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Milow "Ich kenne meine Grenzen"

Milow
© Gala.de
Der Sänger Milow war bei Tim Mälzer in Hamburg zu Gast und stellte sein neues Album vor. Gala.de sprach mit ihm über seine Songs und sein Leben in Belgien

Als er die kleine Bühne betritt, wirkt Milow noch unscheinbar: Er trägt Jeans und T-Shirt und ein Baseballcap, um die Glatze zu verbergen. Doch sobald der belgische Musiker an das Mikrofon tritt und mit seiner Gitarre das erste Lied anstimmt, sind die Gäste in Tim Mälzers "Bullerei" in Hamburg in seinen Bann gezogen. Immer mehr Restaurantbesucher stellen sich an die Bar, um Milow gut sehen und hören zu können.

"Das nächste Lied habe ich in Hamburg geschrieben. Gestern in Berlin habe ich natürlich etwas anderes gesagt", scherzt der 29-Jährige gut gelaunt mit seinem Publikum.

Schöne Atmosphäre: Milow stellte in der "Bullerei" in Hamburg ein paar seiner neuen Songs vor.
Schöne Atmosphäre: Milow stellt in der "Bullerei" in Hamburg ein paar seiner neuen Songs vor.
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Milow ist in Deutschland, um sein neues Album "North and South" vorzustellen. Eigentlich sei so ein Abend nur Arbeit für ihn, aber das Singen, das mache ihm wirklich Spaß, verrät Milow im Gespräch mit Gala.de. Trotzdem lässt er sich das Essen gut schmecken und lobt Restaurantbesitzer Tim Mälzer ausdrücklich für die Forellen-Vorspeise. Mit dem Fernsehkoch bespricht er gleich, dass er bei der nächsten Tour samt Band vorbeikommen möchte. Denn Milow gefällt es in Deutschland: "Hier spiele ich die meisten Konzerte, habe die meisten Fans. Berlin erinnert mich mit seinen Widersprüchen und dem Zusammenprall von Kulturen ein bisschen an meine Heimat Belgien", erzählt er.

Tim Mälzer freute sich über den Besuch von  Milow in seiner "Bullerei".
Tim Mälzer freut sich über den Besuch von Milow in seiner "Bullerei".
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Wenn er zuhause ist, genießt er den Alltag mit Freunden und Familie, kocht gerne für alle und spricht wenig über seinen Beruf. Für seine drei Geschwister ist er eben nicht "Milow", sondern immer noch einfach Jonathan Vandenbroeck. Er lebt in dem kleinen Studentenstädtchen Leuven im Norden des Landes. "Es ist perfekt dort: Ich kann mit der Gitarre in der Hand zum Bahnhof laufen und bin in einer Stunde am Flughafen und von dort überall in der Welt." Raus aus Belgien, auf die Bühnen dieser Welt, das wollte Milow schon immer. Doch der Durchbruch ließ lange auf sich warten. "Vor vier Jahren habe ich mich noch schlecht gefühlt und gedacht, dass es vielleicht doch nichts war mit meinem Traum von der Musik. Aber nun bin ich an einem wirklich guten Punkt angekommen. Keiner glaubt mir das, aber ich fange jetzt erst richtig an", meint der Sänger selbstbewusst.

Seit dem Erfolg seines Albums "Milow" 2009 hat er in rund 20 Ländern über 300 Live-Shows bestritten. Während der Tour blieb ihm immer noch genügend Zeit zum Schreiben seines neuen Albums. Sehr persönlich seien die Songs wieder, das sei für ihn eine absolute Notwendigkeit. "Ich kenne nun einmal meine Grenzen und ich bin nicht der beste Gitarrenspieler der Welt. Also brauche ich persönliche Geschichten, die ich immer und immer wieder glaubwürdig rüber bringen kann," erklärt er. Das Motto des Album sei "Widersprüche". "Das fasst für mich die vergangenen Jahre gut zusammen. Ich hatte plötzlich diesen unglaublichen beruflichen Erfolg und in meinem Privatleben sah es durch den Tod meines Vaters ganz anders aus." Das Lied "Son" handele deshalb zum Beispiel von Vater-Sohn-Beziehungen und wie sie sich über die Jahre verändern.

"Das ist ein Song, den ich für 50 Cent geschrieben habe", scherzt Milow, bevor er zum Abschied in Hamburg seinen weltweiten Cover-Hit "Ayo Technology" anstimmt. Am 1. April erscheint Milows neues Album "North and South", die erste Single "You and Me (In my Pocket)" ist ab dem 18. März auf dem Markt. Das Video dazu könnt ihr euch hier schon einmal ansehen.

gala.de


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