Kinotipp: The Help

Rassendrama und Komödie zugleich: "The Help" lässt sich nur schwer einordnen - und überzeugt dennoch mit großen Emotionen und tollen Darstellern

Emma Stone

Story

Eine Journalistin bricht Tabus: Als die junge Skeeter Phelan (Emma Stone) Anfang der Sechziger Jahre in ihren Heimatort Jackson, Missisippi, zurückkehrt, freundet sie sich mit den schwarzen Haushaltshilfen Aibileen (Viola Davis) und Minny (Octavia Spencer) an. Die beiden arbeiten für Skeeters hochnäsige weiße Freundinnen - und werden Tag für Tag mit rassistischen Kommentaren gedemütigt.

, die als Schriftstellerin Karriere machen will, fasst einen Entschluss: Sie will die afro-amerikanischen Frauen interviewen, und aus ihren Geschichten ein Buch machen. Nach einigem Zögern erklären sich Aibileen und Minny zu dem Projekt bereit - und riskieren damit ihren Job und letztlich sogar die Existenz ihrer eigenen Familien.

Skeeter freundet sich mit den afro-amerikanischen Haushaltshilfen Aibileen und Minny an.

Und auch Skeeter hat fortan einen schwierigen Stand in der Dorfgemeinschaft. Denn mit ihrem Buch verstößt sie nicht nur gegen den guten Ton, sondern auch gegen das Gesetz. Doch die angehende Buchautorin lässt sich nicht aufhalten - auch wenn sie mit einigen Widerständen zu kämpfen hat.

Star-Feature "The Help" punktet neben der emotionalen Geschichte vor allem durch die tolle Besetzung. Allen voran Emma Stone: Der "Spiderman"-Star überzeugt in der Rolle der engagierten Skeeter - und beweist einmal mehr, dass sie längst zur ersten Schauspiel-Liga Hollywoods gehört. Um sich optimal auf den Film vorzubereiten, verbrachte Stone schon einige Wochen vor Beginn der Dreharbeiten viel Zeit in Missisippi, wo die Geschichte spielt. "Am Ende waren wir alle eine große Familie, es war toll", erzählt sie im Interview mit Gala.de über ihre Schauspielkollegen. Nur eines bereitete ihr schon im Vorfeld große Sorgen: "Ich muss in dem Film ständig auf der Schreibmaschine tippen, was ich eigentlich nicht besonders schnell kann. Also habe ich wie eine Wilde geübt", erzählt sie weiter.

Wenn aus Freunden Feinde werden: Skeeter kritisiert Hilly (Bryce Dallas Howard) für ihren Umgang mit den Hausmädchen.

Auch Viola Davis macht "The Help" mit ihrer Darstellung des Hausmädchens Aibileen sehenswert. Die Afroamerikanerin wurde bereits für ihre Leistung in dem Drama "Glaubensfrage" mit einer Oscar-Nominierung geehrt - zu Recht, wie sie nun erneut beweist. "Für mich war der Film eine echte Herzensangelegenheit. Schon meine Großmutter arbeitete als Haushaltshilfe in einer weißen Familie - das war bei uns völlig normal. Ich konnte also viele persönliche Erfahrungen in meine Rolle einbringen, was ein echter Vorteil war", sagt sie im Gespräch mit Gala.de.

Neben den Hauptdarstellern sind es vor allem auch die kleineren Rollen, die "The Help" so gut machen. Egal ob Bryce Dallas Howard ("Spider-Man 3") als versnobte Hilly mit toupierter Haarpracht, Sissy Spacek als ihre verwirrt-liebenswerte Mutter oder Jessica Chastain ("The Tree of Life") als naive Celia - sie alle machen den Film zu einem unterhaltsamen Spektakel.

Fazit

Drama und Komödie zugleich: Die Verfilmung des 2009 erschienenen Romans von Kathryn Stockett lässt sich nur schwer einordnen. Zweieinhalb Stunden erzählt Regisseur Tate Taylor eine Geschichte über Rassismus und schafft es trotz des schweren Stoffes zuweilen sogar komisch zu sein - und zwar ohne oberflächlich zu werden. Nicht zuletzt hat Taylor das auch den großartigen Schauspielerinnen zu verdanken, die mit ihren überzeugenden Darstellungen für viel Emotionen sorgen. Und das ist der größte Trumpf des Films: Wer "The Help" guckt, darf wohl kein politisches Werk erwarten - sich dafür aber umso mehr auf wirklich gute Unterhaltung freuen.

Andrea Zernial

Kinotipp

Video zu Artikel - The Help

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche