Kinotipp: Green Lantern

Wille versus Furcht, das ist die Hauptthematik des Films. Doch so ganz schafft es "Green Lantern" nicht, den Zuschauer zu überzeugen - trotz großartiger Vorlage mit viel Potenzial

Green Lantern

Inhalt

(Ryan Reynolds) ist ein chaotischer Single und waghalsiger Air-Force-Testpilot. Für seine draufgängerische Art zu fliegen handelt er sich bei seiner Vorgesetzten, Kollegin und Jugendliebe Carol Ferris (Blake Lively) immer wieder Ärger ein. Während er gerade wieder einmal einen Jet zerlegt, ziehen in den Weiten des Alls Probleme auf: Bösewicht Parallax ist entkommen und bedroht nun, erstarkt durch die Kraft der Angst, das Hauptquartier der "Green Lanterns", der Superpolizei des Alls.

Maskiert rettet der Green Lantern alias Hal Jordan (Ryan Reynolds) seine Jugendliebe Carol Ferris (Blake Lively).

Die Green Lanterns sind Wächter, die es sich zum Ziel gesetzt haben, das Universum zu beschützen. Der Ursprung ihrer Kraft ist ihr starker Wille. Durch spezielle Ringe und ihre Überzeugung können sie Dinge erschaffen und durch den Weltraum reisen. Vier Green Lanterns wurden von Parallax bereits getötet. Der Fünfte, Abin Sur (Temuera Morrison), landet schwer verwundet auf der Erde. Sein Ring erwählt Hal Jordan zu seinem Nachfolger.

Als erster menschlicher Green Lantern nimmt dieser sein Schicksal an und reist mit Hilfe des Rings ins All. Doch als er bemerkt, dass er den Anforderungen nicht gewachsen ist, kehrt er zurück zur Erde. Dort entwickelt sich bereits der Wissenschaftler Hector Hammond (Peter Sarsgaard) zur Marionette von Parallax. Er soll Jordan töten. Nun muss dieser nicht nur sich selbst schützen, sondern auch noch die Erde retten.

Star-Feature

Der Film behandelt den Kampf zwischen Willen und Furcht, für den sich symbolisch die Green Lanterns und Parallax gegenüberstehen. Genau diese beiden Gefühlsregungen spiegeln sich in der Person Hal Jordans wieder. Den gutaussehende Durchschnittstypen mit emotionalem Defizit nimmt man Ryan Reynolds noch ab. Als willenstarker Superheld wirkt er aber leider allzu oft etwas zu glatt. Auch Blake Lively bleibt in der Rolle der Carol Ferris eher blass.

Noch etwas unbeholfen versucht Hal Jordan (Ryan Reynolds), die Laterne zu aktivieren.

Sie mimt zwar überzeugend eine starke und unabhängige Frau, die versucht, Einfluss auf ihre Jugendliebe zu nehmen. Doch dass allein ihre Aufforderung "Sei mutig!" reicht, um Hal Jordan endgültig zu einem Green Lantern zu machen, ist dann doch etwas zu einfach.

Erfrischend ist dagegen die Vorstellung Peter Sarsgaards als verrückter Wissenschaftler, der von Außerirdischen besessen immer mehr dem Wahnsinn verfällt. Neben dem ausdrucksschwachen Ryan Reynolds wirkt er charakterstark und aufregend.

Fazit

Wird man zu Beginn des Films noch in den weiten Raum des Alls entführt (großartig hier die 3D-Effekte), schöpft der Rest nicht das gesamte Potenzial der Comic-Vorlage aus. Die bildgewaltigen Szenen des Weltraums bieten sich dem Zuschauer leider nicht allzu oft. Stattdessen findet der Großteil der Handlung auf der Erde statt. Und die plätschert dort fast höhepunktlos vor sich hin.

Überzeugt als besessener Widersacher des Green Lanterns und stellt Ryan Reynolds fast in den Schatten: Peter Sarsgaard.

Hal Jordan wird zum Superhelden mit Selbstzweifeln, rettet seine Jugendliebe dank einer Carrerabahn, die er kraft seines Willens erschafft, und steht am Ende vor der großen Aufgabe, die Erde zu retten. Und selbst das geschah vergleichsweise unspektakulär. Wer bei diesem Film ein actiongeladenes und von 3D-Effekten nur so sprudelndes Abenteuer erwartet, das ihn in die Tiefen des Alls und in den Kampf zwischen Gut und Böse zieht, der wird enttäuscht. Zu oberflächlich setzt sich der Film mit seiner Hauptfigur und seinen Widersachern auseinander. Im Vergleich zu anderen Comicverfilmungen, wie "The Dark Knight", bleibt "Green Lantern" weit zurück.

Aber Fans können noch hoffen: Regisseur Martin Campell bestätigte bereits die Option, eine Filmtrilogie aus "Green Lantern" zu machen. Während des Abspanns sorgt zumindest der Green Lantern Sinestro (Mark Strong) für genug Stoff für eine Fortsetzung. Luft nach oben hat Campell nach diesem Debütfilm auf jeden Fall. Dennoch eignet sich der Film für ein kleines Kinovergnügen unter Freunden, denn ein paar Lacher sind garantiert.

Julia Fahrnbauer

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