Kinotipp: Drive

Cooler geht's nicht: Ryan Gosling und Carey Mulligan sorgen mit "Drive" für einen atmosphärischen Thriller, der ein Filmklassiker werden könnte aber nichts für schwache Nerven ist

Ryan Gosling und Carey Mulligan kommen sich im Thriller "Drive" näher.

Inhalt

Der namenlose Held der Geschichte (Ryan Gosling) ist tagsüber Stuntfahrer beim Film und nachts als Fluchtwagenfahrer bei Raubüberfällen aktiv. Der wortkarge Einzelgänger gilt als der beste Fahrer in Los Angeles und lebt ein zurückgezogenes Leben. Als er sich in seine Nachbarin, die alleinerziehende Mutter Irene (Carey Mulligan), verliebt, taut er erstmals etwas auf. Doch dann kehrt Irenes Ehemann Standard (Oscar Isaac) aus dem Knast zurück ...

Stars

Ryan Gosling spielt seine Rolle wie einen modernen Cowboy-Helden - meist mit Zahnstocher im Mund und im öl-verschmierten Muskelshirt. Es ist Goslings natürliche Coolness, die der Figur Anziehungskraft verleiht und so schafft er es auch ohne viel Dialog und Handlung, sich interessant zu machen.

Goslings grüblerischer Fahrer findet in der unschuldigen Ausstrahlung von Carey Mulligans "Irene" einen schönen Kontrast. Doch Mulligan wird die Show von einer anderen Frau gestohlen: Christina Hendricks, eigentlich als adrette Sekretärin aus "Mad Men" bekannt, gelingt die Verwandlung zur naiven Gangster-Braut perfekt. Ihre kurzen Leinwandauftritte sind mit die bemerkenswertesten im ganzen Film.

Christina Hendricks überzeugt im "White Trash"-Look.

Fazit

"Drive" macht Spaß, weil der Film so unglaublich cool inszeniert ist. Gleich zu Beginn düst Ryan Gosling zu den wummendern Beats des von den 80er-Jahren inspirierten Soundtracks durch die Straßen von Los Angeles. Und es wird klar: Die Musik ist mit die stärkste Waffe von "Drive". Instrumentelle Stücke wie das "Tick of the clock" von den "Chromatics" sind wie gemacht für einen Soundtrack.

Gesprochen wird in dem Thriller wenig, dafür bleiben die Bilder zwischen den Schnitten ungewöhnlich lange stehen, teilweise werden ganze Sequenzen in Zeitlupe präsentiert.

Die erste Hälfte des Films ist von diesen stilsierten Aufnahmen geprägt - bis es plötzlich überraschend brutal zur Sache geht. Zartbesaitete Naturen sollten also besser draußen bleiben, denn hier werden sehr deutlich Augen ausgestochen, Schädel zertrümmert, Körper zerschossen. Wem blutige Gewaltszenen á la Quentin Tarantino jedoch nichts ausmachen, kann sich auf ein Filmerlebnis mit vernachlässigbarer Handlung aber viel Ästhetik und tollen Schauspielern freuen.

Kinotipp

Video zu Artikel - Drive

Kinotipp: Video zu Artikel - Drive

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche