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"The Biggest Loser"-Coach Petra Arvela "So viele stark übergewichtige Menschen habe ich noch nie gesehen"

Petra Arvela
Petra Arvela
© SAT.1/Arya Shirazi
Seitdem Petra Arvela die Kandidatinnen und Kandidaten von "The Biggest Loser" quer über die griechische Insel Naxos gescheut hat, ist sie in Deutschland ein bekanntes Gesicht. Im GALA-Interview verrät die Sportskanone nun ihre Fitnesstricks.

Petra Arvela, 27, ist Sportlerin durch und durch: Seit ihrem fünften Lebensjahr spielt die schöne Finnin leidenschaftlich gerne Fußball, kickte sogar schon in der deutschen Bundesliga bei Werder Bremen.

Petra Arvela über "The Biggest Loser"

Heute nimmt Petra Arvela an Spartan Races teil und gehört mittlerweile zur Kategorie "Elite", sie ist eine der 15 besten Frauen Europas. Seit 2020 ist sie außerdem Teil des "Spartan Pro Team Spain". Die Personal-Trainerin lebt nach einem Zwischenstopp in Deutschland aktuell mit ihrem Partner in Spanien, hier studiert sie nebenbei noch Sportwissenschaften. Doch damit nicht genug: Die 27-Jährige stand in diesem Jahr zum ersten Mal als Coach für "The Biggest Loser" vor der Kamera. Im Interview mit GALA spricht Petra Arvela über ihre TV-Erfahrung und verrät, wie sie sich in der aktuellen Coronakrise trotz Ausgangssperre fit hält.

GALA: Sie leben in Spanien, das Land befindet sich aktuell in Quarantäne. Wie halten Sie sich trotzdem fit? 
Man kann zuhause sehr gut Sport treiben! Auf Instagram teile ich im Moment viele Home-Workouts, um meine Fans auch auf Distanz zu motivieren. Nur weil wir im Moment alle zuhause bleiben müssen, dürfen wir nicht nur auf dem Sofa sitzen. Ich verbrenne aktuell fast genauso viele Kalorien wie sonst auch. 

Was sind Ihre Lieblingsübungen? 
Normalerweise gehe ich fast jeden Tag laufen und mache unter anderem auch Trail-Runs. Aktuell trainiere ich natürlich nur zuhause und habe zum Glück einen Crosstrainer, den ich im Moment ganz oft benutze. Ansonsten mache ich aber auch gerne Zirkeltraining oder trainiere mit meinem eigenen Körpergewicht. 

Befürchten Sie, dass in der aktuellen Krise viel zugenommen wird? 
Natürlich, wir werden alle viel inaktiver, das kann sehr problematisch werden. Aber das hat man selbst in der Hand, auch wenn man Homeoffice macht, sollte man jede Stunde mal kurz aufstehen und zuhause spazieren gehen.

Am 27. März ist das Finale von "The Biggest Loser", Sie waren in der aktuellen Staffel zum ersten Mal dabei. Wie hat Ihnen Ihre erste Show-Erfahrung gefallen? 
Es war ganz ganz toll! Vor allem das Halbfinale und Finale war sehr emotional für mich. 

Warum? 
Weil wir uns alle lange nicht gesehen haben, die Kandidaten waren vorher ja zuhause und erst im Umstyling habe ich alle wiedergesehen, das war echt unglaublich. 

Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie die Kandidatinnen und Kandidaten bei Show-Beginn zum ersten Mal gesehen haben? 
Ich war anfangs perplex. Natürlich habe ich schon vorher übergewichtige Menschen getroffen, aber so viele stark übergewichtige Menschen zusammen habe ich noch nie gesehen. 

Macht Sie so etwas wütend? Sie sind ja extrem sportlich. 
Nein, viele der Kandidaten haben ja wirklich ernsthafte Probleme und haben versucht, in ihrer Traurigkeit den Frust wegzuessen. Das kann ich nachvollziehen. Ich möchte den Kandidaten beibringen, dass Sport eine bessere Lösung ist als es mit Essen zu kompensieren. 

Welche Schicksale haben Sie besonders bewegt? 
Die Geschichte von Jessica hat mich sehr mitgenommen. Sie hat vor einem Jahr ihren Bruder verloren, das hat mich sehr getroffen, weil ich auch einen Bruder habe. 

Für Jessica war essen also eine Art Trauerbewältigung? 
Ja, darüber haben wir in der Show auch immer wieder geredet. Mein Rat: Essen durch Sport kompensieren. Das ist zwar einfacher gesagt als getan, aber wenn man es einmal verstanden hat, kann man sich gut darauf konzentrieren. 

Waren Sie bei dem Wiedersehen im Halbfinale enttäuscht, dass eine Kandidatin oder ein Kandidat zuhause nicht mehr so diszipliniert war? 
Nein, alle haben zuhause nochmal Vollgas gegeben. 

Wären Sie denn enttäuscht, wenn einer Ihrer Schützlinge nach "The Biggest Loser" plötzlich wieder in seine alten Muster fallen würde? 
Wenn jemand wirklich extrem viel zunehmen würde, wäre ich sehr enttäuscht. Denn es ging uns ja immer darum, dass die Kandidaten lernen, ihr Leben komplett zu ändern. Ein bisschen zunehmen ist gar nicht so schlimm, das Gefährliche sind die alten Muster, in die man schnell wieder verfallen kann. 

 Sie sind extrem sportlich. War das schon immer so? 
Ja, als ich fünf Jahre alt war, habe ich angefangen Fußball zu spielen. Das habe ich jetzt fast 20 Jahre lang gemacht. Irgendwann wurde mir das allerdings durch mein Studium und meinen Job zu viel. Jetzt ist es einfacher, immer dann ins Fitnessstudio zu gehen, wenn ich Zeit und Lust habe, statt mich an feste Trainingsstunden zu halten. 

Petra Arvela, Dr. Christine Theiss und Ramin Abtin (v.l.n.r.)
Petra Arvela, Dr. Christine Theiss und Ramin Abtin (v.l.n.r.)
© SAT.1/Arya Shirazi

Waren Sie mit Ihrem Körper schon immer zufrieden? 
Nein, jeder hat Selbstzweifel, obwohl ich generell schon sehr zufrieden mit mir bin und war. Aber als Teenager habe ich mich besonders oft mit anderen Mädels verglichen, das kennt ja jeder. 

Was machen Sie, wenn Sie heute so einen Tag haben? 
Ich glaube, Frauen haben solche Tage immer, wenn ihre Hormone verrückt spielen. Das versuche ich mir dann auch immer zu sagen, denn eigentlich ist ja alles gut. Es gibt schließlich so viel schlimmere Sachen auf der Welt und ich finde es egoistisch, den ganzen Tag darüber zu meckern, dass man ein bisschen zugenommen hat. 

Wie sieht Ihr Tagesablauf auf? Haben Sie einen strengen Ernährungsplan?
Aktuell gehe ich morgens oft eine Stunde locker auf den Crosstrainer, danach frühstücke ich und arbeite. Abends mache ich gerne noch etwas Krafttraining. Normalerweise gehe ich sonst immer laufen und mache draußen mein Hindernisstraining. Ich esse immer, wenn ich Hunger habe, feste Zeiten habe ich nicht. Generell esse ich einfach viel Gemüse und Obst. 

Bei welchem Essen werden Sie schwach? 
Ich verbiete mir nichts, wenn ich Lust auf Kekse habe, esse ich sie auch. Deswegen werde ich eigentlich nie schwach, mir fehlt nichts. Wenn ich morgens schon Lust auf Kuchen habe, esse ich auch ein Stück. Ich weiß ja, was gesund ist und meinem Körper gut tut.

Fällt es Ihnen manchmal schwer, so diszipliniert zu sein? 
Wenn ich abnehmen möchte weiß ich, dass ich sehr gesund essen muss. Dann ist kein Platz für Kuchen und Kekse, dieser Verzicht ist auch für mich schwer. Aber auch wenn man auf Diät ist und sich tagelang gesund ernährt hat, ist ein Stückchen Kuchen auch vollkommen ok. Eine gesunde Balance ist das A und O.

Ihr Freund ist auch sehr sportlich. War das schon immer so oder haben Sie ihm das antrainiert? 
Mein Freund hat beruflich nichts mit Sport zu tun, deswegen war er nie so aktiv wie ich. Aber seitdem wir zusammen sind, ist er richtig sportlich geworden. Das habe ich ihm ein bisschen beigebracht. (lacht) Manchmal motiviert er mich, wenn mir gerade die Motivation fehlt. 

Ist Ihnen das wichtig oder könnten Sie auch mit einem totalen Sportmuffel zusammen sein? 
Ich könnte niemals mit jemandem zusammen sein, der nur auf der Couch liegt. Ich gehe zum Beispiel gerne laufen und da ist es mir schon wichtig, dass mein Partner auch mal mitkommt. 

"The Biggest Loser" – das Halbfinale wird am 22. März 2020 um 17:30 Uhr und das große Finale am Freitag, 27. März 2020, um 20:15 Uhr, auf Sat.1 ausgestrahlt.

Verwendete Quellen: eigenes Interview 

Gala

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