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Kritik an Corona-Fehlinformation Spotify schaltet künftig Warnhinweise

Auf Spotify sind "gefährliche" Inhalte verboten.
Auf Spotify sind "gefährliche" Inhalte verboten.
© Roman Samborskyi/Shutterstock.com
Spotify wird Warnhinweise vor Podcasts schalten, wenn es darin um Corona geht. "Irreführende medizinische Informationen" seien verboten.

Nach der wachsenden Kritik an Spotify hat der Streamingdienst Änderungen angekündigt. Die Plattform wird künftig Warnhinweise vor Podcast-Folgen schalten, in denen es um die Corona-Pandemie geht. "Wir arbeiten daran, jeder Podcast-Episode, die eine Diskussion über Covid-19 enthält, einen Warnhinweis hinzuzufügen", erklärt Mitgründer Daniel Ek (38) in einem Statement.

Dieser Hinweis soll auch einen Link zum "Covid-19-Leitfaden" auf der Plattform enthalten. Ek bezeichnet diesen als "Quelle, die einfachen Zugang zu datengestützten Fakten und aktuellen Informationen, die von Wissenschaftlern, Ärzten, Akademikern und Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt geteilt werden", ermöglichen soll. Aktuell gibt es dort unter anderem Weiterleitungen zu Podcasts wie dem "Coronavirus-Update" von NDR Info.

Spotify hat "eine Verpflichtung"

Basierend auf dem Feedback der vergangenen Wochen sei Ek klar geworden, "dass wir eine Verpflichtung haben, mehr zu tun, um Ausgewogenheit zu schaffen und Zugang zu weitgehend [...] anerkannten Informationen bereitzustellen". Die Hinweise sollen "in den kommenden Tagen" weltweit implementiert werden.

Zudem wolle Spotify Musiker und Podcaster mehr auf deren Verantwortung für ihren Content hinweisen. Daneben veröffentlichte der Streamingdienst einen Hinweis auf geltende Regeln auf der Plattform. In diesen heißt es, dass "gefährliche" Inhalte verboten seien. Gemeint sind unter anderem Podcasts, die "irreführende medizinische Informationen" enthalten. Diese könnten Schäden verursachen oder eine Gefahr für das Gesundheitswesen darstellen.

"Lügen, die Menschen das Leben kosten"

Neil Young (76) hatte Spotify kürzlich dazu aufgefordert, den umstrittenen Podcast des amerikanischen MMA-Kommentators Joe Rogan (54) von der Plattform zu entfernen. Dies war nicht geschehen und der kanadische Musiker boykottiert seither den Streamingdienst. Seine Werke sind dort nicht mehr abrufbar, denn Spotify sei zu einem Ort "potenziell tödlicher Desinformation über Covid geworden". Auch Youngs Kollegin Joni Mitchell (78) hatte sich dazu entschieden, ihre Musik entfernen zu lassen. Auf ihrer Webseite teilte sie mit, dass sie Youngs Meinung teile. Und weiter: "Verantwortungslose Menschen verbreiten Lügen, die Menschen das Leben kosten."

In einem Statement, das unter anderem dem britischen "Guardian" vorliegt, erklärte ein Sprecher der Archewell-Stiftung von Prinz Harry (37) und Herzogin Meghan (40): "Hunderte Millionen Menschen sind jeden Tag von den ernsthaften Schäden der Fehl- und Falschinformation betroffen. Vergangenen April äußerten unsere Mitgründer erstmals ihre Bedenken [...] bezüglich der sehr realen Konsequenzen der Corona-Fehlinformationen auf ihrer Plattform." Von ihrem Deal mit Spotify treten die Sussexes trotz der Kontroverse demnach nicht zurück. Zwar sehe man den Streamingdienst in der Pflicht, sei aber auch "bestrebt, die gemeinsame Arbeit fortzusetzen".

SpotOnNews


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