Kinotipp: "On the Road"

Endlich wurde der Klassiker von Jack Kerouac verfilmt: In "On the Road" feiern Kristen Stewart, Sam Riley und Garrett Hedlund wilde Exzesse. Der Film nimmt den Zuschauer mit auf eine rauschhafte Reise durch die USA der 40er Jahre

"On The Road"

Sal (Sam Riley) und Dean (Garrett Hedlund) fahren kreuz und quer durch Amerika auf der Suche nach dem nächsten Rausch.

Über 50 Jahre hat es gedauert, bis Jack Kerouacs Kultroman "On The Road" endlich den Sprung auf die Leinwand geschafft hat: Nun erwartet den Zuschauer ein stimmiges Roadmovie, das die rauschhaften Exzesse der berühmten Protagonisten mitreißend inszeniert.

Jahrelang lag das Projekt auf Eis, Hauptdarsteller wie Kristen Stewart und Garrett Hedlund hielten sich seit 2004 in Wartestellung für den Start der Dreharbeiten. Es hat sich gelohnt: Besonders die Partyszenen mit viel ansteckender Bebop- und Jazzmusik lassen das junge Amerika der 40er-Jahre aufleben, wenn Kristen Stewart und Co. sich verschwitzt und ekstatisch dem Rhythmus anpassen.

Ekstatisch: Kristen Stewart als "Marylou" in "On The Road".

Dem brasilianischen Regisseur Walter Salles ("Die Reisen des jungen Che") ist es gelungen, die Bibel der amerikanischen Beat-Generation zum Leben zu erwecken. Kein leichtes Unterfangen, denn Kerouacs autobiografischer Text um einen Schriftsteller auf der Suche nach Erleben und Bewusstseinserweiterung folgt keinem traditionellen Erzählstrang, arbeitet sich vielmehr mit sprachlichem Rhythmus von Rausch zu Rausch.

Schon 1957 schlug Kerouac persönlich Marlon Brando vor, sein Werk zu verfilmen - sie beide würden in die Hauptrollen schlüpfen. Doch dazu kam es nie, in den 70er-Jahren sicherte sich schließlich Francis Ford Coppola die Filmrechte. Er produziert "On The Road" nun auch.

Zwar erscheinen die wiederholten, betont freizügigen Sex- und Drogensequenzen irgendwann etwas ermüdend - heutzutage wirkt die Rebellion der Hauptdarsteller eben vergleichsweise harmlos. Die solide Schauspielriege macht diese Schwachstellen jedoch wieder wett. Unter anderem macht ein Kurz-Auftritt von Viggo Mortensen als drogensüchtiger "Old Bull Lee" - basierend auf dem "Naked Lunch"-Autor William S. Burroughs - besonders Spaß.

Auch der Brite Sam Riley, der Keroucs Alter Ego "Sal Paradise" verkörpert, kann punkten. Der Mann von Alexandra Maria Lara spielt den Schriftsteller mit Freiheitsdrang, der in dem zügellosen "Dean Moriarty" sein Idol findet, sehr sympathisch.

Kristen Stewart - vor ihrem "Twilight"-Ruhm und nach ihrem Auftritt in Sean Penns "Into the Wild" gecastet - verkörpert die junge, experimentierfreudige "Marylou" glaubhaft, wenn auch mit etwas zu viel Coolness. So über-lässig hat sich wohl selbst die wilde Geliebte von "Dean Moriarty" keine Zigarette gedreht. Ihre zahlreichen Nacktszenen könnten übrigens ihre "Twilight"-Fans leicht schockieren.

Die schillerndste Figur hat jedoch Garrett Hedlund abbekommen und er verkörpert seinen "Dean Moriarty", angelehnt an den Beat-Poeten Neal Cassidy, mit viel Hingabe. Der Schauspieler ist vor allem aus Filmen wie "Tron: Legacy" und "Troja" bekannt. Gut aussehend und mit viel Charisma auch in den traurigen Facetten seines Spiels beweist er in "On The Road" seine Qualitäten als Hauptdarsteller.

Fazit: Mit "On The Road" wurde endlich ein wichtiges Stück amerikanischer Literatur verfilmt. Mit tollen Schauspielern nimmt der Regisseur den Zuschauer mit auf eine turbulente Reise, an deren Ende keiner mehr weiß, wer eigentlich wen benutzt hat.

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