Kinotipp: Eine dunkle Begierde

Was passiert, wenn die Grenzen zwischen Beruf und Begierde verschwimmen, erfahren die beiden Väter der Psychoanalyse Sigmund Freud (Viggo Mortensen) und Carl Jung (Michael Fassbender) in diesem spannenden Drama

Eine dunkle Begierde

Story

Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges beginnt der ambitionierte Psychiater Carl Gustav Jung (Michael Fassbender), die russische Jüdin Sabina Spielrein (Keira Knightley) in seiner Züricher Klinik zu therapieren. Hysterische Anfälle und unkontrolliertes Verhalten können ihn jedoch nicht über die Schönheit und Intelligenz der jungen Frau hinwegtäuschen. Mit Hilfe einer neuen Methode, der Psychoanalyse seines Kollegen Siegmund Freud (Viggo Mortensen), versucht Jung, Spielrein zu heilen.

Der verheiratete Mann und baldige Vater verliebt sich in seine Patientin und macht sie zu seiner Assistentin und Geliebten. Nach Wochen der hemmungslosen Leidenschaft und vom schlechten Gewissen geplagt, sucht Jung Rat bei seinem Mentor Siegmund Freud. Doch auch der ist den Reizen der intelligenten Russin nicht abgeneigt.

Star-Feature

Keira Knightley, Viggo Mortensen und Michael Fassbender stellen das historische Dreiergespann Spielrein, Freud und Jung dar. Die klügsten Köpfe und Begründer der Psychoanalyse werden von außergewöhnlichen Darstellern gespielt, die ihnen die nötige Schwere und Bedeutung verleihen können.

Etwas blass bleibt lediglich Viggo Mortensen in der Rolle des Sigmund Freud. Dessen Part sollte eigentlich von Oscar-Preisträger Christoph Waltz gespielt werden, der jedoch ablehnte, um stattdessen an "Wasser für die Elefanten" mitzuwirken.

Keira Knightley zeigt in ihren Szenen des Wahnsinns mit eindringlicher Intensität, was sie auf dem Kasten hat. Amüsant: Vincent Cassel in der Rolle des Otto Gross, der als zügelloser Patient die Nachbarsmagd vernascht.

Die Väter der Psychoanalyse konkurrieren um das beruflichen Ansehen - und die Liebe einer Frau.

Fazit

"Eine dunkle Begierde" besticht durch hervorragende Schauspieler und einen dramaturgischen Aufbau, der die Spannung bis zur letzten Minute wahrt. Immer wieder unterstreicht dramatische Musik die Szenen, die zwischen Momenten des Wahnsinns und der sexuellen Erregung variieren.

Die Film-Beziehung zwischen Michael Fassbender und Keira Knighley ist so eindringlich und zum Teil hyperrealistisch, dass Einblicke in die sexuellen Gelüste des Liebespaares dem einen oder anderen Besucher unangenehm erscheinen dürften.

Alles in allem ist der Film eine gelungene Umsetzung des Theaterstücks "Die Methode" des britischen Autors Christopher Hampton. Eine authentische Geschichte um die Väter der Psychoanalyse, die an ihren eigenen seelischen Abgründen zu scheitern drohen.

Kathrin Stark

Kinotipp

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