Mark Forster bei "Sing meinen Song": "Ich musste als Schlichter eingreifen"

In seiner neuen Rolle als Gastgeber bei "Sing meinen Song" hatte Mark Forster mit gleich zwei musikalischen Schwergewichten zu kämpfen

Letztes Jahren waren Sie Teilnehmer, in diesem Jahr sind sie der Gastgeber: Wie fühlt sich das an?

: Es ist wirklich eine extrem andere Situation. Ich war im letzten Jahr sehr aufgeregt vor der Staffel und habe mich im Vorfeld natürlich intensiv mit der Musik beschäftigt. Ich hatte ehrlich gesagt ein bisschen Bammel. Ich wusste ja nicht, was passiert. Bei "Sing meinen Song" geht es in erster Linie um die Musik, aber auch um diese Couch, wo alle heulen und irgendwie ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Ich wusste nicht, wie ich darauf reagiere. In diesem Jahr wusste ich schon ein bisschen, wie sich das anfühlt, hatte aber natürlich als Host mehr Verantwortung auf dieser Couch. Das dachte ich zumindest, bis ich dann da saß und festgestellt habe: Das ist eine Sendung, die keinen Gastgeber braucht. Das Prinzip, dass Musiker auf der Couch sitzen und sich ihre Songs vorsingen, ist stark genug. Es braucht eigentlich nur einen, der weiß, wer als nächster singt. (lacht)

Wie haben Sie sich die Gastgeber-Rolle vorbereitet?

Forster: Ich war mega panisch. Ich habe mich natürlich sehr gut vorbereitet und wusste ziemlich viel über die anderen Kandidaten. Ich habe mich natürlich sehr damit beschäftigt, dass ich das vernünftig mache. Wie gesagt, das Format braucht den Host eigentlich nicht, sondern ist aus sich heraus stark genug, weil ganz andere Sachen im Mittelpunkt stehen: Nämlich die Musik und das, was mit ihr zusammenhängt. Dazu gehören zum Beispiel die Geschichten, wie es zu den Songs kam. Alles an dieser Sendung ist irgendwie ein Statement. Wenn ich jetzt einen Song aussuche von oder von , ist das schon irgendwie ein Kompliment oder eine Message an denjenigen. Dann kommt noch die eigene Interpretation ins Spiel. Das macht die Sendung wahnsinnig intensiv.

Sie machen in der Regel einen sehr gelassenen Eindruck. Wie äußert sich denn Panik bei Ihnen?

Forster: Ich war sehr nervös und habe viel recherchiert. Ich war quasi auch kurz Journalist, habe auf "Youtube"-Interviews mit den Kandidaten geschaut und "Wikipedia"-Einträge über sie gelesen gelesen. (lacht) Ich habe versucht, mir so schon mal ein Bild zu machen. Aber letzten Endes ist es ja so, dass man bei "Sing meinen Song" die Künstler nochmal anders kennenlernt als überall sonst. Das macht es auch aus und war auch bei uns so.

Welche Dynamik hat sich zwischen Euch als Gruppe entwickelt?

Forster: Das war eine völlig andere Dynamik als bei der letzten Staffel. Im letzten Jahr haben wir ziemlich viel gekuschelt und gesoffen. Das war die Art von Party, die wir erlebt haben. Dieses Mal war es eine andere Party. Wir waren sehr interessiert aneinander. Wenn oder dir eine Frage stellen, dann geht die ein bisschen tiefer. Dann wollen sie wirklich die Antwort wissen. So eine Art von Gruppe waren wir. Das war echt spannend.

Es war dadurch nicht weniger emotional. Es gibt einfach verschiedene Arten von Emotionen. Wenn im letzten Jahr einer der Künstler angedeutet hat, dass er berührt ist, waren sofort vier Leute da, um ihn zu umarmen. Dieses Mal kamen einfach direkt vier Nachfragen, was denn los ist. Es ist einfach eine andere Gruppe. "Sing meinen Song" lässt sich mit einer Kneipe vergleichen, in die man immer wieder geht, wo aber immer andere Leute sind. Der Abend geht dann immer anders aus.

Gab es auch schwierige Situationen?

Forster: Es gab natürlich, sagen wir mal, besondere Situationen. Wir haben mit und Rea Garvey zwei Leader von Rockbands auf der Couch sitzen. Die bringen natürlich ein großes Ego mit und mussten erstmal klären: Wer ist hier der Coolste? (lacht) Aber was haben wir denn erwartet, als wir die beiden eingeladen haben? Da musste ich manchmal als Schlichter eingreifen.

Auf der anderen Seite hatten wir Leute dabei wie Marian Gold und Mary Roos, die eine wahnsinnige Lebenserfahrung mitbringen. Wenn die ein Mal ins Quatschen kommen, hören sie auch so schnell nicht mehr auf. Da ist es dann auch ganz gut, dass ich die beiden stoppen konnte. Es gab aber keine brenzligen Situation. (lacht)

Haben Sie den anderen Kandidaten vor dem ersten Abend noch Tipps mit auf den Weg gegeben?

Forster: Klar. Es gibt diese berühmte Whatsapp-Gruppe, die nach wie vor total aktiv ist. Da wurden schon im Vorfeld so viele Fragen an mich gestellt. Ich wusste ja beispielsweise, wo das Klo ist und so. (lacht) Vor der ersten Sendung war es dann aber eher so, dass ich en bisschen Beistand von den anderen bekommen habe, weil ich natürlich super aufgeregt war und Angst vor meiner ersten Sendung als Host hatte. Da haben wir uns gegenseitig geholfen.

Auch die Songs des Gastgebers werden an einem Abend interpretiert. Waren Sie beim zweiten Mal entspannter?

Forster: Es war natürlich nicht das gleiche. Es war vollkommen anders, weil die Leute, die gesungen haben, andere waren. Das ist einfach so. Es ist wie in der Schule: Wenn du in eine andere Klasse kommst, ist alles anders. Da kannst du vorher noch so der King oder Klassenclown gewesen sein, wenn du dann auf einmal in einer anderen Gruppe bist, ist alles anders. So war das hier auch.

Welche Abende haben Sie mehr genossen: Den, an denen Sie Songs ihrer Kollegen singen, oder Ihren eigenen?

Forster: Das ist vielleicht die Gemeinsamkeit der beiden Staffeln: Der eigene Abend ist für mich der unangenehmste von allen. Das ist total komisch. Bei den meisten Musikern ist es so, dass ihre Lieder direkt aus dem Leben kommen und für etwas stehen. Musik ist die einzige Zeitmaschine, die ich kenne. Man ist bei eigenen, aber auch bei fremden Songs sofort in der Zeit und sofort in dem Gefühl, das man hatte, als die Songs entstanden sind.  

Wenn jemand anderes einem diese Lieder präsentiert wirkt das wie ein Verstärker, das Gefühl wird nochmal ein bisschen lauter gedreht. Das packt uns alle dann manchmal so sehr, dass wir nicht so leicht damit klarkommen. Und wenn man das sechs Mal an einem Abend erlebt, ist das ganz schön anstrengend.

Auf ihr Konto geht in diesem Jahr die Konfetti-Kanone für den "Song des Abends" ...

Forster: Ja. Erstmal musste ich mich von der Ukulele trennen oder wie ich sie nenne: die „Uncool-lele“. (lacht) Ich musste also was Neues einführen. Eine Konfetti-Kanone hat meiner Meinung nach viele Vorteile: Zum einen macht sie ein Geräusch, zum anderen macht sie eine Riesen-Sauerei und hat auch noch einen optischen Effekt. Außerdem kann man sie mit nach Hause nehmen. Ich sage mal so: Ich fand die Idee super. Vielleicht war ich ein bisschen over-excited und bin bei meinen Kollegen damit nicht auf so viel Begeisterung gestoßen. Aber ich glaube ab Folge drei, vier merken alle, dass die Konfetti-Kanone das emotionale Highlight dieser Staffel ist.

Sehen wir Sie nächstes Jahr wieder bei „Sing meinen Song“als Host?

Forster: Judith hat das als meine Vertretung an meinem Abend auch großartig gemacht. Es ist ja eigentlich so, dass jedes Jahr ein neuer Gastgeber die Rolle übernimmt. Daher: Keine Ahnung! Ich biete mich an, das die nächsten 200 Jahre zu machen. Ich stehe zur Verfügung. Aber jetzt freuen wir uns erstmal auf diese Staffel.

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