Lou Doillon: "Wie ein Boxkampf "

Jane Birkins Tochter Lou Doillon litt lange unter ihrer berühmten Familie. Wie sie das überwand, erzählte die Musikerin "Gala" in Berlin

Lou Doillon

Ein Interview mit Lou Doillon ist ein beeindruckendes Erlebnis. Zum einen, weil sie unglaublich schnell spricht. Ohne ein einziges "Äh" oder einen Zungenstolperer rauscht die Sängerin durch ihre Sätze und beantwortet auch private Fragen sehr offen. Zum Beispiel zu ihrer Familie. Ihre Eltern sind der französische Regisseur Jacques Doillon und die britische Schauspielerin Jane Birkin, die vor dieser Beziehung Ende der Sixties elf Jahre mit dem wilden Chansonnier Serge Gainsbourg liiert war. Charlotte Gainsbourg ist die Halbschwester von Lou. Klingt cool, war’s aber nicht immer. "Wir halten zusammen wie Pech und Schwefel. Das ist schön, aber unter der Berühmtheit meiner Familie habe ich auch höllisch gelitten", erzählt sie "Gala" bei dem Treffen in Berlin. "Die Leute haben mich angeguckt und gesagt: Ach, Gainsbourg! Jetset-Luder. Die schnieft nur Kokain, verprasst die Kohle und macht Party."

Die CD "Places" stürmte in Frankreich im vergangenen September die Charts, jetzt erscheint das Erstlingswerk von Lou Doillon bei uns. Guter Singer/Songwriter-Pop – nachdenklich und wunderbar berührend. Wer Cat Power mag, mag auch Lou Doillon.

Ihre zweites Problem: Lange hat sie, die mit 19 bereits Mutter wurde, nicht gewusst, was sie in ihrem Leben will. Für ein paar Filme hat sie vor der Kamera gestanden, hat gezeichnet, war Testimonial für Modefirmen wie Gap und Givenchy, zierte den Titel des französischen "Playboy". Aber nie habe sie sich bei all dem richtig akzeptiert gefühlt. "Ich gehörte nirgendwo dazu." Das hat sich durch die Musik geändert. Mama Jane habe sie ermutigt, ihre stillen Folkpop-Songs aufzunehmen. Dann wurde ihr Debüt-Album "Places" ein Überraschungs-Hit in Frankreich, die Kritiker überschütteten Doillon mit Lob. Jetzt erscheint die CD auch in Deutschland und Amerika.

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©Stern / Gala

Sie zündet sich eine Zigarette an, schüttelt ungläubig den Kopf. "Das hat mir so gut getan", sagt sie. "Ich weiß jetzt, wer ich bin und was ich will. Ich genieße jeden Auftritt, jedes Gespräch in vollen Zügen. Es ist alles so aufregend. Ein Konzert ist wie ein Boxkampf für mich."

Singende Schauspieler

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In der Schauspielbranche ist Kiefer Sutherland kein unbeschriebenes Blatt, wurde mehrfach für seine schauspielerischen Leistungen ausgezeichnet. Doch auch musikalisch hat der 52-Jährige einiges auf Lager. 2016 brachte er das Album "Down in a Hole" auf den Markt. 
Mit seiner Band "The Jazz Kids" tritt Schauspieler Tom Schilling in Hannover auf. Es gibt sogar ein Debütalbum, mit dem Namen "Vilnius".
Überraschungsgast bei Coldplay: Chris Martin bittet plötzlich Schauspieler Michael J. Fox auf die Bühne. Gemeinsam spielen sie die Hits aus dem Film "Zurück in die Zukunft".
Im Kino ist Bruce Willis meistens dafür zuständig die Welt zu retten. Auf der Bühne beweist der Schauspieler aber auch seine musikalische Seite. Seine Platte "The Return of Bruno" beispielsweise ist mit Platin ausgezwichnet worden.

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Und wie kriegt sie nun Karriere und Kind unter einen Hut? Sohn Marlowe ist mittlerweile zehn Jahre alt, sie erzieht ihn allein. "Meine Familie springt oft ein, wir leben ja alle in Paris. Aber ich habe mit Marlowe auch großes Glück. Er hat all die Jahre meinen Kampf miterlebt. Es ist süß, er ist sehr stolz auf mich. Für ihn bin ich eine Art Pokémon-Actionfigur, die sich durchkämpft", sagt Doillon - und erzählt, wie ihr Sohn sie im April begleitete, als sie vom französischen Kulturministerium den Ritterorden der Künste und der Literatur verliehen bekam. Sie lacht. "Kriegen wir ein Pferd dazu?‘, fragte er die ganze Zeit."

Gala: Inhaltsverzeichnis

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Für die US-Ausgabe des "Interview"-Magazins ließ sie sich 2008 gemeinsam mit ihrem Sohn von Terry Richardson fotografieren. Sie selber posierte nackt. Kein Problem für sie? "Nein, warum? Glauben sie mir, ich habe mir wegen meiner großen Zähne und meines kleinen Busens eine Menge Sprüche anhören müssen. Ich bin keine Schönheit, aber schön genug."

Bleibt die Frage: Warum klingt ihre CD "Places" so traurig, warum handeln die meisten Songs von Herzschmerz? "Liebe ist doch die Sache, die alle berührt. Und keine Sorge, ich bin in einer festen Beziehung." Um wen es sich handelt, will Lou Doillon nicht verraten. Nur dass es sich um eine "Person aus dem Musikbusiness" handelt.

Mmmh, mit Kult-Songwriter Benjamin Biolay war sie mal zusammen ... aber dieses Geheimnis sei ihr gegönnt.

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