Reeperbahn Festival 2017: Gut für Hamburg, gut für die Welt

Die Hansestadt Hamburg rühmt sich gerne damit, das "Tor zur Welt" zu sein. Während dem Reeperbahn Festival fühlt sich das tatsächlich so an. Auch in diesem Jahr spielten internationale und nationale Künstler rund um den Kiez und brachten sogar eine Rekordzahl an Besuchern mit sich. Unsere Highlights

Liam Gallagher alias der Very Special Guest 

Liam Gallagher alias der Very Special Guest 

Sind Hamburger unter sich, wissen sie: Hamburg ist ein ziemlich familiäres und recht spießiges Dorf, in dem jeder jeden über zwei Ecken kennt. Nach außen hin präsentiert sich die Hansestadt Hamburg gerne als das "Tor zur Welt, multikulti, modern und hip. Dem Reeperbahn Festival ist es zu verdanken, dass die Stadt dem Spitznamen vier Tage im Jahr gerecht wird, wie sonst nur selten. 

Das diesjährige Festival zeigte einmal mehr, warum es seine Daseinsberechtigung für immer etabliert hat: Es gab nicht nur einen Besucherrekord, sondern auch hervorragenden musikalischen Besuch aus aller Welt. Besonders schön ist auch, wie kleineren nationalen Künstlern neben Größen wie Liam Gallagher eine Bühne geboten wird. Unsere Highlights aus diesem Jahr:

Sei ein Faber im Docks

Wer bei Faber an Lotto oder Schreibwaren denkt, kennt Julian Pollina noch nicht. Der 24-Jährige Schweizer sorgte schon am ersten Tag des Reeperbahn Festivals für ein vorzeitiges Highlight, als er mit der Goran Koç Orkestar Band das volle Docks mit viel Elan, Stimmgewalt und beißendem Zynismus bespaßte.


Der verdienteste Award

Andreya Casablanca und Laura Lee von Gurr traten zwar selbst nicht auf, aber heimsten beim VIA! VUT Indie Award den Preis für das Beste Album ein - zurecht! Die Berlinerinnen haben sogar den Sprung über den Ärmelkanal geschafft und tourten bereits ausgiebig durch Großbritannien, inklusive einer Live Session für das BBC 1 Radio. Welche andere deutsche Band kann das schon von sich behaupten?!


Liam Gallagher als Very Special Guest

Aus dem wird noch was, da sind wir uns ganz sicher. 

Bitte mehr Aufmerksamkeit für Music Supervisor 

Music Supervisor, wat is dat?! Das sind die Leute, die die Musik für eure Lieblingsfilme aussuchen. Im Rahmen des Reeperbahn Festivals sprachen Milena Fessmann, Pia Hoffmann, Charlotte Goltermann und Ulrike Kleppi - Deutschlands bekannteste Music Supervisor - über ihren Job, der hierzulande bei Weitem nicht genügend Anerkennung bekommt. Beispiel: Alleine in der Stadt Los Angeles arbeiten 850 Music Supervisor. In Deutschland sind es quasi die vier Damen, die Musik in Kinos bringen.

Omar Souleyman kämpft für die Liebe

In Syrien war Omar Souleyman mal Hochzeitssänger und hat in dieser Zeit angeblich ganze 500 Alben auf den Markt gebracht. Heute tingelt Omar Souleyman durch die ganze Welt, trat auch schon beim Glastonbury Festival und beim Friedensnobelpreis 2013 auf. Im Übel & Gefährlich war die Stimmung so gut wie auf einer Massenhochzeit.


Mehr Liebe gibt es nur bei Love A

Ein bisschen Punk und Wut und ganz viel Liebe. Love A durften gleich zwei Mal ran, einmal im Molotow Backyard und schließlich in der Großen Freiheit - eine ganz schön große Bühne für die Band aus Trier. Gemeistert haben sie aber auch das. Wir stimmen aber dafür, sie das nächste Mal im Michel auftreten zu lassen, einfach für den Kontrast. 


Selig bei Charlie Cunningham

Im Michel gab's aber seligere Töne. Man weiß gar nicht, wer gerührter war, Charlie Cunningham selbst - von der Kulisse, in der er auftreten durfte - oder das Publikum, das sich vor lauter Ehrfurcht kaum traute zu bewegen. Nach dem Konzert spachen draußen alle davon, wie "geflasht" sie wären, dass sie vielleicht wieder zu Gott gefunden haben und auch das eine oder andere "Hallelujah" hörte man. Der Award für die schönste Venue und die beste Messe geht definitiv an den Michel und Charlie!

Last time playing with my band for a while, we couldn't have asked for a better ending to a great run. Thank you Hamburg and Reeperbahn Festival.

Posted by Charlie Cunningham on Samstag, 23. September 2017

 Alles in allem hat sich das Reeperbahn Festival 2017 für alle gelohnt, für die Musiker, die Besucher und für die Stadt. Festivalchef Alex Schulz spricht selbst vom "qualitativ hochwertigsten Reeperbahn Festival". Können wir unterschreiben. 

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