Sebastian Bezzel: So vereinbart er Kinder und Job

Der Tatort-Star spricht im GALA-Interview über seine Rolle im neuen SAT1-Film "Schlimmer geht immer", seine handwerklichen Fähigkeiten und seine Erfahrungen als zweifacher Familienvater

Im neuen SAT.1-Film "Schlimmer geht immer" legt Sebastian Bezzel in der Hauptrolle Hand an - und bohrt und hämmert was das Zeug hält. Mit Hilfe seiner Freunde möchte Mathe-Lehrer Kai das neu erworbene Heim mit großem Eifer auf Vodermann bringen. Weder seine Frau und Mutter seiner Kinder noch das Haus selbst sind begeistert.

Im Gespräch mit GALA verrät Sebastian Bezzel, warum er seiner Rolle so unähnlich ist und erzählt, wie er und seine Frau als Schauspieler-Eltern den Alltag mit zwei Kinder meistern.

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©Stern / Gala

Sie spielen in "Schlimmer geht’s immer" einen Baubegeisterten. Macht es Ihnen persönlich auch Spaß, sich zu Hause handwerklich zu betätigen?

Überhaupt nicht, ich habe definitiv nicht das "Heimwerker-Gen". Ich habe zwei linke Hände und keine Geduld. Bei der ersten Panne bin ich schon verzweifelt und werf alles hin. Natürlich, Kleinigkeiten mache ich und wenn dann mal was gelingt, ist man ganz stolz danach. Aber sonst versuche ich das großräumig zu umgehen.

Hat es ihnen denn trotzdem Spaß gemacht, so etwas zu drehen?

Ja total. Ein guter Freund aus der Kindheit hat sehr gelacht und gesagt, dass ich in diesem Film zwei Sachen spiele, die bei mir im Privaten ganz undenkbar wären: einen Heimwerker und einen Mathelehrer.

Könnten Sie es sich denn vorstellen Lehrer zu sein?

Ja, könnte ich, nur nicht Mathelehrer. Lehrer an sich ist etwas ganz tolles. Grundsätzlich, Leuten etwas beizubringen, zu lehren, finde ich etwas ganz schönes. Meine Eltern waren Lehrer, mein Großvater war evangelischer Pfarrer.

Dann haben Sie ja als Schauspieler einen ganz anderen Weg eingeschlagen als ihre Familie. Wie kam es dazu?

Lehrer, Pfarrer und Schauspieler sind verwandte Berufe, finde ich. Die Gemeinsamkeit ist, dass man auftritt und etwas vermitteln muss. Daher tanze ich da gar nicht so aus der Reihe. Aber ich habe schon im Kindergarten Sketche gespielt und war immer im Schultheater, da hat das niemanden überrascht, dass ich Schauspieler geworden bin.

Sie leben zur Zeit in Hamburg, kommen aber aus dem kleinen Garmisch. War ihnen schon früh klar, dass Sie später in eine große Stadt ziehen möchten?

Ja, mir war immer klar, dass ich in eine Großstadt möchte, dass mich das fasziniert. Ich habe in München, Berlin und jetzt in Hamburg gelebt.

So ein großes Haus mit Garten wie es Kai im Film kauft, wäre das ein auch Traum von Ihnen?

Lustigerweise wohne ich in einem kleinen Häuschen mit Garten. Weder bei meiner Frau und noch bei mir war das das Ziel, wir wollten immer eher in einer großen Altbauwohnung wohnen. Aber als das zweite Kind kam wurde es etwas eng und dann sind wir "notgedrungen" in ein Haus gezogen. Das war nicht unser Plan, so wie es auch nicht mein Plan war, nach Hamburg zu ziehen. Aber man muss nicht alles nach Plan machen und ich bin auch überrascht, wie schön alles ist.

Ihr Sohn im Film lernt ja ein Nachbarsmädchen kennen. Sie haben selbst zwei Kinder. Sind sie schon aufgeregt vor dem Moment, wo eins ihrer Kinder den Freund oder die Freundin vorstellt?

Da die beiden ja nicht weit auseinander sind, bin ich gespannt, wer der oder die Erste ist. Ich freue mich dann für sie. Ich hoffe, dass ich das cool mache. Aber fragen sie mich das nochmal, wenn es soweit ist.

Ihre Frau ist ja auch Schauspielerin. Wie machen Sie das dann, wenn ein großes Projekt ansteht wie jetzt "Schlimmer geht immer", hält Ihre Frau Ihnen dann zu Hause den Rücken frei und andersherum, wenn Ihre Frau ein Projekt hat?

Meine Frau ist wirklich großartig, wie sie die Bude schmeißt, wenn ich weg bin. Da bin ich ihr auch wahnsinnig dankbar für. Aber generell machen wir das so: wenn der eine arbeitet, bleibt der andere zu Hause. Das ist natürlich mit sehr viel Organisation verbunden. Meine Schwiegermutter ist ein großes Back-Up, die macht das ganz toll. Und wir haben eine Babysitterin, die manchmal noch ergänzend dazu kommt. Aber es war auch schon oft so, dass ich allein auf die Kinder aufgepasst habe. Ich habe schon oft erlebt, wenn ich mit den Kindern mit dem Zug nach Bayern fahre, dass ich von älteren Damen angesprochen werde: "Das ist so toll wie sie das machen".

Ich mache es ja auch sehr gerne. Mir würde da was verwehrt bleiben, wenn ich das nicht machen würde. In den richtigen Dosierungen natürlich. Würde ich das das ganze Jahr machen, würde ich auch mal am Rad drehen.

Zurück zum Film – hatten Sie eine Lieblingsszene im Film, die besonders Spaß gemacht hat zu drehen?

Nein, eine Lieblingsszene gibt es nicht. Was aber grundsätzlich bei dem Film unglaublich Spaß gemacht hat, ist, dass die allermeisten Tricks am Set direkt gedreht wurden.

Wir hatten eine ganz tolle Ausstattungsabteilung, tolle Requisitenleute, die witzige Sachen gebaut haben. Das macht einfach Spaß, man wusste nie, ob das jetzt passiert. Zum Beispiel der wildgewordene Dampfstrahler – da haben die Requisitenleute Puppenspieler gespielt und den Dampfstrahler an Fäden tanzen lassen. Je länger der Film dauerte, wurden wir als Team immer besser.

Eine letzte Frage: was sind Ihre nächsten Projekte?

Wir haben dieses Jahr den vierten Eberhof-Film gedreht, der wird nächstes Jahr kommen. Und jetzt dreh ich bald eine sehr schwarzhumorige Komödie für den bayerischen Rundfunk, wo es um Rentenbetrug geht.

"Schlimmer geht immer" läuft am Dienstag, 8. November 2016, 20:15 Uhr auf SAT.1

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