Lisa Tomaschewsky: "Einmal bitte alles ab!"

Schulabbrecherin, Model, jetzt Filmstar. "Gala" traf Lisa Tomaschewsky, die sich für ihre erste Rolle den Kopf rasieren ließ

Lisa Tomaschewsky

Wieso nimmt sie ihre Mütze nicht ab? "Bad Hair Day", erklärt Lisa Tomaschewsky, 24, lachend. Für ihre erste Filmrolle erntet sie gerade überschwengliche Kritik - in "Heute bin ich blond" (ab 28. März im Kino) spielt sie die krebskranke Sophie. Dafür hat sich das Model vor einem Jahr von ihren Haaren, Wimpern und Augenbrauen getrennt. 15 Zentimeter sind ihre Haare schon wieder lang, der Rest sind Extensions. "Gala" trifft sie zum Interview im Hamburger Literaturhaus-Café.

Sie wurden unter 200 jungen Frauen für die Rolle der Sophie ausgewählt. Wie fühlt sich das an?

Total abgefahren, dass ausgerechnet ich die Rolle bekommen habe. Es ist ein ziemlich verwöhnter Einstieg. Vor zwei Jahren habe ich nicht ansatzweise daran geglaubt, dass ich so eine Rolle jemals bekommen könnte.

Zu dieser Zeit hatten Sie gerade bei "Verbotene Liebe" unterschrieben ...

Letztlich war ich nur acht Wochen dort. Meine Weisheitszähne haben mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Schon nach vier Wochen taten sie so weh, dass ich operiert werden musste und aus dem Vertrag rauskam. Dann kam das Filmcasting.

Jetzt im Kino: Als krebskranke Sophie lässt sich Lisa Tomaschewsky in "Heute bin ich blond" nicht unterkriegen.

War Ihnen da schon bewusst, dass Sie sich von Ihren Haaren trennen müssen?

Für mich war das von Anfang an klar. Es wäre schwierig geworden, so jemanden mit einer Klebeglatze zu spielen. Da geht es gar

Aber Sie sind Fotomodel und auf Ihre Haare angewiesen.

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Für mich war das auch der Abschied vom Modeln: Zu sagen, ich lass mich nicht mehr auf meine Wallemähne reduzieren, sondern zeige den Leuten, dass ich auch etwas anderes kann. Daher: Haare ab, Augenbrauen ab - einmal alles ab. Plötzlich hieß es nicht mehr: "Wow, bist du schön!", sondern: "Iih, wie siehst du denn aus!?"

Gab es einen besonders schockierenden Moment?

Abends bin ich mit meinen Kollegen in eine Bar. Als ich die Perücke abnahm, waren 40 Augen auf mich gerichtet. Später kam eine Frau zu mir und sagte: "Was hast du denn? Du siehst so krank aus mit deinen Löchern auf dem Kopf." Ich war erstaunt, dass es Menschen mit so wenig Feingefühl gibt.

Sie haben Perücken getragen, für Ihre Rolle wie im echten Leben. Welche Bedeutung hatten diese für Sie?

Es gab Olga, Elisabeth und Bam-Bam - so habe ich sie auch privat genannt. Zum einen bedeuten sie einfach Verkleidung, um Abstand von der Krankheit zu bekommen. Man fühlt sich anders, plötzlich nicht mehr krank. Es gibt eine, die mir sehr ähnlich sieht. Die habe ich immer angezogen, wenn ich nicht so stark war. Und wenn ich gut drauf war, habe ich mit meiner schwarzen kurzen Perücke die Bude gerockt.

Ihr Freund, ein bekanntes Männermodel, spielt Ihren One-Night-Stand.

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24.10.2018

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Mir wurden drei Schauspieler vorgeschlagen. Und ich habe eigentlich nur aus Scherz gesagt: "Die sind ja alle ganz hübsch, aber ich bin Besseres gewohnt" und habe ihnen ein Foto gezeigt. Dann hat die Produktion gleich gesagt: "Toll, den nehmen wir." Und ich musste meinem Freund beibringen, dass er eine Liebesszene mit mir drehen soll.

Was bleibt von dieser einzigartigen Rolle für Ihr persönliches Leben?

Ich arbeite seitdem mit der Hamburger Uniklinik zusammen und mache mit meiner Kosmetikerin Projekte für Betroffene. Sie gibt Schminkseminare, und wir organisieren Fotoshootings mit Perücken für krebskranke Kinder. Es ist toll, wenn man die Freude in ihren Augen sieht. Das kann man mit keinem Geld aufwiegen.

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