Kinotipp Jetzt kommen die Sheroes

Merida
Merida
© Disney / Pixar
Kämpferisch und selbstbewusst: So wie Merida aus dem gleichnamigen Pixar-Film sind viele neue Kino-Heldinnen. Eine Entwicklung, die auch Meridas deutscher Stimme Nora Tschirner gefällt

Sie fightet bis zum Letzten.

Und gibt sich für ihre Familie fast selbst auf. Nur eines würde Merida niemals tun: einen ungeliebten Mann heiraten. In dem bezaubernden Film "Merida - Heldin der Highlands" (jetzt im Kino) schickt Disney eine ungewöhnliche Heldin ins Rennen: Renitent, unangepasst und so gar nicht kleinmädchenhaft setzt Merida ihre Vorstellungen in einer (glücklicherweise fiktiven) Männerwelt durch, in der Frauen nur dazu da sind, niedliche Wandbehänge zu sticheln und eine hübsche Braut abzugeben.

Dieses Mädchen braucht keinen Traumprinzen: Die schottische Königstochter Merida ist eine Meisterin im Bogenschießen, sehr mutig
Dieses Mädchen braucht keinen Traumprinzen: Die schottische Königstochter Merida ist eine Meisterin im Bogenschießen, sehr mutig - und hat zudem die schönsten roten Locken der Trickfilmgeschichte.
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"Sheroes" (eine Wortkombination aus "She" und "Hero") wie Merida, abenteuerlustige Heldinnen ohne Alibi- Mann an der Seite, gibt es im Kino derzeit auffällig viele. Die taffe Katniss aus dem Kassenschlager "Die Tribute von Panem" etwa und Kristen Stewart als rebellisches und ganz und gar nicht märchenhaftes Schneewittchen in der actionreichen Neu-Verfilmung. Oder Scarlett Johansson in "The Avengers". Und jetzt eben Merida, übrigens die erste weibliche Hauptfigur eines Pixar-Films. Nora Tschirner hat die Rolle der schottischen Königstochter auf Deutsch eingesprochen und sieht in Merida ein echtes Vorbild für junge Mädchen: "Sie ist ein starker Charakter, der keine Selbstkritik scheut und dadurch noch weiter wächst", sagt die Schauspielerin im "Gala"-Interview. Dass sie keinen Typen braucht, durch den und mit dem sie lebt, macht sie fürs weibliche Zielpublikum nur noch interessanter. Das ganz und gar unangepasste Mädchen, findet Nora Tschirner, sei eine würdige Nachfolgerin berühmter und sehr selbstbestimmter Kino-Heldinnen: "Pippi Langstrumpf, Momo, Ronja Räubertochter und fast alle Figuren, die Audrey Hepburn verkörpert hat - es gab schon immer starke Frauen-Figuren, die prima alleine zurechtkommen und keinen Mann zur Unterstützung brauchen." Genau wie sie selbst übrigens: "Ich brauche nicht zwingend einen Mann, um glücklich zu sein. Ich bin auch alleine froh", sagt sie. Selbstbestimmtheit, sagt Nora Tschirner, sei die Luft zum Atmen.

Rumstehen und vorlesen? So funktioniert Synchronisieren nicht. "Wenn Merida eine Armbewegung macht, mache ich mit - so komme ich
Rumstehen und vorlesen? So funktioniert Synchronisieren nicht. "Wenn Merida eine Armbewegung macht, mache ich mit - so komme ich näher an das Original heran", erklärt Nora Tschirner.
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Wie sieht denn ihr persönlicher Traumprinz aus? "Da geht’s mir wie Merida - das ist kein positiv belegter Begriff für mich. Ich habe keinen Typ Mann, ich habe einen Typ 'Seele'", sagt die 31-Jährige. Intelligent müsse ihr Favorit sein, Humor und Mut solle er haben, erklärt sie. Eigentlich ein Typ wie Merida - nur eben als Mann. Und deshalb so schwierig zu finden. Martina Ochs

gala.de

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