufstellen möchten, halten Sie sonst Ihr Privatleben aus der Öffentlichkeit raus, richtig?

Ja, ich spreche in Interviews nicht über Privates. Außerdem achte ich auch sehr im Social-Media-Bereich auf Grenzen. Diesen Schutzraum brauche ich, um auch mal abzuschalten. Social Media ist Segen und Fluch zugleich. Ein Segen, weil man einen wunderbaren Kontakt zu den Fans aufbaut. Ein Fluch, weil man bei zu viel Social Media das Gefühl bekommt, das eigene Leben wäre schlechter als das der anderen. Social Media kann sehr stark beeinflussen.

Ich passe darauf auf, dass ich nicht zu sehr in diesen Strudel der perfekten Selbstinszenierung gerate. Ich habe mir eine 15-Minuten-Sperre bei Instagram eingebaut. Die überschreite ich zwar auch oft, aber zumindest weiß ich in dem Moment, dass ich langsam aufhören sollte.

Kommen wir zu "Sing meinen Song": War Ihnen sofort klar, dass Sie dabei sein wollen?

Lea, Ilse DeLange, Michael Patrick Kelly, Jan Plewka, Nico Santos, Max Giesinger und MoTrip bei "Sing meinen Song" 2020

Ja, weil es ein ganz besonderes Format ist. Es lässt unglaublich viel zu, man kann eine Menge mitbestimmen und das ist im deutschen Fernsehen nicht oft der Fall. Die Sendung ist eben auch deswegen so besonders, weil niemand so recht weiß, was passieren wird. Alle sind darauf angewiesen, dass sich der Andere ein Stück weit öffnet und wir die Sendung zusammen erarbeiten.

Eine weitere Besonderheit ist, dass uns Künstlern Zeit gegeben wird, tiefer zu gehen. Auch das ist für eine Fernsehsendung sehr ungewöhnlich. Wir haben viele Tage miteinander verbracht und uns gegenseitig kennengelernt. Das hat uns zusammengeschweißt und uns eine unglaublich emotionale Zeit beschert. 

Was war für Sie die größte Herausforderung bei "Sing meinen Song"?

Die unterschiedlichen Genres, in denen ich nicht zu Hause bin. Aber genau das ist ja das Schöne an der Sendung. Dass man nicht immer nur in seinem eigenen kleinen Teich schwimmt, sondern sich ganz gezielt mit anderen Genres auseinandersetzt. Deutsch-Rock von Jan Plewka, Rap von MoTrip, Country von Ilse DeLange - es ist sehr spannend, sich auszuprobieren. Für mich war auf jeden Fall MoTrips Song die größte Herausforderung.

Haben Sie auch gerappt?

Ich habe es ein bisschen probiert, aber es war mir dann ein zu großes Experiment und ich habe den Song ein bisschen umgeschrieben, um ihn singen zu können. Ich werde vielleicht MoTrip mal privat was vorrappen, aber nicht im Fernsehen (lacht).

Verwendete Quellen: eigenes Interview

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