Constantin Lücke alias Patrick Mielitzer : Deshalb steige ich bei "Rote Rosen" aus

Constantin Lücke kehrt der beliebten ARD-Telenovela "Rote Rosen" den Rücken. Mit GALA spricht er über seinen Abschied

Constantin Lücke alias "Patrick Mielitzer" aus "Rote Rosen"

Als smarter Hotel-Manager Patrick Mielitzer gehört Constantin Lücke, 38, seit Mai 2016 zum Cast der erfolgreichen Telenovela "Rote Rosen" (Montag bis Freitag, ab 14.10 Uhr, ARD).  Seitdem hat er auf dem Bildschirm viel erlebt: Die große Liebe, den Tod seines Vaters, einen Imagewandel von Everybody's Darling zum Bad Boy. 

Constantin Lücke hört auf mit "Rote Rosen"

Nach etwa 350 Folgen fiel für den Schauspieler am Set in Lüneburg am Freitag (25. August) die letzte Klappe. Als GALA ihn vorab auf dem Studiogelände während einer Drehpause trifft, ist von Abschiedsschmerz allerdings noch nichts zu spüren: Die TV-Kamera läuft für den Schauspieler kurz vor dem Ende als Patrick Mielitzer auf Hochtouren; alle Szenen müssen rechtzeitig zum letzten Drehtag in den Kasten. Im Gespräch zeigt sich Constantin Lücke trotz des hohen Arbeitspensums tief entspannt und erklärt, was hinter seinem Ausstieg steckt. 

Nach anderthalb Jahren verlassen Sie "Rote Rosen". Verraten Sie den Grund?
Die Geschichte von Patrick Mielitzer ist nach anderthalb Jahren auserzählt. Eigentlich sollte ich nur in Staffel 13 mitspielen, die bis April dieses Jahres  ausgestrahlt wurde. Dann kam die Idee, dass man Patricks Geschichte noch länger erzählen kann.

Parallel zur Verlängerung hat Ihre Rolle einen extremen Charakterwechsel vollzogen: Aus dem netten Kerl von nebenan wurde ein intriganter Fiesling. Wie kam es dazu?
Aus Spaß habe ich zu den Drehbuchautoren gesagt: "Ich könnte doch mal den Bösewicht spielen." Die fanden das super, denn genau das hatten sie geplant. Für mich hat das Sinn gemacht, weil mein Serienvater, der am Ende der 13. Staffel gestorben ist, auch ein Fiesling war und ich somit seinen Weg fortführe. Und ich konnte noch einmal eine andere Seite von mir als Schauspieler zeigen. 

Constantin Lücke mit Schauspiel-Kollegin und Serienfreundin Henrike Fehrs

Wie haben die Fans auf die Kehrtwende reagiert? 
Die Fans fanden es überwiegend grauenvoll. In Kommentaren im Internet bin ich regelrecht fertig gemacht worden. Auf meinem Facebook-Account habe ich bitterböse Nachrichten bekommen, was ich für ein schlechtes Vorbild sei. Manchmal sprechen mich die Leute sogar auf der Straße an und sagen: "Ach Mensch, du bist ja so fies geworden".

Nehmen Sie sich die Kritik zu Herzen?
Viele Menschen sehen "Rote Rosen" jeden Tag. Für sie sind wir Schauspieler wie Nachbarn oder Bekannte. Fans sprechen mich auch nicht mit Constantin an, sondern mit Patrick oder sagen: "Guck mal, da kommt der Mielitzer". Da können die Emotionen schon mal hochschlagen, wenn sich die Figur verändert. Ich denke, man sollte das als Darsteller nicht zu ernst nehmen und mit Humor sehen. Eigentlich ist es ein Kompliment, dass die Zuschauer so gegen mich sind. Dann habe ich den "bösen Patrick" gut gespielt.

Patrick Mielitzer war Ihre erste große TV-Rolle. Wie hat es sich angefühlt, plötzlich Teil einer von Deutschlands erfolgreichsten Serien zu sein?
Meine ersten Tage waren der Horror (lacht). Ich dachte, ich falle um vor Lampenfieber. Für mich war alles neu. Die Leute, die Umgebung, das Drehpensum. Es hat zwei Monate gedauert, bis ich das Gefühl hatte, angekommen zu sein. 

Der Cast der 14. Staffel von "Rote Rosen". Täglich schauen im Schnitt 1,52 Millionen Zuschauer zu - ein toller Marktanteil von 14,8 Prozent

Gucken Sie "Rote Rosen" auch privat?
Zwar nicht regelmäßig, aber: Ja, ich schaue mir die Folgen schon mal an. Ich finde es wichtig, sich selbst zu überprüfen: Was habe ich gut gemacht? Was nicht? Was kann ich noch besser machen? 

Welche Szene ist Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben?
Spontan fällt mir die Beerdigung meines Serienvaters  Holger Mielitzer (gespielt von David C. Bunners, Anmerk. d. Red.) ein. Die war sehr emotional, weil ich die ganze Zeit weinen musste und an seinem Grab Rache schwöre, um das "Hotel Drei Könige" wieder in Familienbesitz zu bringen. Auch die Abschiedsszene mit meiner Serienfreundin Kim Parker, die bis April von Hedi Honert gespielt wurde, hat mich berührt.

In der Serie wandert ihre Freundin nach Barcelona aus, ihr Vater verunglückt tödlich bei einem Gefängnistransport. Wie verabschiedet sich Patrick aus Lüneburg?
Das würde ich den Fans natürlich gerne verraten, aber auf jedem Drehbuch steht: "Streng geheim!" (lacht). Daran halte ich mich. Was ich aber sagen kann: Das Ende ist versöhnlich und kommt schnell. Mir persönlich sogar zu schnell. Patrick hat über Monate seine Intrigen gesponnen und plötzlich ist alles vorbei. Aber das ist die Entscheidung der Storyliner und schon in Ordnung, ich kann damit leben. 

Manchmal werden Kollegen zu Freunden. Ging es Ihnen bei "Rote Rosen" auch so?
Absolut. In der letzten Staffel war es extrem. Da habe ich mit , Hedi Honert, Mickey Hardt, Felix Everding, Frederic Böhle, Dorothea Schenck und David C. Bunners fast jeden Abend Texte gelernt oder war mit ihnen etwas essen oder trinken. Dass wir alle gleichzeitig bei "Rote Rosen" gestartet sind, hat uns zusammengeschweißt. Das war und ist sehr schön! Bis heute haben wir regelmäßig Kontakt. Aber auch das restliche Team ist super. Ich bin jeden Tag gerne ans Set gekommen. 

Freunde am Set: Constantin Lücke mit Hedi Honert, Cheryl Shepard, Mickey Hardt und Felix Everding 

Klingt so, als würden Sie Lüneburg bald vermissen...
Meine letzte Drehwoche wird, glaube ich, ganz schön emotional. Nach meiner finalen Szene werden alle Kollegen ans Set kommen und mich verabschieden. Danach feiern wir noch zusammen. Aber ich freue mich auch auf Neues. Ich habe also ein lachendes und ein weinendes Auge, was meinen Ausstieg angeht.

Was haben Sie für die Zeit nach "Rote Rosen" geplant?
Als nächstes steht der Dreh für einen " "-Film an. Dafür reise ich im September für vier Wochen nach Schweden. Danach habe ich Anfragen für Theater- und Filmrollen. Das ist aber noch nicht spruchreif. Aber eines kann ich mit Gewissheit sagen: Es geht weiter! Ich bin vielfältig aufgestellt; spiele Theater, drehe für Fernsehen und Kino und habe auch schon einige Sachen als Sprecher gemacht.

Können Sie sich vorstellen, noch einmal in einer Telenovela oder Serie zu spielen?
Ich würde nicht sofort wieder eine Telenovela drehen wollen, weil es doch sehr anstrengend ist. Ich merke: Ich bin sehr durchgerockt und brauche etwas Urlaub und danach mal etwas Neues. Aber irgendwann kann ich mir eine Serie durchaus wieder vorstellen. Eine wöchentliche wäre schön.

Fans können Constantin Lücke noch bis etwa Ende Oktober bei "Rote Rosen" sehen. 

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