Liam Neeson: Licht und Schatten

Nach dem Unfalltod seiner Frau hat Liam Neeson wieder ins Leben zurückgefunden. Nun laufen gleich zwei Filme mit ihm an: ein Drama und ein Action-Epos

Viele an seiner Stelle hätten diesen Part abgelehnt.

Aus Angst. Nicht so Liam Neeson. Schonungslos warf sich der 59-Jährige in eine Rolle, die ihn mit seinen eigenen Dämonen konfrontierte. In dem Survival-Thriller "The Grey - Unter Wölfen" (jetzt im Kino) spielt er einen gebrochenen Mann. Der Tod seiner Frau lässt John Ottway verzweifeln, so heuert er als Jäger in einer arktischen Station eines Ölkonzerns an, um die Arbeiter dort vor Wölfen zu schützen. Nach einem Flugzeugabsturz übernimmt er die Führung einer Handvoll Überlebender - und wächst im Kampf gegen die Wölfe über sich hinaus.

Vor drei Jahren verlor Neeson selbst auf tragische Weise seine Frau Natasha Richardson durch einen Skiunfall. Davor, an der Tragödie zu zerbrechen, bewahrten ihn seine beiden Söhne Daniel, 15, und Michéal, 16 - und das Drehen von Filmen, nonstop, wie in Trance. Seine furchtlose, vor Emotionen überschäumende Darstellung in "The Grey" wirkt, als sei sie eine seelische Erneuerung für den Trauernden. "Schwer zu sagen, wie mich diese Rolle bereichert hat, ich kann das nicht in Worte fassen", gibt er im "Gala"-Interview im Berliner Hotel "Adlon" vor. Dann wird sein Blick sehr ernst: "Es ist mit der Schauspielerei wie mit dem Leben: Man lernt einfach, bis zu dem Tag, an dem man stirbt." Auch wenn er zutiefst nachdenklich ist, seine Augen sich fast mit Tränen füllen, wirkt der Ire stark wie ein Fels.

Bis aufs Blut verteidigt sich Ottway (Liam Neeson) in "The Grey - unter Wölfen". Kann er den Kampf Mensch gegen Naturgewalt gewinnen?

Der Charakterdarsteller aus "Schindlers Liste" wurde erst in seinen besten Jahren vom Actiongenre entdeckt. Nun kommt er zeitgleich mit "The Grey" auch noch mit dem Alien-Baller-Spektakel "Battleship" in die Kinos. In dem spannungsarmen Werk musste er als Admiral Shane - im Gegensatz zu der Figur John Ottway - vor der Kamera nicht sein Innerstes nach außen kehren. Er hatte einfach Spaß am Dreh, erwies Regisseur Peter Berg einen Freundschaftsdienst, genoss eine Woche auf Hawaii. Und: "Ich konnte Rihanna bewundern!" Plötzlich dröhnt sein Lachen beim Interview, er zückt sein Smartphone und zeigt augenzwinkernd Fotos von sich und der R&B-Sirene, die in "Battleship" ihr Filmdebüt gibt: "Sie ist ein Sweetheart. Und eine echte Schauspielerin. Wenn sie mal nur das Singen sein ließe …" RR

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