Kinotipp: Jubiläums-Bond "Skyfall"

"James Bond" in der Jetztzeit: "Skyfall", das 23. Abenteuer des britischen Geheimagenten, kommt in die Kinos

Daniel Craig alias "James Bond"

Inhalt

Im Auftrag des britischen Geheimdienstes MI6 ist James Bond (Daniel Craig) unterwegs, um eine Festplatte wieder zu beschaffen, auf der die wahren Identitäten von Agenten gespeichert sind. Nach einem spektakulären Kampf mit den Schergen des Bösewichts "Silva" (Javier Bardem) wird Bond von seiner jungen Kollegin "Eve" (Naomie Harris) angeschossen – und stürzt von einer Eisenbahnbrücke in die Tiefe.

Für den MI6 ist klar: Bond ist tot und Chefin "M" (Judy Dench) setzt schon mal den Nachruf auf. Doch da ist immer noch die verschwundene Festplatte und plötzlich plagt auch noch Hackerterror den Geheimdienst und seine unverwundbare Chefin. Bald wird klar: "Silva" ist ein ehemaliger Agent, der noch ein Hühnchen mit seiner Geheimdienst-"Mutter" zu rupfen hat und dem MI6 immer einen Schritt voraus ist.

Und so kann "James Bond" nur das tun, was er am besten kann: wieder auferstehen.

Das Filmplakat zu "Skyfall"

Stars

Seit 50 Jahren gibt es "James Bond" auf der Leinwand. Das Runde Jubiläum wird mit Daniel Craigs drittem Film der Reihe gefeiert. Und der oscarprämierte Regisseur Sam Mendes ("American Beauty") holt den geheimagierenden Macho in die Jetztzeit. Doch zunächst scheint es, als ob er nicht mehr ins Hier und Jetzt passt. Der Regierungsbeamte "Mallory" (Ralph Fiennes) zweifelt ihn an ("Das ist ein Job für einen jüngeren Mann"), seine Vergangenheit holt ihn ein ("James Bond" besucht erstmals sein Elternhaus). Zwischen Computern, scheinbar simplem Agentenspielzeug wie einem GPS-Sender und einem sehr jugendlichen Quartiermeister "Q" (Ben Whisaw, bekannt aus "Das Parfüm"), der sein Sohn sein könnte, wirkt "James Bond" verbraucht. Daniel Craig spielt ihn mit roten Augen und eher tiefer- als weggeschminkten Falten.

Zum siebten Mal ist auch Dame Judy Dench dabei, die ihre grandios versteinerte Mimik-Maske zum Ende des Films hin fallen lassen muss.

Großartiges leistet auch Javier Bardem als sehr blondierter Bösewicht "Silva", der sich Rache an "M" zum Ziel gemacht hat. Und auf dem Weg dorthin auch nicht vor einer homoerotischen Begegnung mit "Bond" zurückschreckt. Der Spanier ist die Traumbesetzung des perfiden Killers mit irrem Blick.

Filmpremiere

"Skyfall" um die Welt

Skyfall Premiere Berlin: Daniel Craig
Rachel Weisz und Daniel Craig begrüßen Herzogin Camilla ...
... und Prinz Charles hält einen Plausch mit Naomie Harris, Ralph Fiennes und Berencie Marlohe.
Daniel Craig und Berencie Marlohe posieren für die Fotografen ...

7

Genialer Bösewicht: "Silva" (Javier Bardem) will "James Bond" an die Wäsche.

Fazit

Spektakuläre Verfolgungsjagden, wilde Schießereien - auch das gibt es noch im neuen "James Bond". Doch die Welt hat sich verändert, die Gefahr zieht nun eher aus dem Computer auf.

"Wir leben in einer Zeit, in der es möglich ist, einen großen, unterhaltsamen, glamourösen Eskapismus-Film zu machen, der gleichzeitig etwas über die Welt aussagt, in der wir leben", sagte Mendes über den Film. "James Bond fühlt sich wieder wie ein realer Mann in einer realen Situation an."

Mendes sorgt dafür, dass sich "James Bond" erstmals mit seinem eigenen Alterungsprozess auseinandersetzt. Und auch die sonst so toughe "M" hegt Selbstzweifel und lässt dabei Menschliches durchblicken. Gemeinsam sind Überbleibsel einer vergangenen Zeit als sich das Böse im Schatten aufhielt und nicht auf Datenautobahnen.

Die zwei Frauen in "James Bonds" Leben: Love-Interest "Sévérine" (Bérénice Marlohe) und Chefin "M" (Judy Dench).

Der Film ist gespickt mit Seitenhieben und Hommagen an die Anfänge der Bond-Ära. Wenn "James" und "M" zum Beispiel in einem alten Aston Martin, dem typischen Bond-Vehikel, über Landstraßen in seine Vergangenheit kurven.

Das alles macht den 23. Bond "Skyfall" zu 143 Minuten spannender, aufwühlender Unterhaltung. Einziges Manko: Die sagenumwobenen "Bond"-Girls kommen zu kurz. Bérénice Marlohe als "Sévérine" findet nach einer Duschszene zu schnell ihr Ende. Dafür geht es zwischen "Eve" und "Bond" nicht über ein Knistern und eine Rasur hinaus. Frauen sind offenbar auch nicht mehr so einfach zu kriegen wie vor 50 Jahren.

Ines Weißbach

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