Oscar-Verleihung: 76 Länder wollen den "Auslands-Oscar"

So viele Länder wie nie zuvor schicken einen Oscar-Kandidaten für die Kategorie "bester nicht-englischsprachiger Film" ins Rennen

Filmszene aus "The Grandmaster" von Regisseur Wong Kar-Wai.

76 Länder haben eine Oscar-Bewerbung für den besten nicht-englischsprachigen Film eingereicht – mehr als je zuvor. Das teilte die "Academy of Motion Pictures Arts and Sciences" am Montag (7. Oktober) in Beverly Hills mit. Für die 85. Oscar-Verleihung im Februar dieses Jahres hatten 71 Länder einen Film ins Rennen geschickt. Ganz neu dabei sind Moldawien und Saudi-Arabien. Außerdem reicht die Republik Montenegro zum ersten Mal als unabhängiger Staat einen Beitrag ein.

Unter den Kandidaten für die 86. Auflage der Preisverleihung, die am 2. März 2014 über die Bühne gehen wird, sind der dänische Thriller "Die Jagd" mit Hollywood-Star Mads Mikkelsen und der neueste Film von Asghar Farhadi, "Le Passé" (auf Deutsch: die Vergangenheit). Das Familiendrama lief im diesjährigen Wettbewerb um die "Goldene Palme" bei den Filmfestspielen von Cannes, musste sich aber einem Beitrag aus Tunesien geschlagen geben. Der Iraner Farhadi hat bereits einen "Auslands-Oscar" gewinnen können: 2012 räumte sein Drama "Nader und Simin – Eine Trennung" den Filmpreis ab – neben über 40 weiteren Auszeichnungen.

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Als weiterer Favorit wird das Kampfkunst-Drama "The Grandmaster" des chinesischen Regisseurs Wong Kar-Wai gehandelt, der die diesjährige Berlinale eröffnet hat. Der 55-Jährige heimste in der Vergangenheit mit Werken wie "Chungking Express" oder "In the Mood for Love" diverse Film- und Festivalpreise ein.

Deutschland schickt Regisseur Georg Maas mit "Zwei Leben" ins Oscar-Rennen. Der Film beschreibt das Schicksal von "Katrine" (Juliane Köhler). Die ehemalige DDR-Spionin ist das Produkt der NS-Initiative "Lebensborn", mit der das deutsche Erbgut "nordisiert" werden sollte. Von den Eltern getrennt, wuchs sie in einem Kinderheim auf und konnte erst weit nach dem Krieg Kontakt zu ihrer Mutter aufnehmen. Der junge Anwalt "Sven" (Ken Duken) will "Lebensborn"-Fälle vor den Europäischen Gerichtshof bringen. Bei seinen Recherchen stößt er auf weitere Geheimnisse in "Katrines" Vergangenheit.

Deutscher Oscar-Vorschlag: "Zwei Leben" von Georg Maas

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Die Aufarbeitung der Geschichte hat in den deutschen Oscar-Beiträgen Tradition. Als einer der zwei Gewinnerfilme aus Deutschland setzte sich 2006 der DDR-Thriller "Das Leben der Anderen" durch. 2002 gewann "Nirgendwo in Afrika", ein 1938 angesiedeltes Drama, das die Flucht einer jüdischen Familie nach Kenia zum Thema hat.

In diesem Jahr ging der Oscar für den besten fremdsprachigen Beitrag nach Österreich: Das Drama "Liebe" von Michael Haneke konnte die Academy überzeugen.

Der Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film wird seit 1957 jährlich vergeben. Die Bestenliste führt dabei Italien mit 13 Auszeichnungen an, gefolgt von Frankreich, das zwölf "Auslands-Oscars" vorweisen kann. Dahinter reihen sich Spanien und Japan mit vier Oscar-prämierten Filmen.

Am 16. Januar 2014 wird es noch einmal spannend: Dann stellt die Academy die fünf Kandidaten vor, die es auf die endgültige Nominierten-Liste geschafft haben.

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