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"Sing meinen Song" Jan Plewka im Gala-Interview

Jan Plewka
Jan Plewka
© TVNOW / Markus Hertrich
"Selig"-Sänger Jan Plewka spricht im Gala-Interview über die größte Herausforderung bei "Sing meinen Song" und wie positiv er die Coronakrise für sich und seine Familie nutzt.

Wem der Name Jan Plewka, 49, nichts sagt, hat seine Teenager-Jahre wohl nicht in den 1990er Jahren verbracht. In dieser Zeit kam man nämlich nicht an seiner Band "Selig" vorbei, die mit Songs wie "Sie hat geschrien", "Wenn ich wollte" und vor allem "Ohne dich" durch Deutschland rockten.

Jetzt ist "Selig"-Sänger Jan Plewka bei der VOX-Sendung "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" dabei und tauscht seine Songs mit Künstlern wie Michael Patrick Kelly, 42, und Nico Santos, 27.

Im Gala-Interview plaudert der Norddeutsche über Sorgen in der Coronakrise, Familien-Zeit zuhause und seine geringen Fähigkeiten als Rapper.

Familien-Workout in der Coronakrise

Gala: Wie wirkt sich die Coronakrise aktuell sowohl privat als auch beruflich auf Ihr Leben aus?

Plewka: Privat hat sich bei uns bereits eine Routine eingestellt, das ist super. Wir treffen uns immer morgens um 8:30 Uhr mit der ganzen Familie vor dem Fernseher und absolvieren gemeinsam unser Workout - ein Familien-Workout. Tagsüber fahre ich mit meinem sechsjährigen Sohn durch die Gegend und wir halten an den schönsten Bäumen an, die wir sehen, und erzählen uns Geschichten. Abends um 18 Uhr gibt es dann ein gemeinsames Abendessen mit allen, anschließend spielen wir Gesellschaftsspiele wie "Mensch ärgere dich nicht". Das sind ganz tolle Tage und Schätze, die ich neu kennenlerne. Der Garten, das Klavier, Bücher, die schon lange im Schrank rumstehen und die ich schon immer mal lesen wollte.

Ich bin mein Leben lang immer unterwegs gewesen. Die Kinder kannten das gar nicht, dass ich so viel Zeit am Stück zu Hause bin. Ich habe das Privileg, drei Töchter, 23, 19, 16 und einen kleinen Sohn zu haben. Wenn man auf Tour ist, fragt man sich manchmal, ob man genug für seine Familie da ist. Jetzt habe ich die Chance, das alles aufzuholen.

Beruflich ist es so, dass wir mit der Band in engem Kontakt stehen und jede Woche miteinander skypen. Eigentlich sind wir ja auch gerade dabei, eine neue Platte zu schreiben, das kann man noch ganz gut von zu Hause aus organisieren. Dann hoffen wir sehr, dass wir im Juni zusammen ins Studio können. Aber die aktuelle Zeit diktiert die Inhalte der Platte schon ganz neu. Also, es wird eine andere Platte als wir dachten.

Tragische Situation für "Selig"

Sie mussten mit "Selig" Ihre Tour wegen der Coronakrise verschieben - ist Ihnen diese Entscheidung schwer gefallen?

Das ist so, als wenn man dem Maler seine Leinwand wegnimmt. Das ist eine tragische Situation für uns. Wir beten, dass der Spuk bald ein Ende nimmt. Aber die Entscheidung war ganz klar. Man kann nicht auf die Bühne gehen und über einem schwebt das Corona-Schwert.

Christian Neander, Jan Plewka, Stephan Eggert und Leo Schmidthals von der Band "Selig"
Christian Neander, Jan Plewka, Stephan Eggert und Leo Schmidthals von der Band "Selig"
© Picture Alliance

Trotzdem war ich selten so ruhig wie in diesen Tagen. Es ist ein Sog ins Hier und Jetzt. Es gibt irgendwie keine Zukunft und in gewisser Weise auch keine Vergangenheit mehr. Stattdessen schaut man sich an, was innerlich passiert. Das ist die einzige Möglichkeit, um ruhig zu bleiben. Wann kann es zurück auf die Bühne gehen? Ich glaube nicht mal daran, dass es im Sommer passiert.

Ihre Frau ist Schwedin. Beeinträchtigt die Coronakrise auch Ihre Verbindung zu dem Heimatland Ihrer Frau?

Wir haben ein Haus in Schweden, das meine Frau damals von ihrem Großvater geerbt hat. Dort haben wir schon viele Urlaube verbracht, doch momentan dürfen wir ja nicht dorthin. Aber bei uns zuhause ist Schweden sowieso allgegenwärtig. Wir reden viel schwedisch untereinander.

Klimaschutz bei "Sing meinen Song"

Kommen wir zu "Sing meinen Song": War die Entscheidung für Sie gleich klar, dass Sie mitmachen werden?

Es ist eine Riesen-Ehre, wenn man gefragt wird. Wenn man sich einmal die Liste ansieht, wer dort alles mitgemacht hat. Da war für mich gleich klar, dass ich auf jeden Fall zusage. Es war mit die schönste Zeit meines Lebens.

Das Einzige, worüber ich mir Gedanken gemacht habe, war der Langstreckenflug. Ich bin Umweltaktivist und musste mir deshalb überlegen, wie ich den Flug nach Südafrika mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Ich habe dann bei der gemeinnützigen Klimaschutzorganisation "Atmosfair" das von mir verursachte Co2 kompensiert. Man spendet einen Beitrag, der sich an dem getätigten Flug misst, wodurch Klimaschutzprojekte unterstützt werden. Paddy Kelly hatte zusätzlich die grandiose Idee, dass wir selbst ein Zeichen setzen und jeder einen Baum in Südafrika pflanzt. Jetzt stehen dort also sieben Bäume von uns sieben Künstlern.

Jan Plewka bei "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert"
Jan Plewka bei "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert"
© TVNOW / Markus Hertrich

Wie haben Ihre "Selig"-Kollegen reagiert? War das okay für die, dass nur Sie alleine teilnehmen?

Die haben mich bestärkt und mir gut zugesprochen, ich müsse das unbedingt machen. Unser Gitarrist Christian ist mitgeflogen. Stoppel und Leo sind zuhause geblieben, die hätten in Südafrika nicht viel zu tun gehabt. Und aus Co2-Gründen sind die dann nicht mitgekommen.

Sie haben noch zwei weitere Bands und waren auch als Solokünstler aktiv. Welche Songs werden wir bei "Sing meinen Song" hören?

Nur "Selig"-Lieder, aber eine bunte Mischung. Alles andere hätte wohl auch den Rahmen gesprengt.

Jan Plewkas schwächster Moment

Was war für Sie die größte Herausforderung bei "Sing meinen Song"?

Rappen. Das war mein schwächster Moment, das war wirklich sehr erbärmlich (lacht). Bisher hatte ich nicht wirklich eine Affinität zu dem Genre. Aber zwischen mir und MoTrip war es wie Liebe auf den ersten Blick. Er hat mir das Genre näher gebracht. Jetzt interessiere ich mich sehr dafür.

Sie werden dieses Jahr 50 und waren der Älteste unter den Künstlern. Wie war das?

Ja, ich habe mir das Privileg rausgenommen, ein bisschen herumzuklugscheißern und Weißheiten zu verteilen, das hat mir sehr gut gefallen - mit einem Augenzwinkern natürlich (lacht). Ich fand es toll, mal der Älteste zu sein, sonst bin ich oft der Jüngste.

Verwendete Quellen: eigenes Interview

Gala

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