Polizeiruf 110: Wölfe: Schwachsinn oder große Kunst?

Im "Polizeiruf 110: Wölfe" ist der Werwolf los - das mutet mitunter recht exotisch für einen Sonntagsabendkrimi an. GALA beantwortet die Frage: Schwachsinn oder große Kunst?

"Polizeiruf 110: Wölfe"

Der "Polizeiruf 110: Wölfe" lotet Grenzen aus. Kriminalhauptkommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) und seine Hamburger Kollegin Constanze Hermann (Barbara Auer) kommen nicht dazu, ihre sich anbahnende Romanze zu entwickeln, weil ein mordender Werwolf sein Unwesen in der bayerischen Provinz treibt. Am Ende entpuppt sich die vermeintliche Bestie als ein Mediziner namens Dr. Wiesinger (Sebastian Hülk) - aber ist dieser wirklich nur aus menschlicher Substanz?

Der "Polizeiruf 110: Wölfe" bedient sich bei einem Mythos

In seiner mythologischen Urform ist der Werwolf ein Mensch, der sich in einen Wolf verwandeln kann. Entsprechende Schriften berichten von Männern, die einen Pakt mit dem Teufel eingingen, um diese Verwandlung vollziehen zu können. Im Mittelalter wurden Menschen hingerichtet, weil ihnen unterstellt wurde, mordende Werwölfe zu sein - ähnlich wie im Zuge der todbrindenden Hexenverfolgung.

Werwölfe in der Popkultur

Werwölfe haben den Menschen schon immer fasziniert und fanden deshalb auch immer wieder in der Kunstwelt ihre Entsprechung. An dieser Stelle sei beispielsweise an die beliebte "Twilight"-Reihe, den Filmklassiker "American Werewolf" oder Michael Jacksons epochales Musikvideo zu "Thriller" erinnert.

Fazit: anspruchsvoller Schwachsinn

Regisseur Christian Petzold gehört zu den gefeierten Filmemachern in Deutschland. Seine stilsichere Hand merkt man auch dem "Polizeiruf 110: Wölfe" an. Zudem glänzen Barbara Auer und Matthias Brandt als Ermittlerduo. Die Geschichte ist bis ins letzte Drittel hinein spannend und hochwertig, kann sich dann leider auch fast lächerlicher Momente nicht ganz entziehen. Es bleibt unter dem Strich mutige Fernsehunterhaltung - denn fast jedem Schwachsinn, wohnt auch immer ein bisschen Kunst inne.

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