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Miriam Höller "Durch meine Rückschläge habe ich gelernt, dass man viele Antworten in der Ruhe findet"

Miriam Höller
© PR
Vor rund fünf Jahren zerbrach Miriam Höllers privates und berufliches Leben in nur wenigen Wochen. Doch die Stuntfrau kämpft sich aus eigener Kraft aus ihrem persönlichen Tief. Bei "Leben leicht gemacht – The Biggest Loser" zeigt sie den Kandidat:innen, wie wichtig Mut, Vertrauen und innere Balance sind.

Miriam Höller, 34, weiß, was es bedeutet, wenn einem der sichere Halt unter den Füßen weggezogen wird – und das gleich im doppelten Sinne. Die einstige Stuntfrau zertrümmert sich 2016 bei einem ihrer Stunts beide Füße. Sechs Wochen später verunglückt ihr Lebensgefährte, Kunstflug-Weltmeister Hannes Arch, †48, bei einem Helikopterabsturz tödlich.​

Im Interview mit GALA erklärt die Speakerin, wie genau diese Schicksalsschläge es ihr ermöglichen, die Kandidat:innen bei "Leben leicht gemacht – The Biggest Loser" zu unterstützen und wie sie sich selbst Tag für Tag motiviert.

Miriam Höller: "Ich habe selber privat sowie beruflich einen totalen Zusammenbruch erlebt"

Sie sind nicht nur einstige Stuntfrau, sondern auch Speakerin und Unternehmerin. Auf welchen Aspekt beim Coaching der Kandidat:innen haben Sie den Fokus gelegt?

Miriam Höller: Bei dem Coaching lag der Fokus auf der Persönlichkeitsentwicklung der Kandidat:innen. Ich habe selber privat sowie beruflich einen totalen Zusammenbruch erlebt und mich von da wieder herausgekämpft. Mit meiner persönlichen Geschichte und Erfahrungen helfe ich Menschen, mit Veränderungen besser umgehen zu können. Dieser Veränderungsprozess findet im Leben ständig statt. Damit die Kandidat:innen nicht daran zerbrechen, sondern daran wachsen, ist es wichtig, ein gutes Selbstwertgefühl aufzubauen, Vertrauen in diesen Prozess zu finden und Flexibilität zu erlernen. 

Als Speakerin beeindrucken Sie Tausende von Menschen mit Ihren Erfahrungen im Bereich Risiko, Mut und Lebensfreude. Inwiefern lässt sich das auf die Situation der Teilnehmenden anwenden?

Ich glaube, wenn ich für etwas stehe, dann ist es das Thema Mut. Erfahrungen zu machen, dabei vielleicht auch zu scheitern und dann aber daraus lernen und sich entwickeln. Bei "Leben leicht gemacht" haben wir uns allerdings ganz bewusst nicht auf das Thema Mut konzentriert, sondern auf die innere Balance. Ich war in meinem Leben immer jemand, der in der Extreme gelebt hat – Spannung und Tempo. Durch meine Rückschläge habe ich gelernt, dass man sehr viele Antworten in der Ruhe findet.

Es ist wahnsinnig wichtig, diesen gesunden Ausgleich von Anspannung und Entspannung hinzubekommen. Die Kandidat:innen sollten auf ihre innere Stimme hören und ihren Fokus gezielt setzen. Power hatten sie im Camp schon genug – wir wollen den Ursprung ihrer Herausforderung angehen: Was kompensieren sie mit dem vielen Essen? Warum ist das Ventil das Essen?

Ein Punkt Ihrer Vorträge ist die Eigenverantwortung. Für die Kandidat:innen kommt vor allem erst nach dem Camp dieser Schritt. Welche Tipps haben Sie mit auf den Weg gegeben, um es auch zu Hause schaffen zu können?

Ich kann das Leben der Menschen nicht verändern, aber ich kann ihnen das Bewusstsein geben, dass sie diese Verantwortung tragen. Ich motiviere und ermutige die Teilnehmer:innen, aus ihrem Standpunkt ihr maximales Glück und ihr Ziel zu erreichen. Es ist wichtig, dass sie verstehen, dass sie selbst verantwortlich sind. Wenn sie ihr Leben proaktiv gestalten wollen, dann sollten sie nie wieder die Verantwortung abgeben – weder an andere Menschen noch auf das Leben. 

In einem Ihrer Vorträge haben Sie gesagt, dass auch das Umfeld eine große Rolle spielt. Menschen, die sagen: Bleib doch so, wie du bist. War das ein großer Punkt bei den Kandidatinnen?

Ja, auf jeden Fall. Hoffentlich bleibt man nicht so, wie man ist. Das Leben verändert sich jeden Tag, und wir verändern uns mit dem Leben, dabei liegt es an uns, ob negativ oder positiv. Wir Menschen können nur sehr schwer etwas alleine schaffen. Gerade wenn es um Dinge geht, die wir uns antrainiert haben, wie schlechte Gewohnheiten. Wir brauchen ein motivierendes Umfeld und auch einen gewissen Druck und eine Beobachtung, sodass wir auf der Spur bleiben.

Der erste Schritt ist, sich einzugestehen, wer tut einem gut, wer kann mir helfen? Genau so habe auch ich es gemacht: Ich habe mich an Menschen gehalten, die mir voraus waren, die Schritte vorausgegangen sind und von denen ich lernen konnte. Von toxischen Menschen, die einen in der Opferrolle festhalten, habe ich mich ferngehalten. Man braucht Menschen, die einem die Hand reichen und mitziehen.

Wenn Sie an die Zusammenarbeit mit den Kandidat:innen zurückdenken, was kommt Ihnen dann direkt in den Sinn?

Ich bin wahnsinnig überrascht gewesen, wie offenherzig und motiviert die Teilnehmer:innen waren. Sie haben mir sehr aufmerksam zugehört, und das lässt mich sie nun neugierig beobachten. Ich bin gespannt, wie sie das Gelernte umsetzen. Und genau darum geht es. Leicht ist es für niemanden, antrainierte Muster zu durchbrechen. Aber die Menschen, die es wirklich wollen, für die kann es lebensverändernd sein.

"Leben leicht gemacht" – immer sonntags um 17:30 Uhr in SAT.1.

Verwendete Quellen: eigenes Interview

Gala


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