Sebastian Koch: "Einfach alles hoch zehn!"

In "Die Hard 5" erlebt man Sebastian Koch als Actionheld. Mit "Gala" sprach der Schauspieler über seinen Dreh mit Bruce Willis - und über Umzugspläne

Gleich nach unserem Shakehands im Grill des Berliner "Kempinski"- Hotels entschuldigt sich Sebastian Koch mit dieser unfassbar sanften Stimme - und legt eine kurze Zigarettenpause ein. Dieser Mann soll tatsächlich Single sein? Bei der Ausstrahlung? Koch hat mit fünf Filmen ein wildes Jahr hinter sich, auf seinem iPhone zeigt er mir später Fotos von seiner unglaublich hübschen Tochter Paulina. Und von sich mit dem Vollbart, den er für "Die Hard 5" tragen musste, als er mit Bruce Willis herumballern durfte. Bei der Premiere vergangene Woche in Berlin wurden Koch und Willis von den vielen meist weiblichen Fans kräftig gefeiert.

Wie war es für Sie, in einem 100-Millionen-Dollar-Film mitzuspielen?

Schon ziemlich spektakulär - einfach alles hoch zehn. Catering, Unterbringung, 300 Leute am Set. An jeder Ecke geht etwas in die Luft. Das bin ich sonst nicht so gewohnt.

Und was hat Sie am meisten beeindruckt?

Ich vergleiche das Ganze gerne mit einem Riesentanker, auf den man für eine Weile aufspringt. Wenn man mal eben nach links steuern will, passiert gar nichts. Alles braucht einen großen Vorlauf. Das war eine ganz andere Art des Arbeitens, die mir neu war. Ich bin ein Teamplayer und mische mich gerne ein - das funktioniert da nur bedingt.

War es die Erfüllung eines lang gehegten Jungentraums?

It’s a boy’s game - und es hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Außerdem war es ein Angebot, das man nicht ablehnen kann. Das Timing war ja extrem knapp: Ich bekam das Angebot, und vier Wochen später ging’s schon los.

Wie war die Zusammenarbeit mit Bruce Willis?

Sehr angenehm. Bruce hatte seine Familie dabei, seine Frau Emma und das Baby - er war ganz frisch Vater geworden und zog sich dadurch verständlicherweise sehr zurück. Aber Bruce ist einfach "Die Hard" - er produziert das Ganze, spielt die Hauptrolle, hat überall großes Mitspracherecht. Man merkt, dass er immer schützend seine Hand über allem hat.

Die Dreharbeiten in Budapest haben ziemlich lange gedauert, viereinhalb Monate ...

Zuerst fand ich es merkwürdig, immer so parat zu sein, aber dann habe ich mein Leben einfach nach Budapest geholt. Ich hatte ein wunderschönes Apartment mit spektakulärer Dachterrasse. Meine Freunde und meine Tochter Paulina haben mich besucht, wir haben zusammen Musik gemacht, gekocht, und wenn nicht gedreht wurde, entspannt - das war ein ganz toller Sommer.

In Teil 5 der "Die Hard"-Reihe verschlägt es John McClane (Bruce Willis, l.) nach Moskau. Zusammen mit seinem Sohn Jack (Jai Courtney, M.) und dem russischen Wissenschaftler Komorov (Sebastian Koch) gerät er im Krieg zwischen Unterwelt und Politik schnell zwischen die Fronten. Explosiv!

Ihre Tochter weiß, wie es an einem Filmset zugeht. War "Die Hard" trotzdem etwas Besonderes für sie?

Setbilder

Stars bei den Dreharbeiten 2013

18. Dezember 2013: Daniel Brühl und Cara Delevingne sind gerade für Dreharbeiten zum Film über Amanda Knox "The Face of An Angel" in Florenz.
18. Dezember 2013: James Franco schwebt am Set für den Ford-Werbespot mit Rose in der Hand durch die Lüfte. Der Spot soll voraussichtlich beim Super Bowl gezeigt werden.
16. Dezember 2013: Jennifer Hudson dreht in Los Angeles ihr neues Musikvideo und schlüpft nach den Aufnahmen flink in einen Bademantel.
13. Dezember 2013: Brad Pitt und Shia LaBeouf machen ein Gruppenfoto bei den Dreharbeiten zum Film "Fury".

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Klar ist es für ein 17-jähriges Mädchen aufregend, Bruce Willis die Hand zu schütteln. Aber sie ist so lässig und bescheiden. Sie geht inzwischen in London zur Schule, aber einen Filmset in dieser Dimension hatte sie bislang noch nicht gesehen. Und dieses Hollywood-Flair ist natürlich auch spannend.

Absolvierten Sie für die Rolle ein spezielles Training?

Nein, gar nicht. Ich spiele ja einen russischen Wissenschaftler, der lange im Gefängnis saß, daher durfte ich nicht zu fit aussehen. Aber mein "one and only" ist zweimal die Woche eine Stunde Joggen. Dann kann ich essen, was ich will, und bin fit.

Was ist für Sie Luxus?

Die Freiheit zu haben, mir meine Filme aussuchen zu können. Ich führe ein eher bescheidenes Leben, zumindest kein sehr aufwendiges. Ich bin kein Mensch, der einen großen Stab finanzieren muss, dadurch bin ich in meinen Entscheidungen frei.

Worauf möchten Sie nicht verzichten?

Ich habe immer Musik und meine Gitarre dabei. Im Moment bedeutet für mich Luxus, Zeit zu haben, um mich zu entspannen. Ich habe im letzten Jahr fünf Filme hintereinander gedreht, im März geht es schon wieder weiter. Danach werde ich auf jeden Fall eine längere Pause machen.

Können Sie gut allein sein?

Oh ja, ich bin sehr gerne allein! Das ist das, was mir gerade so fehlt, zur Ruhe kommen. Die Einsamkeit auch mal spüren. Am Anfang macht einen das vielleicht etwas nervös, aber dann fängt man an, anders zu atmen.

Sebastian Koch

Mit dem Essen steigt die Laune

Sebastian Koch

Bruce Willis

Seine Frau bestimmt

Bruce Willis

Haben Sie einen Rückzugsort?

Ich habe in der Nähe von Berlin ein Häuschen am See, das miete ich seit ein paar Jahren. Es liegt direkt am Wasser, mit einem kleinen Boot. Sehr gemütlich und überschaubar, nach einer halben Stunde kann ich alles um mich herum vergessen. Es gibt dort eine schöne Küche, in der man

wunderbar kochen kann.

Sie beschäftigen einen Agenten in London, Ihre Tochter geht dort zur Schule - es heißt, Sie träumen davon, ganz nach London zu ziehen.

Warum nicht? Aber Berlin ist für mich schon noch meine Heimat, schließlich lebe ich seit 20 Jahren hier. Es stimmt: Berlin - London ist eine gute Achse. Vielleicht noch ein bisschen Griechenland dazu. Seitdem ich dort gedreht habe, bin ich großer Fan des Landes. Die Menschen sind so gastfreundlich und warmherzig - und dieses Blau der Ägäis ist einfach atemberaubend!

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