Richard Madden: "Prince Charming" im Interview

Von seiner royalen Rolle in "Game of Thrones" über sein Prinzen-Dasein in "Cinderella" bis hin zum englischen Königshaus - Mit Gala.de sprach Richard Madden über seinen Weg zum neuen "Prince Charming"

Wir kennen dich aus deiner ehemaligen Rolle als Robb Stark in "Game of Thrones". Nun bist du Cinderellas Prinz. Wie fühlte es sich an, Teil eines anderen Projekts zu sein?

Es war toll. Denn ich wusste ja, dass ich am Ende nicht sterben werde. (lacht) Dennoch: Ich habe "Game of Thrones" wirklich geliebt. Die Serie war fünf Jahre lang Teil meines Lebens – mit all ihren Kostümen, Morden und Todesszenen. Vielleicht war es deswegen aber auch besonders schön, etwas zu drehen, das so fröhlich und magisch ist.

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Würden wir nun beide Charaktere gegenüberstellen, welche Parallelen zeichneten sich da ab?

Es sind beides Männer, die ungewollt große Verantwortung übertragen bekommen haben. Wir haben da also diese zwei jungen Männer, die mit Dingen fertig werden müssen, nach denen sie überhaupt nicht gefragt haben. Aber sie beide haben gute Moralvorstellungen und sie wollen beide ihrem Herzen folgen. Das haben sie gemeinsam.

Naja, aber als Cinderellas Prinz hattest du damit ja mehr Erfolg.

Stimmt. Sie beide hören zwar auf ihre Herzen, anstatt auf ihren Verstand, aber für beide endet es unterschiedlich. Für den einen bringt es den Tod mit sich, für den anderen ein Happy End. Klingt doch fast nach dem wahren Leben, oder? (lacht)

Mal ganz abgesehen davon, wie es für dich in beiden Produktionen endete, möchtest du dich doch sicherlich an beide erinnern. Hast du Souvenirs von den Sets mitgenommen?

Ich wollte unbedingt mein Schwert aus "Game of Thrones" behalten. Aber es war unmöglich, es durch die Sicherheitskontrolle am Flughafen zu schleusen. Also musste ich es zurücklassen. Aber dafür konnte ich etwas anderes mitnehmen. Wer die Serie guckt, weiß, dass ich ununterbrochen Karten studiert habe und dass es für jedes Haus eine Figur gibt. Und genau von diesen habe ich jeweils eine behalten. Jetzt stehen bei mir zu Hause diese geschnitzten Holzfiguren – das finde ich ziemlich cool. Naja und alles, das ich in "Cinderella" besaß, wandert momentan in Glasvitrinen von Ausstellung zu Ausstellung. Man konnte also gar nichts behalten.

Hast du denn noch Kontakt zu den anderen Schauspielern aus "Game of Thrones"?

Ja, mit allen. Wir stehen uns bis heute nahe. Ich gucke die Serie auch immer noch und versuche ihnen deshalb beizubringen, dass sie mir nicht erzählen, wie es weitergeht. Wenn sie am Telefon dann anfangen mit 'Hey, wir filmen gerade…', muss ich sie immer unterbrechen. (lacht)

Was war in "Cinderella" der schwierigste Part an deinem Prinzen-Dasein?

Ich könnte jetzt leicht in ein Gespräch über die Royals abdriften und darüber, wie sie alle Menschen beruhigen müssen. Denn viele Menschen werden nun mal extrem nervös, wenn sie Prinz Harry oder die Queen treffen. Aber ich finde es bemerkenswert, wie sie es dann immer wieder schaffen, diesen Personen die Nervosität zu nehmen. Und genau das wollte ich eben auch in "Cinderella" einbringen. Denn selbst wenn Tanzen sicherlich nicht zu meinen Stärken zählt, wollte ich sicher sein, dass ich Cinderella durch den Tanz führe und sie mit meinem Selbstbewusstsein anstecke. Für sie war es schließlich die erste einer solchen Veranstaltung. Deshalb war die Ballszene wohl die größte Herausforderung. Ich wollte perfekt vorbereitet sein, um genauestens zu wissen, was ich zu tun habe. Monatelang nahm ich drei Mal die Woche Tanzstunden.

In den meisten Märchen wird der Prinz eher oberflächlich dargestellt. In "Cinderella" ist das anders. Wie also hast du es geschafft, deiner Rolle diese gewisse Tiefgründigkeit zu verleihen?

Mein Ausgangspunkt war eigentlich die originale Animation, die ich mir anguckte. Darin taucht der Prinz in nur drei Szenen auf und hat nicht einmal einen Namen. Das nahm jede Menge Druck von mir, denn so konnte ich den Charakter von Grund auf selber konstruieren. Ich setzte mich also mit Kenneth zusammen und wir überlegten uns 'Was ist dem Prinzen wohl davor passiert?', 'Wie ist das Verhältnis zu dem König?' und 'Als was für ein Soldat zog er in den Krieg?'. Danach fügten wir alles zu einer Persönlichkeit zusammen und so konnte ich bestens vorbereitet ans Set gehen.

Hast du dich bei deiner Vorbereitung auch an "realen Prinzen" orientiert? War zum Beispiel Prinz Harry eines deiner Vorbilder?

Ich habe mir tatsächlich all diese jungen Monarchen angeschaut, bin zusätzlich aber auch noch stärker ins Geschichtliche eingetaucht. Aber darf ich ehrlich sein? Ich hatte das beste Vorbild für einen wahren Gentleman mit Kenneth Branagh eh schon vor Ort. Seine Art hat mich für meine Rolle inspiriert.

Hast du dir beim Dreh denn vorgestellt, wie es wäre tatsächlich ein Prinz wie Harry oder William zu sein?

Ja, ich habe darüber wirklich viel nachdenken. Eben weil ich ihn so authentisch wie möglich spielen wollte. Klar, Prinz Harry und Prinz William sind Mitglieder der königlichen Familie, sie sind aber auch beide in Kriegszonen gezogen. Und das ist der Punkt, an dem ich anknüpfen wollte. Ich wollte den Prinzen menschlicher machen, ihn in eine Persönlichkeit verwandeln, die der Realität entspricht. Weg von dem Bild des Mannes, der nur in seinem Schloss sitzt.

Wo wir gerade beim Männerbild sind: Meinst du, dass der Film auch etwas für Männer ist?

Einige meiner Freunde – die eigentlich gar nicht in die Zielgruppe von "Cinderella" passen – waren bei der Premiere mit mir zusammen im Kino und haben über die Hälfte Films geweint. Also gehe ich doch stark davon aus, dass der Film etwas für jeden ist – vom 7-Jährigen bis hin zum 70-Jährigen.

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