Klaas Heufer-Umlauf: "Sie ist eine fantastische Schauspielerin"

Klaas Heufer-Umlauf ist Produzent und Hauptdarsteller der Serie "Check Check". Im Interview verrät er ungwohnt offen, wie es war, mit Freundin Doris Golpashin zu drehen. Sie verkörpert im neuen Format seine Jugendliebe Sabine.

Doris Golpashin und Klaas Heufer-Umlauf

Die neue Comedyserie "Check Check" von und mit Klaas Heufer-Umlauf, 36, ist ab diesem Montag (21. Oktober) auf dem Streamingportal Joyn abrufbar. Der "Late Night Berlin"-Moderator spielt darin Jan, einen Mitarbeiter am Security-Check im Provinzflughafen seines Heimatortes, der sich von den Karriereplänen als Berliner Geschäftsmann verabschiedet. Neben der Schauspielerei, schwärmt der Moderator ungewohnt offen über seine Partnerin Doris Golpashin, 39. Sie verkörpert in der Serie seine Jugendliebe Sabine.

Wie kam es zu der Idee, eine Serie an einem Provinzflughafen spielen zu lassen?
Klaas Heufer-Umlauf: Ich wollte unbedingt eine Serie über die Menschen machen, die dort arbeiten, und deren Zusammenstellung. Jeder von ihnen hat einen unterschiedlichen Background und es ist oft nicht ihr erster Job. Jeder von ihnen bringt eine Biographie mit in dieses Team - das fand ich spannend.

Rebecca Mir + Massimo Sinató

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Rebecca Mir und Massimo Sinató
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©RTL / Gala

Haben Sie eigene Erfahrungen mit Security-Personal miteinfließen lassen?
Ja, besonders die Gespräche, in die man mitreingezogen wird, ob man will oder nicht. Oft werden intimste Sachen wie Beziehungsprobleme besprochen, da das Personal vergisst, dass es gerade echte Menschen mit Ohren abfertigt - ähnlich wie "Big Brother"-Bewohner, die die Kameras irgendwann ausblenden.

Klaas Heufer-Umlauf (Mitte) stand mit seiner Partnerin Doris Golpashin vor der Kamera.

Haben Sie schon negative Erfahrungen mit Sicherheitspersonal gemacht?
Ein paar Spezialisten gibt es immer, die es zu genau wissen wollen. Am meisten nerven mich aber die Menschen, die überheblich gegenüber dem Personal sind. Wenn jemand arrogant wird, auch in der Bahn oder am Taxistand - das sind die Momente, in denen ich mich in der Öffentlichkeit mit Leuten streite. Das kann ich nicht haben, wenn der Schaffner angeschrien wird, weil der Zug zu spät kommt. So eben auch beim Security-Check.

Könnten Sie sich vorstellen, so einen "normalen" Job zu machen?
Klar. Mit echter Arbeit tue ich mich mittlerweile zwar schwer, aber ich bin gelernter Friseur und habe drei Jahre lang am Stuhl gestanden.

Dann habe ich meinen Zivildienst als Pfleger gemacht, das war anstrengend, aber auch schön. So was könnte ich mir durchaus wieder vorstellen.

Sie sind Produzent und Hauptdarsteller der Serie. Haben Sie sich mit der Doppelrolle schwergetan?
Als Darsteller bin ich froh, wenn Schauspieler am Set sind, die vergessen lassen, dass da einer ist, der das vielleicht gar nicht so richtig gut kann. Und als Produzent habe ich Leute um mich, die mir helfen und hinter mir das Chaos beseitigen, das ich hinterlasse. Ich habe auf jeden Fall in beiden Rollen während der Produktion dazugelernt. Immerhin.

Wie ist es für Sie zu schauspielern, Sie treten ja vorzugsweise als Moderator auf?
Es gibt lecker Mittagessen, alle tragen einem alles hinterher, man wird überall hingebracht, als wäre man ein bisschen doof - das finde ich irgendwie schön. Und ich fühle mich so aufgeräumt und strukturiert. Ich wache morgens auf und weiß genau, was an dem Tag passieren wird. Das gibt es in meinem Job normalerweise so nicht.

Sie beschreiben die Serie als "hoch emotional". Warum?
Es gibt durchaus bewegende Momente, zum Beispiel mit Jans Vater, der dement und hilfsbedürftig ist. Jan ist oft verzweifelt, hilft ihm aber trotzdem in allen Lebenslagen. Das Verhältnis der beiden ändert sich dann auch im Laufe der Geschichte. Genauso ist die Serie aber auch hochgradig albern.

Welche Eigenschaften muss für Sie eine richtig gute deutsche Comedyserie haben?
Nur witzige Dialoge aus klassischen Sitcoms sprechen mich nicht so an - egal ob deutsches, amerikanisches oder britisches Format. Für mich darf die Serie nicht ausschließlich albern sein. Das ist mir zu anstrengend, ich brauche auch mal ruhigere Momente und will das Gefühl haben, dass es ein echter Mensch ist, den ich da sehe.

Sie standen mit Ihrer Partnerin Doris Golpashin, die Ihre Jugendliebe Sabine spielt, vor der Kamera. War das komisch für Sie?
Nein, das war schön, das machen wir auch nicht jeden Tag.

Wir kennen uns natürlich sehr gut und das hilft eher, wenn man sich nicht auf eine fremde Person einstellen muss. Zudem ist sie eine fantastische Schauspielerin, das hilft mir beim Drehen auch.

Sie selbst leben in Berlin. Welche Vorteile hat für Sie das Provinzleben?
Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, außerhalb zu wohnen, aber ich weiß, was schön daran ist. Ich komme selbst aus Oldenburg und bin froh, in so einer kleinen Stadt großgeworden zu sein. Das hat den Menschen aus mir gemacht, der ich heute bin. Man muss sich viel selber ausdenken, es fördert die Kreativität. Wenn du keine guten Ideen hast, wird es dort schnell langweilig. Ich habe mit Freunden zum Beispiel Radiosendungen gemacht oder Theater gespielt.

Wird es Sie da später mal wieder hinziehen?
Ich brauche schon meine Ruhe, aber die bekomme ich auch in Berlin.

Wir wohnen in keiner Straße in Neukölln, wo alles super hip ist und man geheime Bars mit Eingangscode hat, in der die Leute halbnackt übereinander herfallen. Das brauche ich alles nicht.

Wie sehr freuen Sie sich auf die Eröffnung des neuen Berliner Flughafens?
Die Vorfreude ist gedämpft. Ich hatte sogar schon einmal ein Ticket dorthin, auf meiner ersten Reise für "Das Duell um die Welt" vor sechs Jahren. Meine letzte Verbindung war Moskau - BER. Das hätte ich mal aufbewahren sollen.

Sie sind ein waschechtes Allroundtalent. Gibt es eine große Herausforderung, die Sie gerne annehmen würden?
Die einzige Möglichkeit, vom Verkehrschaos des "Berlin Marathon" nicht mehr genervt zu sein, ist da mitzumachen. Ich bin bei Schritt Null in der Vorbereitung, aber langsam schleicht sich immer mehr die Idee ein, dass ich da mitlaufen könnte. Es ist auf der Liste "Lebensziele" vermerkt.

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