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Maria Furtwängler "Ich hatte eine Krise ..." – Offene Worte über ihre Paraderolle im "Tatort"

Maria Furtwängler in einer "Tatort"-Folge
Maria Furtwängler in einer "Tatort"-Folge
© NDR/Meyerbroeker
Maria Furtwängler ist seit 20 Jahren beim "Tatort" dabei. Eine Zeit, die nicht nur aus Höhen besteht, wie sie in einem Interview verrät.

Maria Furtwängler, 55, kennen und schätzen die "Tatort"-Zuschauer:innen in ihrer Rolle der Ermittlerin Charlotte Lindholm. In einem Interview mit dem Norddeutschen Rundfunk spricht die Schauspielerin über ihre Höhen und Tiefen bei der Krimiserie, Frauen im Fernsehen und über ein etwaiges Ende ihrer Karriere beim "Tatort".

Maria Furtwängler: "Das war ohne Frage eine Aufbruchsstimmung"

Im Jahr 2002 ist die "Tatort"-Landschaft eine andere, größtenteils bevölkert von männlichen Schauspielern wie Klaus J. Behrendt, 62, und Dietmar Bär, 61. Und dann kommen die Frauen: Andrea Sawatzki, 59, Eva Mattes, 67, und natürlich Furtwängler. "Das war ohne Frage eine Aufbruchsstimmung, da hat der Tatort sich auch bemüht, sich etwas weiblicher aufzustellen", sagt die Darstellerin. Allerdings gibt es Ausbaupotenzial: "Insgesamt ist das Bild noch nicht so weiblich, wie es vielleicht scheint." Sawatzki und Mattes haben schon vor langer Zeit aufgehört, Furtwängler blieb – 29-mal hat sie bereits die Rolle von Lindholm gespielt und ein Ende scheint nicht in Sicht.

In den 20 Jahren hat sich auch in der gesamten deutschen Fernsehlandschaft etwas getan, die Gleichbehandlung der Geschlechter hat an Bedeutung gewonnen, das merkt auch Furtwängler. Ihre MaLisa-Stiftung untersucht, welchen Anteil Frauen in Fernsehsendungen ausmachen. Immerhin: Es werde langsam besser, sagt die Schauspielerin. Und eine weitere erfreuliche Entwicklung sei zu erkennen: "Die Zahlen deuten durchaus an, dass Frauen im Fernsehen und in der Fiktion älter werden dürfen. Noch lange nicht so wie Männer, aber auch da verändert sich das Bild."

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"Der Tatort ist für mich ein Ort geworden, wo ich auch eigene Ideen einbringen konnte"

Nach zwei Jahrzehnten in der Hauptrolle einer Krimiserie hat die Schauspielerin nicht nur positive Assoziationen mit dem "Tatort". Es gebe Lieblingsfälle für die Schauspielerin wie die Doppelfolge "Das Wegwerfmännchen" und "Das goldene Band". Und dann gebe es dramatische Veränderungen wie den Wechsel von Hannover nach Göttingen – Entscheidungen, die ihre Figur frisch halten würden, wie die Darstellerin selbst sagt. "Ich liebe diese Figur, ich liebe dieses Format. Ich hatte irgendwann auch eine Krise, mit ihr, mit dem Tatort." Doch für sie sei der Tatort in den letzten Jahren "ganz stark ein Ort geworden, wo ich auch viele eigene Ideen einbringen konnte."

Wird Furtwängler irgendwann aufhören? Vielleicht, doch nicht so bald. "Charlotte Lindholm ist erst 54", sagt sie. Das Rentenalter bei realen Ermittler:innen liegt bei 63 Jahren. Noch viel Zeit also. Und all die bisherigen Jahre "im Dienst" der Hauptrolle bringen nicht nur verschiedene Assoziationen, sondern auch Mitspracherecht. Und die Schauspielerin hat noch etwas Besonderes vor: "Ich würde gerne einen Musical-Tatort machen. Das wäre frech. Charlotte Lindholm ist eine Figur, die sehr sehr gerne die Kontrolle hat. Und es macht natürlich eine große Freude, sie in Situationen zu bringen, wo ihr die Kontrolle engleitet. Das ist der Ort, wo es Spaß macht."

Am 9. Oktober 2022 zeigt die ARD den neuen Charlotte-Lindholm-Fall mit Maria Furtwängler. 

Verwendete Quelle: ndr.de

csc Gala


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