Scary Stories to Tell in the Dark: Für den kleinen Horror zwischendurch

Grusel zu Halloween? Dafür sorgt "Scary Stories to Tell in the Dark" nur für Genre-Neulinge und jüngere Zuschauer - wäre da nicht die FSK.

Die vielleicht eindringlichste Sequenz in "Scary Stories to Tell in the Dark"

Wenn Kürbisfratzen die Türen bewachen, kleine Geister über die Bordsteine huschen und Süßes und/oder Saures nicht nur beim Asiaten um die Ecke lauert, dann ist auch in Deutschland wieder die schaurig-schöne Halloween-Zeit angebrochen. Im Kino darf sich derweil ab dem 31. Oktober dank "Scary Stories to Tell in the Dark" gegruselt werden. Allerdings gilt das wohl nur für den Horror-Nachwuchs.

Die Strafe für Leseratten

Lies' mehr Bücher, haben sie gesagt... Doch ausgerechnet ihre literarische Neugier bringt eine kleine Gruppe Teenager in mörderische Bredouille. Nachdem sie - wie es sich für die Halloween-Nacht gehört - in ein vermeintliches Geisterhaus eingestiegen sind, bekommen die Kids rund um das Mädchen Stella (Zoe Colletti) nach und nach Besuch von abscheulichen Gestalten. Diese entspringen scheinbar der Geschichtensammlung einer gewissen Sarah Bellows, die einst im Keller des aufgebrochenen Herrenhauses ihr trauriges Dasein fristen musste und nun Rache an der Menschheit übt.

Angelina Jolie und Co.

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Angelina Jolie als Maleficent
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Wie durch Geisterhand entstehen in dem Buch immer neue Horrorstorys, deren bemitleidenswerten Protagonisten dieselben Namen wie Stellas Freunde tragen. Lange dauert es nicht und die erste dieser Schauergeschichten wird zur Realität.

Episoden des Grauens

"Scary Stories to Tell in the Dark" basiert auf den Geschichten des Kinderbuchautors Alvin Schwartz (1927-1992). Zwei Dinge ergeben sich für den Film dadurch zwangsläufig: Der Film ist stark episodenhaft gegliedert, was den Zuschauern die unterschiedlichsten Schauer-Schauwerte liefert. Eine Story bietet gelungenes psychologisches Grauen, eine andere actionreichen Grusel und eine dritte Body-Horror mit Ekelfaktor.

Nun bleibt der Film seiner Kinderbuch-Vorlage aber auch beim Härtegrad treu. Der Name Guillermo del Toro (55) im Produzentenkreis des Streifens, der selbstredend ins PR-Scheinwerferlicht gerückt wurde, darf darüber nicht hinwegtäuschen. Zwar könnten einige der Kreaturen wahrlich aus seinem "Pans Labyrinth" stammen, beim Thema Gewaltdarstellung kommt "Scary Stories to Tell in the Dark" aber im wortwörtlichen Sinne blutlos daher.

Die Frage der Zielgruppe

Am besten eignet sich André Øvredals (46) Film demnach für Horror-Neulinge oder zartbesaitete Kinogänger, die mit dem Genre grundsätzlich eher weniger anfangen können, zu Halloween aber eine Ausnahme machen wollen. Für alle erfahreneren Fans sind die einzelnen Geschichten dann doch etwas zu generisch und klassisch, als dass sie für aufstehende Nackenhaare sorgen könnten. Als angenehm ist aber festzuhalten, dass der Film sich nicht wie andere moderne Vertreter nur auf Jumpscares verlässt. Gerade die Sequenz im "roten Raum" ist hier wegen ihrer quälenden Trägheit und des Psychoterrors positiv hervorzuheben.

Leider gilt das nicht immer für die heimlichen Stars des Films - die Monster. Je mehr sie augenscheinlich am Computer entstanden sind, desto weniger Furcht verbreiten sie. Dann hilft es auch nicht, dass die jugendlichen Darsteller durch die Bank sehr solide ihre Panik spielen. Dem größten Star des Streifens, "Breaking Bad"-Mime Dean Norris (56), wird außerdem nur ein verschwindend kleiner Part zuteil, in dem er dezent verschenkt wirkt.

Fazit

"Scary Stories to Tell in the Dark" ist ganz eindeutig für ein jüngeres Publikum ausgelegt, das mit dem Horror-Sektor erste Berührungspunkte sammeln will. Einzig die FSK macht dem einen Strich durch die Rechnung - die Altersfreigabe ab 16 Jahren wirkt jedenfalls überzogen. Bedenkt man, dass der Schocker "Hereditary - Das Vermächtnis" dieselbe Freigabe erhalten hat, erscheint das glatt wie Horror-Hohn.

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