Tote Mädchen lügen nicht: Netflix veröffentlicht Studie zur Dramaserie "13 Reasons Why"

Netflix hat auf die kontroversen Diskussionen über die Serie "Tote Mädchen lügen nicht" reagiert und eine Studie in Auftrag gegeben und stellt jetzt die Ergebnisse daraus vor

Hinter den Kulissen von "13 Reasons Why", Dylan Minnette, Ajiona Alexus und Director Kyle Patrick Alvarez (v.l.)

Vor fast genau einem Jahr lief am 31. März 2017 auf Netflix die Serie "13 Reasons Why" (oder auch "Tote Mädchen lügen nicht") an und entfachte innerhalb kürzester Zeit ein regelrechtes Lauffeuer. Während die einen noch zwischen den Folgen festhingen und darum kämpften weiterzuschauen, fanden sich andere in Internetforen oder am Mittagstisch in erbitterten Diskussionsrunden wieder. Netflix hatte mit der Dramaserie einen Dialog losgetreten, der die Welten von Teenagern und Erwachsenen miteinander kollidieren lies.

Worum geht es bei "13 Reasons Why"?

In der Serie, die auf dem Bestseller von Jay Asher basiert, geht es um den Teenager Clay Jensen (Dylan Minnette), der eines Tages von der Schule nach Hause kommt und auf der Terrasse ein rätselhaftes Päckchen mit seinem Namen darauf vorfindet. Das Paket enthält Audiokassetten, die von seiner Mitschülerin Hannah Baker (Katherine Langford) aufgenommen wurden und darauf 13 Gründe für ihren Selbstmord festgehalten hat. Im Verlauf der Serie folgt man dem Teenager und wird Teil einer Teenagerwelt, die völlig überworfen wird. Denn es steht permanent die Frage im Raum, ob er selbst einer der Gründe ist.

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Am Ende, nachdem man in die Gefühlswelt der Teenager gezogen wurde, bleibt man, ganz gleich ob jung oder alt, verstört zurück und wird von einem ganz eigenen Gefühlschaos überrollt – und allein gelassen.

"Tote Mädchen lügen nicht" fördert den Dialog

Das führte dann – nicht wie von vielen Erwachsenen befürchtet – zur Glorifizierung von Selbstmorden und schon gar nicht zum sogenannten "Werther-Effekt". Stattdessen nahmen viele Zuschauer die Serie zum Anlass sich auf einen Dialog einzulassen, miteinander über die unangenehmen Themen sprechen.

Netflix hat sich daraufhin mit den kontroversen Diskussionen und der eigenen Verantwortung nach dem Launch der ersten Staffel beschäftigt und infolgedessen beim Center on Media and Human Development der Northwestern University in Illinois eine weltweite Studie in Auftrag gegeben.

Netflix veröffentlicht Studie zur Dramaserie

Gestern hat die Northwestern University dann die Ergebnisse der Studie veröffentlicht. Danach können sich 71 Prozent der Teenager und jungen Erwachsenen mit den Themen der Serie identifizieren. 

Und fast drei Viertel der Zuschauer im Teenager- und jungen Erwachsenenalter gaben an, die Serie hätte ihnen dabei geholfen, schwierige Themen zu verarbeiten.

Unerwartete und überraschende Ergebnisse

Neben dem, was sich bereits abgezeichnet hat, gehen aus der Studie aber auch einige unerwartete und überraschende Ergebnisse hervor: Beispielsweise gingen mehr als die Hälfte der Teenager anschließend auf jemand anderen zu und entschuldigte sich für ihr Verhalten dieser Person gegenüber. Zudem erklärten fast drei Viertel der Teenager, dass sie sich vorgenommen haben im Umgang mit anderen rücksichtsvoller sein zu wollen.

Netflix reagiert auf die Studienergebnisse

Aufgrund der Studienergebnisse, die außerdem nahelegen, dass die Mehrheit der Eltern der Meinung war, die Serie würde wichtige Themen ansprechen, sich aber gleichzeitig mehr Hintergrundinformationen wünschen, reagiert der Streamingdienst und versucht jetzt seiner Verantwortung gerecht zu werden. 

In einer Pressemittteilung gibt Netflix gibt bekannt in Vorbereitung auf die zweite Staffel von "Tote Mädchen lügen nicht" neue Tools und Features zur Unterstützung der Zuschauer einzuführen:

Darsteller ordnen vorab die Serie ein

Zwei Drittel der in der Studie befragten Eltern wünschen sich, dass die Darsteller der Serie außerhalb ihrer Rolle diskutieren, wie man Unterstützung finden kann. Diesem Wunsch geht Netflix nach. Am Anfang jeder Staffel gibt es eine Einführung mit dem Ensemble der Serie. Die Darsteller weisen darin auf die Fiktionalität der Geschichte hin, machen aber deutlich wie wichtig die angesprochenen Themen in der Serie sind.

Netflix stellt zusätzliche Informationen bereit

Mehr als die Hälfte der Eltern wünscht sich Tipps von psychologischem Fachpersonal. Netflix kommt diesem Wunsch nach und stellt der Website 13ReasonsWhy.info nun zusätzliche Informationen bereit. Und da es nicht nur bei dem reinen Informationsmaterial für die Eltern bleiben soll, kann dort auch ein Leitfaden heruntergeladen werden, der Anregungen gibt, wie Eltern und Teenager schwierige Themen ansprechen können.

Weiteres Zusatzfeature für Staffel 2

Vielen Eltern hat das Zusatzfeature "Beyond the Reasons" bei den Gesprächen mit ihrem Kind geholfen. Wie Netflix mitteilt, wird es auch für die zweite Staffel, die für Ende des Jahres erwartet wird, ein Zusatzfeature geben.

Netflix arbeitet an örtlicher Hilfe

Zudem versucht der Streaminganbieter zusammen mit Experten und Vereinen Hilfe lokaler Ebene anzubieten. Mehr Informationen dazu können ebenfalls der Website entnommen werden.

Mehr als nur Fiktion: #TellThem

Netflix trägt damit nicht nur solche wichtigen Tabuthemen in den öffentlichen Raum, sondern macht auf gleichzeitig darauf aufmerksam, dass trotz aller Fiktionalität der Serie für viele Teenager Mobbing oder Belästigung zum Alltag gehören. Unter dem Hashtag #TellThem sammelt das Unternehmen all diese individuellen Geschichten und bietet besonders mutigen Jungen und Mädchen ein Forum.

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