Polizeiruf 110: Crash: So ist der Krimi aus Magdeburg

Nicht nur illegale Autorennen bringen im "Polizeiruf 110: Crash" den Tod. Die Magdeburger Kommissare Brasch und Köhler ermitteln.

Autorenn-Fans im "Polizeiruf 110: Crash" (v.l.): Leif Lebert (Karl Schaper), Thore Reinhardt (Dirk Borchardt), Tommy Otto (Dennis Mojen), René "Renate" Helms (Jeff Wilbusch), Henry Müller (Anton von Lucke), Axel Zerbe (Gerdy Zint)

Im "Polizeiruf 110: Crash" (23.9., 20:15 Uhr, das Erste) wird ein Mädchen totgefahren. Die Kommissare Brasch (Claudia Michelsen) und Köhler (Matthias Matschke) ermitteln daraufhin bei einer Gruppe junger Männer, die sich nachts zu illegalen Autorennen verabreden. Worum es im Krimi genau geht und ob sich das Einschalten lohnt, erfahren Sie hier.

Darum geht's im Krimi

Eine junge Frau wird nachts auf den Straßen Magdeburgs überfahren und stirbt noch an der Unfallstelle. Der Fahrer begeht Fahrerflucht. Er war mit extrem überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Schnell kommt bei den Kommissaren Brasch und Köhler die Vermutung auf, dass es sich um ein illegales Autorennen gehandelt haben könnte. Doch wie findet man die Rennfahrer und darunter den Schuldigen? Und wie beweist man im Nachhinein, dass ein Rennen stattgefunden hat?

Klaus Wagner (Ben Becker), der Vater von Todesopfer Sara, wird befragt, gibt jedoch nur wenig über seine Tochter preis. Autowerkstätten werden aufgesucht, das Internet nach illegalen Rennen durchforstet. Schließlich finden die Kommissare eine Gruppe, die sich "Le Magdeburg" nennt. Zu ihrer Überraschung gibt es eine Verbindung von zwei Fahrern zu der Toten...

Lohnt sich das Einschalten?

Joah. Dieser Sonntagskrimi kommt einem ziemlich lang vor, es ist sogar Zeit für eine Lovestory der Kommissarin, die ansonsten ein wenig zu cool ist. Eher uncool sind dagegen manche Dialoge, die zum Teil durchaus auch in einem Rosamunde-Pilcher-Film gesprochen werden könnten: "Sie sind meine letzte Hoffnung!" - "Das, Henry Müller, bin ich nicht!"

Die Gags - sofern es welche sein sollen - sind ebenfalls eher platt. Ein Beispiel: "Das einzig Gute am Tod ist, dass man sich nicht mehr vor ihm fürchten muss, wenn man tot ist. Das ist aber auch das einzig Gute." Vielleicht entwickelt sich daraus aber noch ein Kult-Kommissar mit Hang zu schlechten Witzen, wer weiß?

Und was all die Vögel - sogar auf dem Sarg - in dem Film zu bedeuten haben, ist auch nicht ganz klar. Kaum erträglich ist dagegen eine der Erklärungen, warum diese illegalen Rennen überhaupt gefahren werden: Nur im Geschwindigkeitsrausch spüren sie sich... und wenn einer dann noch die Augen schließt. Schmalz!

Doch illegale Autorennen und deren Folgen zum Thema zu machen, ist grundsätzlich gut und wichtig. Die in der Realität allzu laschen Urteile nach schrecklichen Unfällen kommen mehrfach zur Sprache. Und es gibt auch richtig gute Szenen, für die sich das Einschalten auf jeden Fall lohnt.

Beispielsweise sind die Verhöre mit unterschiedlichen Methoden gut geschrieben und toll gespielt. Unheimlich wird's dann beim näheren Betrachten des psychopathischen Sohnes aus steinreichem Elternhaus in seiner Villa. Der Showdown auf dem Friedhof hat es ebenfalls in sich. Und der Schluss des Krimis ist wirklich sehenswert - erst schockierend, dann berührend.

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