Oscars 2011: Oscars für Colin Firth und Natalie Portman

Serviert wie bestellt: Die Show der 83. "Academy Awards" lief ohne Pannen, aber auch ohne besondere Höhepunkte ab. Die Gewinner waren verdient, aber auch erwartet. Die Kleider waren schön, aber nicht spektakulär. Charme entwickelte die Veranstaltung vor allem dann, wenn die kleinen Helden die Bühne betraten

Am Schluss kam es doch so, wie die Preisverleihungen der vergangenen zwei Monate und die Vorhersagen der Kritiker es vermuten ließen: Bei den 83. "Academy Awards", kurz Oscars, triumphierten am Sonntag Abend amerikanischer Westküstenzeit die Schauspieler Natalie Portman ("Black Swan") und Colin Firth ("The King's Speech") mit ihren Hauptrollen, Melissa Leo und Christian Bale (beide "The Fighter") mit ihren Nebenrollen. Die Preise für den besten Film und die beste Regie gingen ebenfalls an "The King's Speech" und dessen Regisseur Tom Hooper.

Analysen in den Social-Media-Netzen am Wochenende hatten noch ergeben, dass die Netzcommunity "Black Swan" und Regisseur Darren Aronofsky für den großen Favoriten hielt. Stellvertretend für alle Schwanen-Beteiligten hielt Natalie Portman dann aber die eifrigste Rede mit ein paar extra Tränchen, nachdem ihr Verlobter Benjamin Millepied die Schwangere vorsorglich über die Treppen nach oben geleitet hatte. Ihm dankte sie freudestrahlend und mit roten Bäckchen für die "wichtigste Rolle ihres Lebens", die er ihr jetzt beschert habe.

Daniela Büchner & Co.

Sind das die neuen "Dschungelcamp"-Kandidaten?

Daniela Büchner
In wenigen Monaten beginnt die neue Staffel von das "Dschungelcamp", um mögliche Kandidaten wird allerdings schon jetzt heiß diskutiert. Wer laut Informationen von "Bild" bereits zugesagt hat, sehen Sie im Video.
©Gala

Vier ausgezeichnete Schauspieler: Christian Bale, Natalie Portman, Melissa Leo, Colin Firth.

Oscar

Hollywood trifft sich zur Oscar-Gala

Gastgeberin des Abends: Anne Hathaway
Natalie Portman und ihr Verlobter Benjamin Millepied
Sandra Bullock
Colin Firth mit seiner Ehefrau Livia Giuggioli

83

Colin Firth verbrachte den Abend vor den Augen der Kameras britisch-entspannt und ohne großes Gehibbel. Christian Bale, der sich wieder für seine klassische Kombination aus schwarzem Anzug, schwarzer Weste, schwarzem Hemd und schwarzer Krawatte entschieden hatte, blieb auf der Bühne brav und zurückhaltend und war von seinem endlich erreichten ersten Oscar offenbar so beeindruckt, dass es am Ende seiner Rede kurzzeitig so wirkte, als habe er den Namen seiner Frau vergessen. Spannend dafür: sein buschiger Bart, das lange Haupthaar ist inzwischen wieder kürzer. Doch der Bart sorgt dafür, dass es aussieht, als habe Bale sich die untere Gesichtshälfte von Jeff Bridges geliehen - ein lustiger Effekt. Zugegeben, der Bart von Bridges ist grau.

"The Fighter"-Mitstreiterin Melissa Leo nahm ihren Preis mal wieder völlig fassungslos entgegen - obwohl sie in den vergangenen Wochen doch noch mit Anzeigenkampagnen eigenes Geld in ihre Wahl investiert hatte. Als besonderes Highlight dekorierte sie ihre Rede mit dem, was in den US-Medien heute als "the F-Word" in den Schlagzeilen vermerkt werden wird und noch während er Veranstaltung eine sofortige Entschuldigung aus dem Backstage-Bereich an die Presse erforderte.

James Franco und Anne Hathaway fanden sich wenigstens selbst lustig.

Anne Hathaway und James Franco gaben sich als Präsentatoren der Show redliche Mühe, steuerten tatsächlich einen sehr unterhaltsamen Eingangsclip mit einer Reise durch die zehn als beste Filme nominierten Streifen und einigen prominenten Gastrollen bei. Doch auf der großen Bühne angekommen, schien die Bedeutung der Aufgabe James Francos bekanntes Problem mit dem Öffnen des Mundes und dem deutlichen Artikulieren ebenso zu verstärken wie Anne Hathaways Tendenz zur übertriebenen Mädchenhaftigkeit. Ihre kicherig-aufgeregten ersten zehn Minuten (mit Gruß an Mama) wirkten in etwa so, als ließe man Lena Meyer-Landrut plötzlich den Deutschen Filmpreis moderieren.

Später kamen die beiden ein wenig in Fahrt, brachten noch eine verkleidete Musiknummer mit Anne Hathaway im Frack und James Franco als Drag Queen unter und bekamen von der Zuschauerschaft, die beispielsweise bei "People.com" über die Frage "Gelungene Moderation oder Überforderung?" abstimmen konnten, auch knapp mehrheitlich ordentliche Noten. Gelungenster Scherz von Franco im pinkfarbenen Kleid: "Du durftest einen Smoking anziehen, also musste ich das hier anziehen. Das Komische ist, dass ich gerade eine SMS von Charlie Sheen bekommen habe."

Allein die Tatsache, dass aber mindestens fünf Referenzen ganz unterschiedlicher Personen an Hugh Jackmans Oscarmoderation vom vorvergangenen Jahr erinnerten (und eine an Alec Baldwin aus dem letzten Jahr) zeigt, welchen Eindruck die souveräne, lustige Show des Australiers damals hinterlassen hat und wie bedauernswert es ist, dass er dieses Jahr keine Zeit für die umfangreiche Vorbereitung hatte. Dass Hathaways und Francos Auftritt bei der Oscar-Gala in zwei Jahren noch Thema sein wird, darf bezweifelt werden.

Am schönsten war diese sehr gesetzte Preisverleihung ohnehin, wenn die Menschen die Bühne betraten, auf die sonst kaum einer achtet. Luke Matheny zum Beispiel , ein schlaksiger Wuschel, dessen übersprudelnde Rede ein bisschen an den berühmten Oscar-Moment von Roberto Benigni erinnerte. Mathenys Frisur ist sogar noch ein bisschen wirrer und er wirkt, als ob er sein NYU-Filmstudium erst vorgestern beendet hat. Der Oscar für den besten Kurzfilm ging trotzdem an ihn und "God of Love". Lässig auch, wie Justin Timberlake Kirk Douglas' verzögerndes "You know" aus der Anmoderation der besten Nebendarstellerin einfach in sein Skript übernimmt, der Saal schmunzelt.

Unter den Preis-Präsentatoren fallen besonders Josh Brolin und Javier Bardem auf, die in weißen Dinnerjackets locker die Drehbuch-Preise ankündigen. Viel Spaß macht auch der Einspieler, in dem die größten Filme des Jahres in Musicals umgewandelt worden sind - von "Twilight" über "Harry Potter" bis hin zu "Toy Story 3". Wer hätte schon ein Lied über den shirtlosen Taylor Lautner erwartet?

Apropos Bekleidung: Etwas, das die Möchtegern-jugendliche Oscarvariante sich meinte, von den MTV-Awards abgucken zu müssen, ist ein beständiger Klamottenwechsel bei Anne Hathaway. Ist es nicht seltsam, dass das offenbar immer nur dann eine Rolle spielt, wenn Frauen die Gastgeber einer Show sind? Ist das auf diese Art und Weise nicht furchtbar altmodisch? Leider ist unter all den Outfits dann nicht einmal ein wirklich tolles Kleid gewesen. Doppelt schade.

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