Kostja Ullmann: Ich habe einen Hollywood-Star entführt

Er stand in Hamburg mit Willem Dafoe und Philip Seymour Hoffman vor der Kamera: Kostja Ullmann über die aufregenden Dreharbeiten zu "A Most Wanted Man"

Kostja Ullmann

Sechs Wochen Hollywood in Hamburg –

und Kostja Ullmann, 28, mittendrin! Der Hanseat mit Herz und Seele durfte bei der John-le-Carré-Verfilmung "A Most Wanted Man" (deutscher Buchtitel "Marionetten") Rachel Mc Adams entführen, Willem Dafoe aus dem Auto ziehen und Oscar-Preisträger Philip Seymour Hoffman um die Alster fahren.

Setbilder

Stars bei den Dreharbeiten 2012

20. Dezember 2012: Zac Efron und Imogen Poots stehen gemeinsam für den Film "Are We Officially Dating" in New York vor der Kamer
12. Dezember 2012: Erschreckend authentisch verkörpert Matthew McConaughey in dem Film "The Dallas Buyers Club" den Aids-Kranken
11. Dezember 2012: Emmy Rossum steht für "You're Not You" vor der Kamera.
6. Dezember 2012: Während wir in Deutschland vor Kälte bibbern, drehen Courtney Cox und Josh Hopkins am Strand von Malibu eine F

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Sie waren einer der wenigen deutschen Schauspieler, die für "A Most Wanted Man" engagiert wurden. Was war Ihr tollstes Erlebnis am Set?

Rachel McAdams zu entführen! (lacht) Es war mein erster Drehtag, und ich war sowieso schon sehr aufgeregt. Zusammen mit Daniel Brühl hatte ich an der Alster eine Szene, wo wir Rachel McAdams kidnappen sollten. Ich dachte die ganze Zeit: Hoffentlich tue ich ihr nicht weh!

Alles gut gegangen?

Daniel und ich wollten das extrem cool hinkriegen, er hat ihr einen Sack über den Kopf gestülpt, ich sollte dann ihre Füße nehmen und sie wegtragen. Dann nehme ich also ihre Füße und denke: Mann, ist das schwer! Dabei habe ich gar nicht gemerkt, dass es Daniels Füße waren ...

Was hat die "Entführte" dazu gesagt?

Sie hat es zuerst nicht mitbekommen, weil sie ja den Sack über dem Kopf hatte - später hat sie dann sehr gelacht. Sie ist so entspannt. Auch meine Freundin ist ein Riesen-Fan von ihr, seitdem wir alle mal hier in Hamburg abends zusammen essen waren.

Ist es aufregend, mit Hollywood-Stars zu drehen?

Schon, aber Gott sei Dank legt sich das auch ganz schnell wieder. Sie haben alles getan, damit man sich wohlfühlt. Und damit man integriert ist. Willem zum Beispiel hat sich beim Mittagessen immer zu uns gesetzt. Ich dachte vorher, die verbarrikadieren sich bestimmt in ihren Trailer - haben sie aber gar nicht. Sie haben mit uns ganz normal geplaudert und gelacht.

Auch Oscar-Preisträger Philip Seymour Hoffman?

In den ersten Tagen dachte ich: Ist der grummelig. Aber dann merkte ich, dass Philip einfach wahnsinnig konzentriert und voll in seiner Rolle ist. So etwas habe ich noch nie gesehen.

Hat er Ihnen Tipps gegeben?

Nein, aber man kann trotzdem viel von Schauspielern wie ihm lernen. Ich bin oft zwei Stunden länger am Set geblieben und habe ihm beim Spielen zugeguckt. Das war so beeindruckend: Mit geschlossenen Augen steht er da, plötzlich geht es los, wie ein Blitz, der durch seinen Körper geht.

Entstehen da auch Freundschaften?

Da muss man realistisch bleiben. Wir haben uns gut verstanden, bei der Premiere sieht man sich wieder - das ist schön und darauf freue ich mich auch. Aber es ist jetzt nicht so, dass man regelmäßig telefoniert. Das würde ich nicht wagen. (lacht)

Gab's einen peinlichen Moment?

Wir haben vor dem Hotel "Atlantic" gedreht, ich sollte mit dem Taxi vorfahren. Willem stieg ein, ich musste zehn Meter weiter fahren, dann anhalten, um Philip reinzulassen. Irgendwie hat sich die Zentralverriegelung geschlossen - und Philip stand vor der Tür und kam nicht rein. Ich habe wie wild alle Knöpfe gedrückt, damit die Tür aufgeht, wir haben dann die Szene abgebrochen. Philip hat nur gelacht und es mit Humor genommen. Beim nächsten Mal ging die Tür dann auf ...

Hili Ingenhoven

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