Kinotipp: "Spieglein Spieglein"

In "Spieglein Spieglein" kämpfen die böse Königin (Julia Roberts) und ihre Stieftochter Schneewittchen (Lily Collins) um die Liebe des Prinzen und um die Macht im Königreich

Spieglein Spieglein

Story

Es war einmal in einem Land fernen Land…eine böse Königin (Julia Roberts) mit einer wunderschönen Stieftochter (Lily Collins): Nach dem spurlosen Verschwinden des Königs liegen nicht nur die Staatsgeschäfte in der Hand der Königin, sondern auch das Leben ihrer Stieftochter Schneewittchen. Das Königreich ist pleite, die Prinzessin viel schöner – eigentlich für die Königin schon Grund genug, um so richtig schlechte Laune zu bekommen. Als sich dann aber noch zu allem Überfluss der charmante Prinz Andrew Alcott von Valencia (Armie Hammer) in das unschuldige Mädchen verliebt, reicht es. Schneewittchen muss weg, und zwar schnell.

Schließlich hat die Königin selbst ein Auge auf den Prinzen geworfen, um durch eine Heirat den drohenden Staatsbankrott abwenden. Also verbannt die Königin Schneewittchen zum Tode in den Wald. Doch die Prinzessin lässt sich nicht unterkriegen. Sie lernt eine Bande kleinwüchsiger Gelegenheitsdiebe kennen und schmiedet mit ihnen den Plan, den Thron zurückzuerobern. Bald entbrennt ein erbitterter Kampf um Liebe und die Herrschaft im Königreich.

"Spieglein Spieglein - Wer ist hier die Schönste im ganzen Land?" Die böse Königin (Julia Roberts) triezt ihre Stieftochter Schneewittchen (Lily Collins).

Star-Feature

Julia Roberts als böse Königin ist das absolute Highlight des Films. Sie ist skrupellos, böse und hinterhältig - Attribute, die man eigentlich so gar nicht mit dem "Pretty Woman"-Star verbindet. Zu sehr ist ihr strahlendes Lachen bereits zum Markenzeichen geworden. Doch es ist genau dieses Markenzeichen, das in "Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen" zum Mittel ihrer Boshaftigkeit wird. Der Zuschauer lernt so eine ganz neue Julia Roberts kennen: Eine, die gemeinsam mit ihrem Kammerdiener den Plan schmiedet, Schneewittchen von der Bildfläche verschwinden zu lassen. Oder eine, die ihr Volk ohne einen Funken Reue immer mehr Steuern abpresst, nur um weiterhin in Saus und Braus leben zu können. Eitel ist sie natürlich auch - was in einem herrlichen Gegensatz zu Roberts Natürlichkeit steht. "Ihre Rolle ist ein bisschen wie die in 'Die Hochzeit meines besten Freundes', nur noch viel gemeiner", findet Schauspielkollege Nathan Lane. Und dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Prinz Andrew (Armie Hammer) beschützt sein Schneewittchen (Lily Collins).

Lily Collins betört den Zuschauer dagegen als zauberhafte Schönheit. Doch das unschuldige, hilflose Schneewittchen entwickelt sich schnell zu einer echten Kämpfernatur. Collins spielt somit eine sehr moderne Version einer Märchen-Prinzessin: Sie ist klug, unabhängig und furchtlos. Wer will schon von einem Prinzen gerettet werden? Schneewittchen nimmt ihr Schicksal lieber selbst in die Hand und dreht den Spieß um. Lily Collins kann sich als Gegenspielerin von Julia Roberts somit durchaus beweisen.

Was wäre ein Märchen ohne einen Prinzen auf seinem Schimmel? Gut, sein Pferd ist nicht weiß, dennoch kann sich Armie Hammer als Prinz durchaus sehen lassen. Mit viel Witz und Charme bildet er die zentrale Figur im Konflikt zwischen der Königin und Schneewittchen. Leider wird er dennoch sein Image als schöner Schnösel aus der Facebook-Verfilmung "The Social Network" nicht ganz los.

Fazit

"Spieglein, Spieglein" ist ein actionreicher Film für die ganze Familie. Eine sehr scharfe Zeichnung und satte Farben dominieren den Stil, der oft an einen Animationsfilm erinnert. Erzählt wird die Handlung aus Sicht der Königin, wobei es immer wieder neue Wendungen und Überraschungen gibt. So ersetzt Julia Roberts Kammerdiener die Rolle des Jägers und statt sieben Zwerge gibt es eine Gruppe kleinwüchsiger Gauner auf Hydraulikstelzen. Neben der bereits erwähnten schauspielerischen Leistung von Julia Roberts sind es vor allem die Kostüme, die den Film so sehenswert machen. Extravagante goldene Roben reihen sich an pastellfarbene Kleidchen und Hosenanzüge. Auch bei Frisuren und Make-up wird nicht gespart, was den Film zu einem sehr farbenfrohen Spektakel macht. Da ist es dann auch durchaus zu verzeihen, dass die Fechtszenen ein wenig an "Zorro" erinnern und das klassische "Happy End" durch eine Tanznummer á la Bollywood abgelöst wird.

Elena Albers

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