Maxine Kazis: "Wir haben geschrien und geweint"

Vom Tanz über die Schauspielerei hat Maxine Kazis die Musik für sich entdeckt - und die Aufmerksamkeit von Peter Plate erweckt. Mit dem hat sie jetzt ihr neues Album "Die Evolution der Maxine Kazis" veröffentlicht. Mit GALA sprach sie über die Zusammenarbeit

Peter Plate und Maxine Kazis

Wie kam es zu dem Titel Deines neuen Albums?

Der Titel meines EPs war ja Metamorphose. Das und auch mein neues Album haben mit meiner Reise und meiner Entwicklung zu tun. Da ich in meinem Album vom Zeitpunkt meines fünften Lebensjahres bis jetzt erzähle und in dieser Zeitspanne viel hinfallen und wieder aufstehen war, hat sich der Titel Evolution ergeben.

Du bist auf dem Cover nackt. Warum?

Mit meiner Musik mache ich mich förmlich nackt, da ich meine dunkelsten Geschichten preisgebe. Daher wollte ich etwas pures, ehrliches und authentisches auf dem Cover. Ich finde, es ist sehr schön geworden.

Mit welchen Erfahrungen im Leben verbindest Du Deine Songs?

In dem Song „Hinfallen, Aufstehen, Weitertanzen“ erzähle ich von meiner Zeit als Tänzerin, von meiner Verletzung, weshalb ich nicht weitertanzen konnte, auch in Kombination mit einer Essstörung. Damit spreche ich natürlich Tabu-Themen an, ich finde es aber sehr wichtig, darüber zu sprechen. Und wenn man als Sängerin die Chance dazu hat, sollte man es auch machen. Es sind auch viele Trennungen und Verletzungen mit eingeflossen.

Hast Du das Gefühl diese Momente wieder zu durchleben, wenn Du die Songs auf der Bühne performst?

Das ist Tagesform abhängig. Ich bin gelernte Schauspielerin, habe also gelernt mit Emotionen umzugehen. Wenn ich mich auf der Bühne jedes Mal so tief in die Songs hineinversetze, würde ich nur heulen. Manchmal passiert es natürlich trotzdem. Ich persönlich finde es als Zuschauer aber immer spannender, wenn man bei dem Künstler auf der Bühne einen Kampf beobachtet.

Wie lange habt Ihr an dem Album gearbeitet?

Zwei Jahre.

Kam es dabei auch zu Auseinandersetzungen zwischen Dir und Peter?

Auf jeden Fall. und ich sind beide sture Menschen – wenn wir eine Meinung haben, dann vertreten wir die auch. Dann knallt es natürlich mal, man kann nicht immer der gleichen Meinung sein. Mit Tränen und Rumschreien, aber das hält höchstens 12 Stunden. Am nächsten Tag rufen wir uns an und bitten um Verzeihung.

Du hast früher getanzt. Was war der Grund für Dich damit aufzuhören?

Ich musste. Tanzen war meine Leidenschaft Nummer 1. Aber ich habe mich verletzt, und das wurde falsch behandelt, woraufhin ich mich wieder verletzt habe. Ab da war es nicht mehr möglich, auf einer professionellen Ebene zu tanzen. Und dann habe ich mir gesagt: Wenn ich nicht mehr auf diesem Level weitermachen kann, dann möchte ich aufhören. Das ist dann mein Perfektionsdrang.

Und dann waren die Schauspielerei und die Musik für Dich naheliegend?

Ja, auf jeden Fall. Ich hatte schon länger überlegt, Schauspiel zu studieren. Aber die Musik lag mir auch immer nahe, denn meine Mutter ist Opernsängerin. Deshalb wollte ich beides und konnte mich nicht für das eine entscheiden.

Du tanzt in Deinen Musikvideos. Wie fühlt es sich an sich dabei zu sehen?

Schwierig. Ich mache es eben immer noch so gerne, aber wenn ich mich sehe, denke ich immer: Das konntest du aber mal besser. Ich finde, der Tanz ist einfach eine tolle Ausdrucksform und eine schöne Art sich zu bewegen.

Du singst ja auf Deutsch. Hast Du schon einmal überlegt auf Englisch zu singen?

Ja, es war immer mein Traum eines Tages in Deutschland zu leben und auf Deutsch zu singen. Mir gefällt die Sprache sehr, es ist eine sehr hart aber klare Sprache. Das war immer klar für mich auf Deutsch zu singen. Ich habe schon ein paar Songs auf Englisch versucht, aber das hat mir nicht so gefallen. Lieber Französisch – auf dem Deluxealbum habe ich einen Song auf Französisch aufgenommen.

Du lebst nach Kiel und Hamburg im Moment in Berlin Kreuzberg. Hast Du das Gefühl angekommen zu sein?

Nein. Ankommen ist ja langweilig. Worüber würde ich denn dann schreiben? Ich möchte aber erstmal in Berlin bleiben, es gefällt mir total. Meine Endstation ist das aber nicht.

Maxine Kazis hat in Zusammenarbeit mit Peter Plate ihr erstes Album "Die Evolution der Maxine Kazis" veröffentlicht, auf dem sie über Tabuthemen wie Essstörungen singt. Mit ihren Songs, die unter die Haut gehen, geht die gebürtige Schweizerin ab dem 7.12. auf große Tour. Die Tourdaten können Sie auf Maxine Kazis' Facebook-Account finden.

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