Kinotipp: Kein Mittel gegen Liebe

Hört man den Titel, denkt man unweigerlich an eine klassische Liebeskomödie. Doch dieser Film ist mehr als das und vor allem tiefsinniger. Das liegt auch an seinem Thema: Es geht ums Sterben

Kein Mittel gegen Liebe

Story

Marley (Kate Hudson) ist jung, erfolgreich und genießt ihr Leben in vollen Zügen. Feste Bestandteile darin: Ihre Freunde, ihr Hund und Sex mit wechselnden Partnern. Denn sie will sich nicht auf eine feste Beziehung einlassen. Ihr Leben ändert sich, als sie erfährt, dass sie Darmkrebs hat. Nachdem alle Therapien scheitern, setzt sie zwar weiterhin auf viel Spaß im Leben, doch jetzt hat auch die Liebe einen Platz.

Marley (Kate Hudson) und Julian (Gael García Bernal) beim Picknick im Park: Ihre Liebe ist endlich und vielleicht genau deswegen umso ehrlicher.

Star-Feature

Dass Kate Hudson eine quirlige und lebensfrohe Frau perfekt verkörpert, hat sie diverse Male bewiesen. In diesem Film stand sie aber vor der Herausforderung, auch eine Sterbende darzustellen. Und auch diese meistert sie. Ob Wutausbruch, Lachanfall oder Abschied, ihre Spielweise wirkt stets authentisch.

Ihr himmlischer Sidekick: Whoopi Goldberg als "Gott". Sie gibt Marley die notwendigen Lebensratschläge, um ihr restliches Dasein zu genießen. Erstaunlicherweise wirken Marleys kurze Besuche im Himmel dank der Kultfigur Whoopi Goldberg dabei nicht lächerlich, sondern stehen vor allem für Marleys Auseindersetzung mit ihrem Tod.

Mit Gael García Bernal hat Kate Hudson einen guten Gegenpart gefunden, der ihr durch seine Zurückhaltung das notwendige Kontra gibt. Denn genau in der Schüchternheit liegt Bernals Stärke: Die Tiefsinnigkeit, die der Mexikaner seinem Charakter dadurch verleiht, hilft dem Film, sich überhaupt erst zu entwickeln. Leider legt er diese sympathische Zurückhaltung im Verlauf des Filmes weitestgehend ab.

Die Kultschauspielerin Whoopi Goldberg gibt sich als göttlicher Beistand zum Glück nicht der Lächerlichkeit preis.

Fazit

Was wie eine klassische Liebeskomödie beginnt, ist am Ende ein Drama mit romantischen und komischen Elementen, in dem die Protagonistin trotz der schlimmen Krebsdiagnose eines nicht verliert: ihre Lebensfreude. Das sorgenfreie Leben und die erste Annäherung an ihre Krankheit plätschern vor sich hin; erst als Marley sich ihre Ängste eingesteht und ihr Schicksal akzeptiert, nimmt auch der Film Fahrt auf.

Ab diesem Zeitpunkt konzentriert die Handlung sich auf die Thematik des Sterbens. Marleys langsamer Abschied von der Welt, aber vor allem von ihren Freunden, wird auf ehrliche und gefühlvolle Art geschildert. Dabei schafft es "Kein Mittel gegen Liebe", Marleys trauriges Schicksal ohne Kitsch darzustellen und versteht es, genau im richtigen Moment humorvolle Nuancen zu setzen.

Julia Fahrnbauer

Kinotipp

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