Michael Patrick Kelly: Deshalb gibt er keine Autogramme mehr

Bei "Sing meinen Song" zeigt Michael Patrick Kelly eine ganz neue, verletzliche Seite von sich. Auch im GALA-Interview spricht der Künstler ganz offen über seine spannende Entwicklung

Der frühere "Kelly Family"-Liebling Paddy Kelly hat sich zu Michael Patrick Kelly gemausert - und den zeigt er bei "Sing meinen Song".
Wer singt wohl den Mega-Hit von 1994 "An Angel"? Wer wagt sich an seine neueren Solo-Stücke ran? Im Interview mit GALA spricht Michael Patrick Kelly über seine größte Hürde bei dem Projekt und wie sich sein Leben nach dem Kloster verändert hat.

Wie schwer oder leicht fiel Ihnen die Entscheidung, bei "Sing meinen Song" mitzumachen?

Die ersten Gespräche haben wir bereits 2015 geführt. Als ich dann für dieses Jahr gefragt wurde, habe ich sofort zugesagt. Für mich ist „Sing meinen Song“ die schönste Musiksendung im deutschsprachigen Raum.

Exklusiver Clip

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"Enzo und die wundersame Welt der Menschen" kommt am 3. Oktober in die deutschen Kinos, in denen Hund Enzo nicht nur die Herzen der Zuschauer, sondern auch von Milo Ventimiglia und Amanda Seyfried erobert.
©Gala

Auf welchen Künstler haben Sie sich vor Beginn des Projekts am meisten gefreut?

Auf Gentleman, er ist ein internationaler Künstler und in der ganzen Welt unterwegs. Ich war froh, dass in diesem Jahr das Verhältnis zwischen Deutsch- und Englisch-sprachigen Künstlern ausgeglichen war. Letztes Jahr hätte ich fast nur auf Deutsch singen müssen.

Waren die deutschen Lieder die größte Herausforderung für Sie?

Auf jeden Fall! Ich spreche zwar schon lange Deutsch und habe auch schon mal auf Deutsch gesungen. Aber ich wollte das Level, das ich auf Englisch hinkriege, auch auf Deutsch hinbekommen. Da hatte ich Bedenken, ob ich die Musik auf Deutsch auch so fühlen kann, wie ich es auf Englisch tue? Letztendlich habe ich Gefallen daran gefunden. Ich werde vielleicht sogar die ein oder andere Nummer in mein Konzertprogramm aufnehmen. 

Sing meinen Song 2017

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Wer hat Sie am meisten überrascht?

Schwer zu sagen. Mark Forster hat mich auf jeden Fall überrascht. Plötzlich erfahre ich, dass er zweimal auf dem Jakobsweg war. Aber darum geht es ja. Mal aus der Comfort-Zone rauskommen, sich sowohl musikalisch als auch menschlich auf neue Leute einlassen, mit denen man aus eigener Initiative vielleicht nie gemeinsame Projekte gestartet hätte. Ich habe wirklich etwas fürs Leben gelernt und habe sieben gute Buddys gefunden. Jeder lässt in der Sendung die Hosen runter, öffnet sich, verrät etwas über sich. Ich hätte nie gedacht, dass ich weinen muss. Aber letztendlich haben Gentleman und ich uns gegenseitig zum Weinen gebracht, ich ihn mit „Memories“ und er mich dann mit „Shake away“. 

Was war das für ein Gefühl, dass so berühmte Kollegen Ihre Songs interpretieren?

Der Abend, an dem meine Songs gesungen wurden, war natürlich mein persönliches Highlight. Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Als ob man noch einmal das ganze Leben Revue passieren lässt. Diese Songs sind in gewisser Weise persönliche Meilensteine, die zu bestimmten Epochen deines Lebens gehören. Da kamen Erinnerungen hoch. Es wurden ja sowohl meine Songs aus der Zeit mit der Family in den Neunzigern, als auch meine aktuelleren Solo-Songs gesungen.

Haben Sie neue Musikrichtungen für sich entdecken können?

Ja. Ich habe einen Song in Südafrika geschrieben, der durch ein Musikgenre eines Künstlers inspiriert wurde. Mehr kann ich aber noch nicht dazu sagen, das wäre noch zu früh. 

Apropos: Gibt es nach „Human“ bald neue Musik von Ihnen?

Ich war gerade für vier Monate in London und habe dort in verschiedenen Studios neue Songs aufgenommen. Das neue Album „iD“ erscheint am 16. Juni. Dann fangen auch die Festivals an, im Herbst gehe ich auf Hallen-Tournee.

Sie haben schon viel erlebt, die Kelly Family, das Kloster, jetzt sind Sie Solo-Künstler und verheiratet. Kann man sagen, dass Sie jetzt wirklich angekommen sind?

Ich werde dieses Jahr 40 und es fühlt sich für mich so an, als würde alles stimmen, sowohl privat als auch beruflich. Ich bin sehr glücklich. Klar gibt es Momente, wo man auch Stress hat, aber das gehört zum Leben dazu. Ich habe zwar viel erlebt, aber ich habe auch immer noch Träume und Ziele. 

The Kelly Family

Die Bandmitglieder damals und heute

Im Alter von nur 15 Jahren komponiert Michael Patrick "Paddy" Kelly den Hit "An Angel". Der Mädchenschwarm wird ab seinem 19. Lebensjahr das musikalische Oberhaupt der Familie. Im Jahr 2003 veröffentlicht Paddy sein Solodebüt "In Exile". Kurz darauf zieht er sich für sechs Jahre in ein Kloster in Frankreich zurück. Erst 2010 nimmt er seine Tätigkeit als Musiker wieder auf. Im April 2013 heiratet Paddy Kelly seine Jugendliebe, die belgische Journalistin und Religionsphilosophin Joelle Verreet.
Mit der Single "Shake Away" meldet sich Paddy Kelly 2015 zurück in der Musikszene. Sein Album "Human" klettert in Deutschland bis auf Platz drei. Er nimmt an verschiedenen Musik- und Castingshows wie "Dein Song", "The Voice Kids" und "Sing meinen Song" teil. 2018 ersetzt er Samu Haber als Juror in "The Voice of Germany" und wird mit seinem Kandidaten Samuel Rösch Sieger der Staffel.
Angelo Kelly ist das jüngste Mitglied der Pop- und Folkband The Kelly Family. Zusammen mit seinem Bruder Paddy Kelly ist er besonders beliebt bei den Fans. Im Jahr 2006 veröffentlicht er sein Solodebüt "I'm Ready".
Ende 2014 performt Angelo Kelly seine Mixtape-Tour, auf der er Stücke anderer Künstler wie Miley Cyrus, Bruce Springsteen, Aerosmith, One Direction, Oasis und The Black Eyed Peas interpretiert. Mittlerweile lebt Angelo mit seiner Frau Kira Harms und den fünf gemeinsamen Kindern in Irland, wo er sich wieder der Straßenmusik widmet. Die Vox-Sendung "Goodbye Deutschland" hat die Auswanderung auf die grüne Insel begleitet. Seit 2017 tritt Angelo wieder gemeinsam mit fünf bis sechs seiner Geschwister in der Gruppe The Kelly Family auf.

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Sie waren sechs Jahre lang Mönch, jetzt stehen Sie wieder auf der Bühne. Wie passt das zusammen?

Ich war vor der Kloster-Zeit ein sehr extrovertierter Mensch. Wenn man in einer singenden Familie groß wird und die Bühne so etwas wie das Spielzimmer ist, ist man von Natur aus eine Rampen-Sau. Die Kloster-Zeit hat dem introvertierten Menschen in mir Raum gegeben. Aber ich bin nach wie vor ein fröhlicher Mensch, der gerne Witze macht. Christ sein hat für mich nichts mit verkrampft oder verklemmt sein zu tun.

Sie haben mal beschlossen, keine Autogramme mehr zu geben. Ist das immer noch so?

Vor zehn Jahren habe ich entschieden, dass ich keine Autogramme mehr geben möchte. Ich mag diesen Personenkult einfach nicht. Ich mache allerdings Selfies, denn das macht man ja auch mit Freunden oder der Familie. Ärzte, die Menschenleben retten, fragt man ja auch nicht nach Autogrammen. Ich habe wahrscheinlich auch einfach schon zu viele Autogramme in meinem Leben verteilt, so dass ich das nicht mehr will (lacht). 

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